Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

Schlecker startet Ausverkauf

Skepsis gegen Einsatz von Schlecker-Beschäftigten als Erzieherinnen

Ausverkauf in Schlecker-Filialen bis 23. Juni
Ausverkauf in Schlecker-Filialen bis 23. Juni (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)

Bei der insolventen Drogeriemarktkette hat der große Ausverkauf begonnen. In bundesweit rund 2800 Filialen gab es Nachlässe von 30 bis 50 Prozent. Ein Datum für das endgültige Ende der Schlecker-Läden gibt es noch nicht.

Etwa 13.000 Schlecker-Beschäftigte haben heute mit ihrer letzten Arbeit begonnen: dem Ausverkauf. Bis Ende Juni soll die Rabattaktion dauern, vielleicht auch länger. So genau weiß das zurzeit niemand im Unternehmen. Auf diese Weise sollen offene Rechnungen von 665 Millionen Euro beglichen werden. Der Insolvenzverwalter rechnet mit 500 bis 700 Millionen Euro durch den Ausverkauf der restlichen Ware, der Immobilien und der Auslandsgesellschaften.

Unsicher ist auch die Rettung der Schlecker-Töchter IhrPlatz und Schlecker XL. Der Münchener Investor Dubag will die 850 Filialen dieser Marke übernehmen, muss sich aber noch mit dem Hauptgläubiger einigen. Dort arbeiten rund 5000 Menschen. Die 13.000 Schlecker-Mitarbeiter dagegen wissen schon, dass sie zum Monatsende ihre Jobs verlieren.

Kritik an Umschulung zu Erzieherinnen

Ausverkauf in einer Schlecker-Filiale in Allmendingen (Baden-Württemberg)Ausverkauf in einer Schlecker-Filiale in Allmendingen (Baden-Württemberg) (dpa / Stefan Puchner)Die gekündigten Mitarbeiter, vor allem Frauen, sollen nach dem Willen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Arbeitsagenturchef Frank-Jürgen Weise Fachkräftelücken in anderen Branchen füllen. Besonders gesucht würden Erzieher und Altenpfleger. Der Vorschlag stößt bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) auf große Skepsis: Sozialberufe dürften nicht zum "Auffangbecken" werden, sagte der AWO-Vorsitzende Wolfgang Stadler. Die Erziehung von kleinen Kindern und die Pflege Hilfsbedürftiger eigneten sich "weder für arbeitsmarktpolitische Zwangsmaßnahmen noch dafür, ungelernte Kräfte einzusetzen".

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) begrüßte dagegen die Initiative für eine Umschulung der Schlecker-Kräfte zu Erzieherinnen. "Es geht hier nicht darum, jemanden in eine Umschulung zu pressen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass unter diesen lebenserfahrenen Frauen viele mit Freude und Engagement diese neue berufliche Chance ergreifen wollen", sagte die Ministerin der "Süddeutschen Zeitung".

Der Schlecker-Konzern hatte seinen Zenit 2008 erreicht. Damals machten die europaweit mehr als 14.000 Filialen mit zirka 50.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von mehr als sieben Milliarden Euro. Anfang des Jahres stellte das Unternehmen einen Insolvenzantrag. Einige Wochen später wurden bereits 11.200 Mitarbeiter entlassen.

Im Laufe des Tages wollen der Investor Dubag und Euler Hermes über eine Übernahme der Tochterunternehmen "IhrPlatz" und Schlecker XL sprechen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:53 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 23:10 Uhr Das war der Tag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 23:05 Uhr Fazit

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

RusslandPutins Fernsehsprechstunde

Ein Bildschirm zeigt die Fernsehsendung mit Wladimir Putin, davor als Schatten ein Zuschauer

Fast vier Stunden dauerte sie: Die alljährliche Fernsehsprechstunde Wladimir Putins ist ein Ritual. Mehr als zwei Millionen Fragen waren vorab eingegangen, dazu saßen ausgewählte Gäste im Fernsehstudio. Dieses Mal war das zentrale Thema erwartungsgemäß die Ukraine-Krise.

Psychisch krankBorderline-Störung - Eine Modediagnose?

Ein halbierter, geöffneter Kopf: Medizinisches Modell im Psychiatriemuseum Riedstadt / Hessen.

In den letzten Jahren ist die Zahl von Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung erheblich gestiegen. Aber ein klares Krankheitsbild zu definieren, ist für viele Mediziner schwer. Eine Spurensuche.

Drittmittel an HochschulenZwischen Freigeist und Dienstleistung

Studenten sitzen in einem Hörsaal der Universität Koblenz-Landau

Immer öfter nehmen die deutschen Hochschulen private Gelder an - um die Forschung, aber auch die Ausbildung der Nachwuchsakademiker zu finanzieren. Für viele Studenten eine fragwürdige Entwicklung. Denn nicht immer ist klar, wie viel Einfluss Unternehmen so auf die Lehre nehmen.

DemokratieTüröffner und Strippenzieher

Lobby Control

Korruption ist kriminell, Interessenvertretung ganz legal - und oft viel subtiler. Mehr als 5000 Lobbyisten von Firmen und Verbänden arbeiten in der Hauptstadt und knüpfen ihre Netzwerke. Streng genug kontrolliert werden sie noch nicht.

KriminalitätZahl der Verurteilungen bei Vergewaltigungen gesunken

Eine Frau geht im Licht der Straßenlaternen alleine über eine dunkle Straße 

Laut einer Studie erreichen Frauen, die eine Vergewaltigung anzeigen, damit immer seltener eine Verurteilung des Täters. Einer der Gründe ist die Arbeitsüberlastung bei Polizei und Staatsanwaltschaft.

Record Store Day "Am Tresen wird über Platten gesprochen"

Eine Schallplatte wird in einem Musikfachgeschäft in Hannover (Niedersachsen) auf einem Plattenspieler abgespielt. 

Für Musikfans, kleine Labels und Plattenläden ist der "RSD", der ursprünglich aus den USA kommt, ein Fest. Limitierte Schallplatten werden in mehr als 300 Stores verkauft und Bands spielen live. Ein richtiger "Vinyl-Feiertag".

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Literaturnobelpreisträger García Márquez  gestorben | mehr

Kulturnachrichten

Literaturnobelpreisträger García Márquez  gestorben | mehr

Wissensnachrichten

Abitur  Abitur: G8 oder G9 macht keinen Unterschied | mehr