Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Schlagabtausch auf beiden Seiten

Israelis und Palästinenser bombadieren sich nach Anschlagsserie im Süden Israels

Orthodoxe Juden nach dem Raketenangriff in Ashdod. (AP / Ariel Schalit)
Orthodoxe Juden nach dem Raketenangriff in Ashdod. (AP / Ariel Schalit)

Die israelische Luftwaffe hat in der vergangenen Nacht den Gazastreifen mit einer Welle von Angriffen überzogen. Israel vermutet, dass die Attentäter der Anschläge von gestern bei Eilat aus dem Gazastreifen stammen. Von dort wurden am Morgen mindestens zwölf Raketen nach Südisrael abgefeuert.

Wie Christian Wagner im Deuschlandradio Kultur berichtet, war unter anderem eine religiöse Schule in Ashod Ziel des Angriffs aus Gaza . Dabei habe es auch Schwerverletzte durch Splitter gegeben. Die israelische Polizei habe nach Angaben der Zeitung "Jerusalem Post" die Bevölkerung im Süden des Landes dazu aufgerufen, in den Sicherheitszonen zu bleiben.

Zu den Zielen der Israelis in der Nacht gehörten nach Angaben eines Militärsprechers eine Waffenfabrik sowie Schmugglertunnel. Nach palästinensischer Darstellung wurden bei den nächtlichen Angriffen ein Mensch getötet und mehrere weitere verletzt.

Bereits beim ersten Vergeltungsschlag am Abend waren laut Angaben palästinensischer Ärzte sechs Menschen im Gazastreifen getötet worden. Dieser richtete sich gegen Mitglieder der radikalen Volkswiderstandskomitees. Deren Chef gehört zu den Opfern. In der Nacht meldeten die Palästinenser einen weiteren Toten und zahlreiche Verletzte nach israelischem Beschuss, wie Christan Wagner im Deutschlandradio Kultur berichtet.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu äußert sich nach der Anschlagsserie im Süden Israels (AP/ Oren Ziv)Israels Premierminister Benjamin Netanjahu äußert sich nach der Anschlagsserie im Süden Israels (AP/ Oren Ziv)

Hamas nicht auf Eskalation aus

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, dass die Hintermänner der Attacken von gestern alle erschossen worden seien. "Sie sind nicht mehr am Leben. Ich möchte die Armee und den Inlandsgeheimdienst loben", so Netanjahu. Unter den Opfern im Gazastreifen sind jedoch nach Angaben von Wagner auch zwei Kinder.

Die größte Oppositionspartei unterstützt Netanjahu und seine Regierung. Avi Dichter von der Kadima-Partei sagte, dass es noch mehr Vergeltungsschläge geben könne, wenn die Hamas auf Eskalation aus sei.

Wie Deutschlandradio-Korrespondent Wagner vor Ort feststellt, ist die Hamas offenbar nicht an einer Eskalation interessiert. Sicherheitskräfte würden versuchen, Menschen von den Grenzgebieten abzuhalten. Die Hamas, die im Gazastreifen regiert, bestreitet jede Verbindung zu der Terrorserie in Israel. Auch herrscht in der Bevölkerung Angst vor erneuten Angriffen Israels.

Die israelische Regierung gibt Ägypten eine Mitschuld an den Attacken. Die ägyptische Kontrolle über den Sinai werde schwächer, deshalb hätten die Attentäter, die wahrscheinlich aus dem Gazastreifen stammten, bis nach Eilat kommen können, sagte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak am Abend.

Netanjahu hatte zuvor laut der israelischen Zeitung "Haaretz" angekündigt, dass Israel auf die Angriffe von Eilat antworten werde.

Israelische Soldaten transportieren einen Verletzten (AP)Israelische Soldaten transportieren einen Verletzten (AP)

Anschlagsserie auf Fahrzeuge im Süden Israels

Die gesamte Grenzregion zu Ägypten war zuvor von einer koordinierten Terrorserie heimgesucht worden. Nahe der Stadt Eilat wurden offiziellen Angaben zufolge sieben Israelis - sechs Zivilisten und ein Mitglied der Sicherheitskräfte - getötet, rund 30 Menschen wurden verletzt.

Inzwischen spricht die Armee von 15 bis 20 Beteiligten an den Terroranschlägen. Die Angreifer attackierten zwei israelische Fahrzeuge sowie israelische Grenzpatrouillen und Soldaten. Sieben Täter sind laut israelischen Militärangaben erschossen worden, die anderen entkamen. Bisher hat sich niemand zu den Anschlägen bekannt.

Israel hatte vor Kurzem damit begonnen, entlang des Grenzabschnitts zu Ägypten eine Befestigung zu bauen. Die 200-Kilometer-Grenze wird an mehreren Stellen nur von einem Zaun gebildet. Israel will den Bau nun beschleunigen.


Mehr zum Thema:

Israel fliegt Luftangriff auf den Gazastreifen

Mehrere Tote bei Terrorserie in Israel - Attentäter von Polizei getötet



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:44 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:35 Uhr Campus & Karriere

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:07 Uhr Kompressor

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Neuer Büchner-Preisträger "Ich bedaure Autoren, die nur Romane schreiben"

Der Schriftsteller Marcel Beyer (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Gerne nimmt sich der neue Georg-Büchner-Preisträger Marcel Beyer der Nachkriegszeit in Bundesrepublik und DDR an - stets mit Rückbezügen auf die NS-Zeit. Auslöser, sich mit Geschichte zu befassen, war Beyer zufolge die Fernsehberichterstattung über den Fall der Mauer. "Geschichte ist etwas, was sich ganz akut in dieser Sekunde vollziehen kann", sagte der Schriftsteller im Deutschlandfunk.

Nobelpreisträgertagung in LindauKluge Köpfe am Bodensee

Das Handout vom 26.06.2016 zeigt das Publikum bei der Eröffnung der Nobelpreisträgertagung im Lindauer Stadttheater. (Christian Flemming  /Lindau Nobel Laureate Meetings / dpa)

Noch bis Ende der Woche läuft in Lindau das 66. Treffen der Nobelpreisträger, in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Physik. Dass die Teilnehmer neben ihrem wissenschaftlichen "Know How" einen Sinn für Humor haben, das erfuhr Thomas Wagner bei seinem Besuch.

Arabische Clans in Berlin-NeuköllnVon falschen und enttäuschten Hoffnungen

Polizisten führen bei einem Einsatz eine Person in Handschellen aus einem Haus in Berlin im Bezirk Neukölln. (dpa/ picture-alliance/ Gregor Fischer)

Im April haben Sondereinsatzkommandos der Polizei bei Razzien in Berliner Wohnungen acht Männer festgenommen. Sie gehörten zu kurdisch-arabischen Clans, die speziell im Berliner Stadtteil Neukölln für schwere und organisierte Kriminalität bekannt sind. Wer sich auf die Suche nach Gründen dafür macht, stößt auf Geschichten von Entwurzelung und enttäuschten Hoffnungen. Für den deutschen Staat wird es Zeit, aus Fehlern zu lernen.

Malawi zwischen Dürre und FlutHunger im Land der Wetterextreme

Menschen erhalten am 15.3.2016 an einem Verteilungspunkt des UN World Food Programme nordwestlich von Lilongwe, Malawi, Lebensmittelhilfe. (picture alliance / dpa / Unicef / Chipiliro Khonje)

Im April hat die Regierung in Malawi wegen der Hungerkrise den Notstand ausgerufen: Derzeit sind mehr als acht Millionen Menschen in dem afrikanischen Land von Lebensmittelhilfe abhängig. Diszipliniert stehen sie in der brennenden Sonne Schlange.

RaumfahrtWeltraumbahnhof, teilmöbliert, in ruhiger Lage zu vermieten

Spaceport America. Das klingt nach Raumfahrt, Rakten, Weltall. Die Raumfahrtsache im ganz großen Stil. Tatsächlicher aber warten und hoffen sie dort auf irgend wen, der den Spaceport nutzen will. Für den Flug ins All, als Partylocation oder auch als Filmkulisse. Hauptsache Geld kommt rein.

Kriminalität im PflegesystemGut gepflegt - oder gepflegt betrogen?

Krankenhaus (imago/Gerhard Leber)

Rund 14.000 ambulante Pflegedienste gibt es in Deutschland, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen zu alten oder kranken Menschen ins Haus und pflegen sie dort. Doch nicht immer wird geleistet, was bezahlt wird. Der Abrechnungsbetrug ist so lukrativ, dass sich schon die organisierte Kriminalität dafür interessiert. Eine Gesetzesänderung soll Abhilfe schaffen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Freihandel  Kern kritisiert EU-Kommission | mehr

Kulturnachrichten

Jüdischer Fluchttunnel in Litauen entdeckt  | mehr

Wissensnachrichten

Computer  10.000 Dollar, weil Windows 10 den Rechner lahmlegt | mehr