Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Schweres Nachbeben erschüttert Haiti

Deutschland erhöht Soforthilfe auf 10 Mio. Euro

Blick auf eine zerstörte Kathedrale in Port-au-Prince, Haiti. (AP)
Blick auf eine zerstörte Kathedrale in Port-au-Prince, Haiti. (AP)

Gut eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti hat ein schweres Nachbeben das Land erschüttert. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte erreichte es die Stärke 6,1. Das Zentrum lag etwa 60 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Port-au-Prince. Dort liefen zahlreiche Menschen in Panik auf die Straßen. Über weitere Opfer oder Schäden ist noch nichts bekannt.

Die Bundesregierung erhöht die deutsche Soforthilfe für Haiti auf zehn Millionen Euro. Dem UNO-Welternährungsprogramm würden weitere 2,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstagabend im ZDF an.

Zuvor hatte Berlin schon 7,5 Millionen Euro und eine Beteiligung an den Hilfen der Europäischen Union zugesagt. Frau Merkel versicherte, dass sich Deutschland nicht nur kurzfristig für Haiti einsetzen werde.

UNO: Lage vor Ort unter Kontrolle

Zahlreiche Menschen haben in Port-au-Prince und Umgebung weiterhin weder Nahrung und Trinkwasser. Viele Verletzte warten noch auf medizinische Versorgung. Zur besseren Versorgung der Bevölkerung richtete das Welternährungsprogramm eine Luftbrücke ein. Das Technische Hilfswerk arbeitet an der Trinkwasserversorgung für 30.000 Menschen.

Nach Darstellung der Vereinten Nationen ist die allgemeine Lage in Haiti ungeachtet vereinzelter Plünderungen unter Kontrolle. Der Wiederaufbau Haitis wird nach Schätzung von Politikern der Region rund fünf Jahre dauern und etwa zehn Milliarden Euro kosten. Nach jüngsten Angaben der haitianischen Regierung kamen mindestens 75.000 Menschen bei dem Erdbeben ums Leben.

Audio: Zur aktuellen Lage auf Haiti: Peter Zangl, Leiter des EU-Amtes für humanitäre Hilfe (ECHO)

Spendenkontenübersicht - Hilfe für die Opfer des Erdbebens in Haiti

Audio: Spenden für Erdbebenopfer in Haiti - Können Geldgeber auf seriöse Verwendung vertrauen?

UNO schickt weitere 3.500 Blauhelm-Soldaten und Polizisten nach Haiti

Die Vereinten Nationen verstärken ihr Engagement in Haiti. Der Sicherheitsrat in New York beschloss, weitere 3.500 Soldaten und Polizisten in das Erdbebengebiet zu entsenden. Sie sollen dazu beitragen, die Sicherheitslage zu stabilisieren und beim Wiederaufbau des Landes zu helfen. Derzeit haben die Vereinten Nationen etwa 9000 Blauhelm-Soldaten und internationale Polizeikräfte in Haiti stationiert. Um 22 Uhr 53 erinnerten Diplomaten und Mitarbeiter der UNO in New York mit einer Schweigeminute an die Opfer der Natur-Katastrophe.

Die Vereinten Nationen gedenken ihrer Toten in Haiti

In New York hat die Belegschaft der Vereinten Nationen ihrer beim Erdbeben in Haiti getöteten Kollegen gedacht. Genau eine Woche nach der Katastrophe legte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon in der Lobby der Generalversammlung einen Kranz nieder. Hunderte Angestellte hielten in einer Gedenkminute inne. Das UNO-Quartier in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince war bei dem Beben eingestürzt. Bisher wurden in den Trümmern 50 UNO-Mitarbeiter tot geborgen, weitere 500 werden noch vermisst.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 23:10 Uhr Das war der Tag

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 23:30 Uhr Kulturnachrichten

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

RassismusDie Kindheit eines südafrikanischen Comedian

Trevor Noah beim Screening der Comedy-Show The Daily Show With Trevor Noah auf dem PaleyFest New York 2016 im Paley Center for Media. New York Foto:xD.xVanxTinex/xFuturexImage Trevor Noah the Screening the Comedy Show The Daily Show With Trevor Noah on the PaleyFest New York 2016 in Paley Center for Media New Yor Photo XD xVanxTinex xFuturexImage (imago stock&people)

Seit 2015 moderiert Trevor Noah eine erfolgreiche Show beim US-amerikanischen Sender Comedy Central. Geboren als Kind einer schwarzen Mutter und eines weißen Vaters in Südafrika ist Rassismus sein Hauptthema. Mit "Farbenblind" legt der erst 33-Jährige seine Memoiren vor.

"Hauptstadtfußball" im Stadtmuseum BerlinNeue Zielgruppen anlocken

Ausstellung über Hertha BSC in Berlin - viele der Ausstellungsstücke stammen von Fans (picture alliance / dpa / XAMAX)

Vor anderthalb Jahren ist Paul Spies als neuer Direktor angetreten, um das Stadtmuseum Berlin zu modernisieren. Der niederländische Kunsthistoriker möchte neue Zielgruppen anlocken. Ein Thema, das ihm dabei helfen könnte, ist der Fußball.

Digitale Ausstattung für Schulen"Riesenpaket an offenen Fragen"

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) (picture alliance / dpa / Ole Spata)

Vor der Sommerpause verabschiedete die Große Koalition die Eckpunkte zum Haushalt 2018: Darin fehlt der seit 2016 versprochene Digitalpakt für Schulen. Viele Fragen zur IT-Ausstattung seien offen, sagte Bildungsministerin Johanna Wanka, im Dlf. Die Nutzung im Unterricht müsse erst auf Arbeitsebene geklärt werden.

#DeineWahl - YouTuber fragen die KanzlerinMerkel im Neuland

(picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)

Knapp fünf Wochen vor der Bundestagswahl stellte sich Kanzlerin Angela Merkel heute eine Stunde lang den Fragen von vier YouTubern. Nadine Lindner aus unserem Hauptstadtstudio findet: "Es war eine unterhaltsame Stunde."

SommerserieGerechtigkeit - jeder will sie, keiner kriegt sie?

Zwei Männer sitzen sich auf einer zerbrochenen Wippe über einer Euromünze gegenüber (imago stock&people)

Gerechtigkeit ist eines der wesentlichen Themen im Bundestagswahlkampf. Die Parteien diskutieren und positionieren sich. Aber wie gerecht geht es heute tatsächlich zu? Was macht der Staat, um Gerechtigkeit zu fördern und was unterlässt er?

Gewalt in Charlottesville"Das ist der typische Trump-Sound"

US-Präsident Trump spricht im Weißen Haus in Washington ins Mikrofon. (AP Photo / Evan Vucci)

US-Präsident Trump hat seine erste Reaktion auf die Gewalt bei der Rassisten-Kundgebung in Charlottesville verteidigt und erneut beiden Seiten die Schuld gegeben. Das war das Härteste, was Trump bisher vom Stapel gelassen habe, so Politikwissenschaftler Jan Techau.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

USA  Trump löst Beratergremien auf | mehr

Kulturnachrichten

Bands boykottieren Berliner Pop-Kultur Festival  | mehr

 

| mehr