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Schweden gewinnt Eurovision Song Contest

Anke Engelke kritisiert Aserbaidschan in ihrer Moderation

Moderatorin Anke Engelke
Moderatorin Anke Engelke (picture alliance / dpa / Daniel Reinhardt)

Zum fünften Mal hat Schweden den Eurovision Song Contest gewonnen. Die Sängerin Loreen konnte sich mit ihrem Lied "Euphoria" in Baku gegen 25 Konkurrenten durchsetzen. Doch auch die Politik kam an diesem Abend nicht zu kurz - dafür sorgte die deutsche Moderatorin Anke Engelke.

Statt der üblichen Lobhudelei an die Gastgeber für die Show, in der politische Äußerungen eigentlich ausbleiben sollen, hatte es bei der Punktevergabe aus Deutschland deutliche Worte von Moderatorin Anke Engelke gegeben: "Heute Abend konnte niemand für sein eigenes Land abstimmen. Aber es ist gut, abstimmen zu können. Und es ist gut, eine Wahl zu haben. Viel Glück auf Deiner Reise, Aserbaidschan! Europa beobachtet Dich!"

ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber begrüßte Engelkes kritische Äußerungen. "Wir sind das einzige Land gewesen, das in der Show etwas gesagt hat", sagte Schreiber in Baku. Er habe gewusst, dass Engelke sich äußern würde, aber nicht, mit welchen Worten. Sie habe das "in einer charmanten, und doch sehr deutlichen Art gemacht."

Menschenrechtler beklagen Demokratiedefizite

Die diesjährige ESC-Gewinnerin Loreen aus SchwedenDie diesjährige ESC-Gewinnerin Loreen aus Schweden (picture alliance / dpa / RIA Novosti / Valeriy Melnikov)Rund um den Eurovision Song Contest (ESC) hatte es eine heftige Debatte über die politische Lage in dem Kaukasusstaat gegeben. Menschenrechtsorganisationen beklagen Demokratiedefizite in dem Land. Die Führung von Präsident Ilcham Alijew hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und sich massiv über "einseitige" Berichterstattung westlicher Medien beklagt. In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Demonstrationen gegen das autoritäre Regime gegeben. Dabei waren mehr als 70 Demonstranten festgenommen worden.

Kurz vor dem ESC hatte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck die Ausrichter des Song Contests aufgefordert, ihre Vergabepraxis zu überdenken. "Dass nicht der Automatismus in jedem Fall greifen muss, ein Land gewinnt den Contest und dann darf sich das Regime entsprechend darstellen", sagte Beck im Deutschlandradio Kultur. Er befürchtet nach dem Eurovision Song Contest Repressalien gegen Oppositionelle und habe große Sorge, dass die Menschen büßen müssten, die im Vorfeld der Veranstaltung etwas mutiger als sonst aufgetreten seien.

Bisher hat die für den ESC zuständige Europäische Rundfunk-Union (EBU) nicht entschieden, wie sie mit politisch heiklen Ländern umgeht. So war etwa diskutiert worden, was geschehe, falls das autoritäre Weißrussland den Song Contest gewinnen sollte. EBU-Mediendirektorin Annika Nyberg Frankenhaeuser betonte während des ESC, darüber müsse diskutiert werden, wenn eine solche Situation eintrete. In diesem Jahr war Weißrussland im Halbfinale ausgeschieden.

Roman Lob landet auf Platz acht

Der 21-jährige Roman Lob repräsentiert Deutschland in BakuRoman Lob aus Deutschland belgte den achten Platz (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)Der nächste Song Contest wird nun in Schweden stattfinden. Mit dem mystischen Lied "Euphoria" erhielt die schwedische Sängerin Loreen im Finale insgesamt 372 Punkte und lag damit 113 Punkte vor der zweitplatzierten russischen Oma-Gruppe Buranowskije Babuschki "Party for Everybody").

Der deutsche Teilnehmer Roman Lob kam mit seiner Ballade "Standing Still" auf Rang acht. Er erreichte damit ein besseres Ergebnis als die ESC-Gewinnerin von 2010, Lena Meyer-Landrut, im vergangenen Jahr. Sie war in Düsseldorf nur Zehnte geworden. "Ich bin super happy", sagte Lob nach dem Finale.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

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