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Schriftstellerin von Weltrang

Christa Wolf feiert 80. Geburtstag

Christa Wolf bei einer Lesung in Berlin (AP)
Christa Wolf bei einer Lesung in Berlin (AP)

Im Ausland galt sie schon vor der Wende als gesamtdeutsche Autorin. Christa Wolfs Bücher wie "Nachdenken über Christa T.", "Kein Ort. Nirgends" oder "Kassandra" wurden auf beiden Seiten der Mauer und weltweit gelesen. Nach 1989 konnte die Büchner-Preisträgerin mit ihrem Roman "Medea. Stimmen" an ihre Erfolge anknüpfen.

In seinem Glückwunschschreiben zum 80. Geburtstag würdigte Kulturstaatsminister Bernd Neumann ihre "künstlerische Meisterschaft hohen Ranges". Er bekannte, er verehre Christa Wolf seit Jahrzehnten. Und er schreibt weiter: "Sie haben sich stets der politischen Realität gestellt, auch wenn schmerzhafte Verwundungen die Folge waren." Nach der Wende musste sich die Schriftstellerin mit zahlreichen Anwürfen bezüglich ihrer DDR-Vergangenheit auseinandersetzen.

Christa Wolf wurde am 18. März 1929 in Landsberg/Warthe geboren. Sie studierte Germanistik in Jena und Leipzig und begann in den 50er-Jahren als Lektorin und Redakteurin der Zeitschrift "Neue Deutsche Literatur". 1951 heiratete sie den Schriftsteller Gerhard Wolf. Mit "Nachdenken über Christa T." wurde sie 1968 zum ersten Mal über die Grenzen der DDR bekannt. Sie ist die einzige deutsche Gegenwartsautorin von Weltrang, heißt es im Kalenderblatt von Deutschlandradio Kultur.

Christa Wolf erhält den Deutschen Bücherpreis von Laudator Günter Grass. (AP)Christa Wolf erhält den Deutschen Bücherpreis von Laudator Günter Grass. (AP)In ihrem Roman "Medea. Stimmen", der 1996 erschien, setzte sie sich wie schon in "Kassandra" mit einem antiken Stoff auseinander. Anders als die dramatische Vorlage von Euripides spricht sie die berühmte Kindermörderin von der Tat frei. Im Jahr 2002 wurde sie mit dem Deutschen Bücherpreis für ihr Gesamtwerk geehrt. "Ich schreibe, um mich besser kennenzulernen", sagt Christa Wolf in einer O-Ton-Collage im Radiofeuilleton.

Der 2003 erschienene Band "Ein Tag im Jahr", in dem Christa Wolf tagebuchartig durch die Jahre 1960 bis 2000 den 27. September beschreibt, gehört für den Schriftsteller Ingo Schulze zu ihren besten Büchern. Ihr Herangehen, über die Literatur grundsätzliche Fragen an die Gesellschaft zu stellen, sei in Krisenzeiten wie diesen, noch immer sehr relevant, so Schulze im Radiofeuilleton von Deutschlandradio Kultur.

"Literarische und moralische Instanz"

"Berlin ist stolz, eine so großartige und internationale bedeutende Autorin zu haben", gratulierte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit der in Berlin-Pankow lebenden Schriftstellerin. Es sei ihr gelungen, "außerordentlich anspruchsvolle Literatur zu verfassen und zugleich ein großes Publikum zu erreichen, so Wowereit. "Sie, verehrte Frau Wolf, sind eine literarische und moralische Instanz!", hob Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck in seinem Glückwunsch hervor.

Zu ihrem Geburtstag wird Christa Wolf am Freitag mit einer Feier in der Akademie der Künste in Berlin geehrt. Ein neuer Roman von ihr soll laut Suhrkamp Verlag vermutlich im Frühjahr 2010 erscheinen.

Die Literaturwissenschaftlerin Therese Hörnigk gab anlässlich des Geburtstages von Christa Wolf ein Buch mit Arbeiten von Künstlern und Dichterfreunden aus Ost und West, Nord und Süd heraus.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:32 Uhr

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