Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Seehofer will über CSU-Vorsitz mit sich reden lassen

Stoiber regelt seine Nachfolge in Einzelgesprächen mit Spitzen der Partei

Horst Seehofer verzieht während des Eröffnungsrundganges zur "Grünen Woche 2007" vor dem Genuss eines Schnapses das Gesicht. (AP)
Horst Seehofer verzieht während des Eröffnungsrundganges zur "Grünen Woche 2007" vor dem Genuss eines Schnapses das Gesicht. (AP)

Im Rennen um die Nachfolge des CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber hält Parteivize Horst Seehofer eine einvernehmliche Lösung für möglich. "Es finden einige Gespräche statt", sagte er in Berlin. "Ob wir vor dem Parteivorstand am Montag eine einvernehmliche Lösung erreichen, werden wir sehen." Neben Bundesverbraucherschutzminister Seehofer hat auch der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber Anspruch auf den CSU-Vorsitz erhoben.

In der "Passauer Neuen Presse" hatte Seehofer zuvor erneut eine Kampfkandidatur nicht ausgeschlossen. "Ich würde das Votum der Parteibasis nicht scheuen", sagte der CSU-Vize. Die in den kommenden Wochen anstehenden Führungswahlen in den Parteiverbänden seien "für mögliche Kandidaten eine gute Gelegenheit, sich an der Basis zu präsentieren".

Die Nachfolge Stoibers im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten scheint unterdessen entschieden. Landtagspräsident Alois Glück, Mitglied im CSU-Präsidium, sagte im Deutschlandfunk, zum bayerischen Innenminister Günther Beckstein (CSU) gebe es keine Alternative. Einen Konkurrenzkampf um das Amt des Parteichefs halt er für unproblematisch. Es sei auch klar, dass die CSU-Landesgruppe im Bundestag "eine ganz wesentliche Rolle dabei spielen wird".

Seehofer reist nicht nach München

Stoiber wollte am Freitagnachmittag in Einzelgesprächen mit maßgeblichen CSU-Spitzenpolitikern über seine Nachfolge beraten. Seehofer sagte, er selbst werde wegen Verpflichtungen auf der Grünen Woche in Berlin nicht zu den Gesprächen nach München fliegen. Nach Angaben der Staatskanzlei ist aber ein ausführliches Telefonat mit dem Bundesminister geplant.

Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel geht nach eigenen Worten davon aus, dass über den CSU-Vorsitz auf einem Parteitag entschieden wird. Huber und Seehofer hätten unterschiedliche Schwerpunkte, sagte Goppel im Deutschlandradio Kultur. Die Entscheidung über den CSU-Vorsitz müsse ein Votum für den inhaltlichen Schwerpunkt sein.

Der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) erwartet eine schnelle Nachfolgeregelung für Stoiber. "Das wird nicht sehr lange dauern, dann sind die Dinge entschieden", sagte Biedenkopf im Deutschlandfunk. Der 65 Jahre alte Stoiber hatte am Donnerstag nach wochenlangen parteiinternen Querelen erklärt, am 30. September als Ministerpräsident zurückzutreten und auch nicht mehr für den CSU-Vorsitz zu kandidieren.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:20 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

HochschulenMisstrauen unter türkischstämmigen Studenten

Rotes Schloss, im Vordergrund eine grüne Wiese, auf der eine kleine Gruppe Menschen sitzt. (dpa/picture alliance/Daniel Kalker)

Das harte Vorgehen der türkischen Behörden sorgt auch an deutschen Hochschulen für Unruhe. Die meisten türkischen Studenten winken ab, wenn man sie nach ihrer Meinung fragt. Offene Gespräche sind kaum noch möglich. Es gibt Angst, als Staatsfeind oder Verräter angefeindet zu werden.

Afrika-Historiker Jürgen ZimmererZähe Verhandlungen um Völkermord an den Herero

Jürgen Zimmerer - Afrika-Historiker und Genozid-Forscher an der Universität Hamburg.  (privat)

Während des Herero-Nama-Kriegs vor über 100 Jahren töteten deutsche Kolonialtruppen rund 100.000 Einheimische. Die Bundesregierung habe sich schwergetan, von Völkermord zu sprechen, sagt der Afrika-Historiker Jürgen Zimmerer.

Rolle der MedienIm Wettlauf um Meldungen bleibt kaum Zeit zur Prüfung

Kurz nach den ersten Schüssen im Olympia-Einkaufszentrum twitterten Augenzeugen und luden Videos vom Tatort hoch. Klassische Nachrichtenmedien geraten dadurch unter Zugzwang, denn von ihnen wird erwartet, dass sie genauso schnell reagieren.

Amoklauf von München"Einsatz der Bundeswehr hätte nicht weitergeholfen"

Sie sehen die Grünen-Politikerin Irene Mihalic (dpa / picture alliance / Maurizio Gambarini)

Nach dem Amoklauf von München hat die Grünen-Politikerin Irene Mihalic im DLF klargestellt, dass sie wenig davon hält, die Bundeswehr einzubeziehen. Die Polizei habe hervorragende Arbeit geleistet, auch in der Öffentlichkeitsarbeit.

München als mediales Ereignis Soziale Medien hysterisieren die Gesellschaft

Auf einem iPhone sind Hashtags, die als Reaktion auf die Schießerei in München gepostet wurden, zu sehen. Über die Hashtags "#München" und "#offenetür" gewährten Bewohner der Stadt nach der Schießerei anderen Menschen Unterschlupf. (picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand)

Bei Onlinemedien liegen Fluch und Segen nah beieinander, bestätigt Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Zwar seien die Sozialen Medien strukturell schneller, tragen aber auch zur Hysterisierung bei.

Unentdeckte LänderSchon mal auf dem Schiffsfriedhof in Karakalpakstan gewesen?

Nein? Dafür aber Dennis Gastmann. Der Entdeckungsreisende hat unsere Welt nach unbekannten Gegenden, weißen Flecken und vergessenen Welten durchforstet.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Türkei  Präsidentengarde wird aufgelöst - Gülen-Vertrauter festgenommen | mehr

Kulturnachrichten

Seehofer sagt Staatsempfang bei den Bayreuther Festspielen ab  | mehr

Wissensnachrichten

Politiker in Deutschland  Regierungsbänke ohne Muslime | mehr