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Schäuble lobt interkulturellen Dialog

Erste Islam-Konferenz in Berlin

Innenminister Wolfgang Schäuble (Mitte) zu Beginn der Islam-Konferenz (AP)
Innenminister Wolfgang Schäuble (Mitte) zu Beginn der Islam-Konferenz (AP)

Die erste Islam-Konferenz in Deutschland ist von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble positiv bewertet worden. Nach dem rund dreistündigen Gespräch zwischen führenden Vertretern des Staates und der in Deutschland lebenden Muslime sprach Schäuble von einer offenen, aber nicht immer harmonischen Aussprache.

Die Diskussion sei sehr intensiv gewesen, betonte der CDU-Politiker. Alle seien sich darin einig gewesen, den nun begonnen und auf zwei Jahre angelegten Diskussionsprozess mit möglichst viel Leben zu füllen. Schäuble hob hervor, der Dialog mit dem Islam sei von großer Bedeutung. Der Dialog könne aber darüber hinaus auch dazu beitragen, Rassismus, Antisemitismus und Extremismus zu verhindern und zu bekämpfen.

Der bayerische Innenminister Günther Beckstein bezeichnete das Treffen als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Integration der Muslime und des Islam in die deutsche Rechtsordnung. Beckstein fügte jedoch hinzu: "Eine weite Wegstrecke liegt aber noch vor uns."

Lammert: Westliche Gesellschaft muss zu ihren Werten stehen

Überschattet wurde die Konferenz von den heftigen Reaktionen über die Absetzung der Mozart-Oper "Idomeneo" in Berlin aus Angst vor islamistischen Anschlägen.

Vor dem Beginn der Konferenz rief Bundestagspräsident Norbert Lammert den Westen dazu auf, seine eigenen Werte nicht aufzugeben. Bei der Konferenz müsse deutlich werden, welche verfassungsmäßigen Grundlagen in Deutschland bestünden, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Lammert kritisierte die Absetzung der Mozart-Oper in Berlin.

In der islamischen Welt sei der Respekt vor der westlichen Zivilisation zurückgegangen, weil dort der Eindruck entstanden sei, diese Kultur stehe nicht mehr zu sich selbst, betonte Lammert. Für das Zusammenleben mit Muslimen sei es dringend nötig, Vereinbarungen über den Islamunterricht an deutschen Schulen sowie über die Ausbildung von Imamen in Deutschland zu treffen.

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) (AP)Der SPD-Politiker Wolfgang Thierse (AP)Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse erklärte, für eine Integration der Muslime brauche der Staat ein vertragsfähiges Gegenüber, das möglicherweise ähnlich wie der Zentralrat der Juden organisiert sein könnte. Dazu wünsche er sich Vorschläge aus der islamischen Gemeinde heraus, sagte der SPD-Politiker im Deutschlandradio Kultur.

Zentralrat der Muslime: "Keine Schönwetterveranstaltung"

Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, warnte im Vorfeld der Konferenz vor zu hohen Erwartungen. Es werde keine "Schönwetterveranstaltung" geben, sagte er und äußerte Skepsis, ob es zu dem angekündigten Gesellschaftsvertrag zur Integration des Islams kommen werde.

Gleichwohl begrüßte Mazyek, dass die Bundesregierung endlich mit den Muslimen spreche und nicht nur über sie. Mazyek kritisierte zugleich die Zusammensetzung der Konferenz. Er bemängelte, dass der Bundesinnenminister nicht die vier muslimischen Dachverbände, sondern Einzelpersonen eingeladen habe.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:19 Uhr

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