Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Schostok: Wulff hat sich selber um Sponsoren bemüht

Niedersachsens SPD zur Rolle des Ex-Ministerpräsidenten beim "Nord-Süd-Dialog"

Bundespraesident Christian Wulff im Theater Berliner Ensemble am Schiffbauerdamm in Berlin bei einer Matinee der Wochenzeitung "Die Zeit". (Michael Gottschalk/dapd)
Bundespraesident Christian Wulff im Theater Berliner Ensemble am Schiffbauerdamm in Berlin bei einer Matinee der Wochenzeitung "Die Zeit". (Michael Gottschalk/dapd)

Stefan Schostok, SPD-Fraktionschef in Niedersachsen, wirft Bundespräsident Christian Wulff vor, sich als Ministerpräsident persönlich um Sponsoren für den "Nord-Süd-Dialog" bemüht zu haben. Größere Unternehmen hätten dies bestätigt.

Schostok hält Bundespräsident Wulffs Aussage für unglaubwürdig, nichts von öffentlichen Zahlungen an die umstrittene Veranstaltung "Nord-Süd-Dialog" gewusst zu haben. Es sei bekannt, dass Wulff damals als Ministerpräsident persönlich Sponsoren angesprochen habe, sagte Schostok dem Deutschlandfunk.

Die SPD in Niedersachsen plant weiter, gegen Christian Wulff vor dem Staatsgerichtshof des Landes zu klagen. Sollte sich herausstellen, dass Wulff damals gegen Landesverfassung oder Ministergesetz verstoßen habe, werde es schwer für ihn werden, sich im Amt zu halten, meinte Schostok.

Künast: "Herr Bundespräsident, erlösen Sie uns!"

Grünen-Chefin Renate Künast formulierte in der Sendung "Berlin direkt" etwas pathetisch, der Bundespräsident sei untragbar und: "Herr Bundespräsident, erlösen Sie uns!"

FDP-Politiker wirft Presse Sensationslust vor

Pressehetze nannte dagegen Joachim Günther in einem Rundbrief an alle FDP-Abgeordneten die Berichterstattung über den Bundespräsidenten und drohte indirekt mit einem Medienboykott. Jetzt hat er seine Aussage relativiert: Er habe nur einmal deutlich sagen wollen, was sich in ihm aufgestaut habe.

Der Fraktionschef der Partei Die Linke im Bundestag, Gregor Gysi, beklagt, dass der Bundespräsident "jetzt abhängig von Frau Merkel" sei. Wenn Wulff seine Souveränität nicht zurückgewinne, müsse er die Konsequenzen ziehen, sagte Gysi im Interview der Woche des Deutschlandfunks.

Der ehemalige Sprecher des Bundespräsidenten, Olaf Glaeseker, aufgenommen am 13.12.2011 in Kuwait. (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)Der ehemalige Sprecher des Bundespräsidenten, Olaf Glaeseker (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)

Was wusste Wulff über die Aktivitäten seines Sprechers?

Der inzwischen der Bestechlichkeit verdächtigte frühere Sprecher Wulffs, Olaf Glaeseker, ist nach Ansicht des Fraktionschefs der niedersächsischen Grünen, Stefan Wenzel, ein Bauernopfer. Es sei für ihn nicht vorstellbar, dass fragwürdige Vorgänge an Wulff vorbeigegangen sein sollten, sagte Wenzel der "Neuen Presse". "Wulff ist ein Lügner, und er sollte seinen Hut nehmen, bevor er Recht und Gesetz und Anstand noch mehr in den Dreck zieht", hatte der Grünen-Fraktionschef zuvor im Deutschlandfunk gefordert. Im ZDF sagte Wenzel inzwischen, zwar stehe er zu dieser im Deutschlandfunk gemachten Bemerkung, würde sie so aber nicht wiederholen.

Wulff selbst hatte jüngst auf einer Veranstaltung der Wochenzeitung "Die Zeit" einen Rücktritt erneut abgelehnt und sich schützend vor seinen Ex-Sprecher Glaeseker gestellt.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 18:40 Uhr Hintergrund

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 18:05 Uhr Feature

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 18:00 Uhr Hörsaal

Aus unseren drei Programmen

1 Jahr "Wir schaffen das"Die Jahrhundertaufgabe Integration

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußert sich bei einer Pressekonferenz in Berlin zum Putschversuch in der Türkei. (AFP / John Macdougall)

Vor einem Jahr sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre berühmt gewordenen Worte "Wir schaffen das". Angesichts der Lage der Flüchtlinge sei die Grenzöffnung gerade noch rechtzeitig gekommen, meint DLF-Chefredakteurin Birgit Wentzien.

Burkini-VerbotEs ist nur ein Stück Stoff

Eine Frau schwimmt im Burkini in einem Schwimmbecken. (dpa/ picture-alliance/ Subel Bhandari)

Kleidungsstücke wie Kopftuch, Burka oder Burkini geben Frauen die Möglichkeit, sich in einer für sie fremden Gesellschaft frei zu bewegen und sich zu entwickeln, meint Deutschlandradio Kultur-Wortchefin Marie Sagenschneider. Deshalb sollten wir sie dulden.

Jugoslawien-TribunalDer Schmerz bleibt trotzdem

Als Richter am internationalen Strafgerichtshof sollte Albin Eser für Gerechtigkeit sorgen. Seine Aufgabe: Die Kriegsverbrechen aus den Bosnienkriegen ahnden. Um Frieden und Versöhnung zu schaffen,braucht es aber mehr. Eine Geschichte über das Jugoslawien-Tribunal in Den Haag.

Daniel Fuhrhop: "Willkommensstadt"Flüchtlinge in unsere Häuser

Zimmer für Flüchtlinge in Hamburg-Harvestehude (Foto: Axel Schröder)

Für Flüchtlinge müssen keine neuen Wohnungen gebaut werden, schreibt der Architektur-Verleger und Blogger Daniel Fuhrhop. Neubauten würden die Integration sogar erschweren. In "Willkommensstadt" beschreibt er, wie es besser geht.

Deutschland und Visegrad-Gruppe"In der Flüchtlingspolitik treffen zwei Ansätze aufeinander"

Treffen in Warschau: Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo (von rechts), Bundeskanzlerin Angela Merkel und der slowakische Ministerpräsident Robert Fico. (PAP)

Der Osteuropa-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik, Kai-Olaf Lang, wertet es als sinnvolles Signal, dass Bundeskanzlerin Merkel in Warschau mit der sogenannten Visegrad-Gruppe zusammenkommt. In der Flüchtlingspolitik wollten diese Länder ebenso wie Deutschland eine europäische Lösung, sagte Lang im Deutschlandfunk. Ihr Ansatz sei allerdings ein anderer.

ErnährungDick und krank durch Sojaöl

Eine dicke Frau sitzt am Strand. (Matt Cardy / Getty Images)

Soja ist gesund, das Öl aus der "Wunderbohne" gilt als "gutes Fett". Doch eine US-Studie legt nun den Verdacht nahe, dass Sojaöl womöglich viel schädlicher für die Gesundheit ist als andere Fette.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien  Gefechte zwischen kurdischen und türkei-nahen Kämpfern | mehr

Kulturnachrichten

Großbrand zerstört Kulissen der Prager Filmstudios  | mehr

Wissensnachrichten

Urheberrecht  Streit um Affen-Selfie geht in zweite Runde | mehr