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Schwierige Regierungsbildung erwartet

Regierungschef Thaci erklärt sich zum Sieger der Parlamentswahlen im Kosovo

Kosovos Ministerpräsident Thaci lässt sich von seinen Anhängern feiern (AP)
Kosovos Ministerpräsident Thaci lässt sich von seinen Anhängern feiern (AP)

Bei der Parlamentswahl im Kosovo hat die Demokratische Partei von Regierungschef Hashim Thaci offenbar die meisten Stimmen gewonnen. Nach einer neuen Wählerbefragung kam die PDK auf knapp 31 Prozent, gefolgt von der Demokratischen Liga mit 26 Prozent. Die beiden Parteien standen bislang in einer Koalition zusammen, haben sich inzwischen aber überworfen. Dem Kosovo dürfte damit eine schwierige Regierungsbildung bevorstehen.

Gut 12 Prozent erhielt die frühere Studentenbewegung Vetevensoje. Elf Prozent erreichte die Partei des einstigen Rebellenführer Haradinaj, der sich vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verantworten muss. Wann die staatliche Wahlkommission offiziell die Abstimmungsergebnisse bekanntgibt, ist noch offen.

Die Wahlbeteiligung lag bei circa 48 Prozent, rund zehn Prozent mehr als bei der letzten Wahl.

Als ein Referendum für eine europäische Zukunft bewertete Regierungschef Hashim Thaci das Ergebnis noch in der Nacht. Eine ungewöhnlich hohe Zahl von Wahlbeobachtern hatte die Urnenauszählung verfolgt. Darunter auch Doris Pack, CDU-Abgeordnete im Europaparlament und Wahlbeobachterin im Kosovo. Ihr Urteil fällt im Großen und Ganzen positiv aus. "Im Vergleich zu vorangehenden Wahlen gibt es eine wirkliche Verbesserung", sagte sie.

Der ehemalige UN-Sonderbotschafter für das Kosovo, Albert Rohan, hat von der Europäischen Union nachdrücklich verlangt, sich mehr für den Balkanstaat einzusetzen. Dass die kommende EU-Visa-Freiheit nicht für die Kosovaren gilt, ist für ihn eine "Schande", sagte Rohan in Deutschlandradio Kultur.


2010: Den Haag: Unabhängigkeitserklärung Kosovos verstößt nicht gegen Völkerrecht

2008: Deutschland erkennt Kosovo an

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

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