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Seehofer: "Wir sind wieder da!"

Reaktionen zur Landtagswahl

Ministerpräsident Horst Seehofer feiert den CSU-Wahlsieg. (dpa / Michael Kappeler)
Ministerpräsident Horst Seehofer feiert den CSU-Wahlsieg. (dpa / Michael Kappeler)

Im CSU-Hauptquartier herrschte großer Jubel, als der alte und vermutlich neue Ministerpräsident Horst Seehofer vor seine Parteifreunde trat. Der Spitzenkandidat sprach von einem "großen Vertrauensbeweis". Der unterlegene SPD-Herausforderer Christian Ude gratulierte Seehofer.

"Das ist ein großartiger Wahlerfolg", sagte Horst Seehofer vor seinen begeisterten Anhängern. "Jeder zweite Bayer und jede zweite Bayerin hat uns gewählt. Damit ist das Jahr 2008 Geschichte", sagte er unter Anspielung auf den Verlust der absoluten Mehrheit vor fünf Jahren. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis hat die CSU 47,7 Prozent der Stimmen bekommen.

Seehofer bestätigte am Abend, dass er seine Forderung nach einer Autobahnmaut für Ausländer aufrechterhalten werde: "Was ich im Wahlkampf gesagt habe, werde ich umsetzen."

Der Spitzenkandidat der bayerischen SPD, Christian Ude, am Abend der Landtagswahl 2013. (picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand)Christian Ude sieht eine Trendwende. (picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand)Gemischte Gefühle herrschten am Abend bei der SPD. Sie kam auf 20,6 Prozent der Stimmen und schnitt damit besser ab als 2008. SPD-Spitzenkandidat Christian Ude wünschte Seehofer eine glückliche Hand. Er sprach zugleich von einer Trendwende.

Die Sozialdemokraten hätten Stimmen hinzugewonnen - dies sei keine Selbstverständlichkeit gewesen. Die Fraktion könne nun mit mehr Mandaten im Landtag ihre Arbeit machen. Im Rückblick auf die vergangene Wahlperiode sagte Ude: "Die CSU musste bei der SPD abschreiben, um auf die Höhe der Zeit zu kommen. Wir nehmen das als Kompliment."

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Margarete Bause, zeigte sich in einer ersten Reaktion enttäuscht: "Wir haben uns mehr erwartet [und] unsere Wahlziele leider nicht erreicht. " Die Grünen hätten es nicht geschafft, die absolute Mehrheit der CSU zu verhindern oder Regierungsverantwortung zu übernehmen.

FDP spricht von schmerzlicher Niederlage

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) nannte die Niederlage der Liberalen schmerzlich und enttäuschend. Die FDP habe fünf Jahre lang erfolgreich in der Koalition mit der CSU gearbeitet. "Wir hätten mit unseren Erfolgen die Regierung gerne fortgeführt", sagte Zeil am Sonntagabend.

Hubert Aiwanger, der Spitzenkandidat der Freien Wähler, betonte, dass seine Partei drei Mal so stark wie die FDP abgeschnitten habe. "Wir lassen die Ärmel hochgekrempelt und arbeiten weiter", so Aiwanger.

Programmtipp: Unsere Presseschauanalysiert heute das Wahlergebnis. "Bayern bringt die Große Koalition", vermutet die "Berliner Zeitung" mit Blick auf die Bundestagswahl. "Um Seehofer im Zaum zu halten, braucht Merkel einen starken Partner (...) Wer Merkel gegen den starken Bayern helfen kann, ist die SPD."

Bundesparteien erhoffen sich Signalwirkung

Die Spitzen der Bundesparteien beurteilen den Ausgang der Landtagswahl in Bayern als wichtig auch für die Bundestagswahl am kommenden Sonntag; sie setzen bei ihrer Bewertung allerdings unterschiedliche Akzente.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer, sagte, die absolute Mehrheit für die CSU bringe den notwendigen Schwung für die Bundestagswahl. FDP-Chef Philipp Rösler nannte das Ausscheiden aus dem bayrischen Landtag einen Weckruf für alle Liberalen. Die Partei müsse jetzt alle Kräfte mobilisieren.

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück ist optimistisch für die Bundestagswahl (dpa / Kai Nietfeld)SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück ist optimistisch für die Bundestagswahl. (dpa / Kai Nietfeld)SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück erkannte in seiner Analyse Rückenwind für die Sozialdemokraten: "Wir wissen, dass die SPD bei einer Bundestagswahl immer noch deutlich besser abschneidet als bei einer Landtagswahl und umgekehrt die CDU immer deutlich schlechter abschneidet als bei einer Landtagswahl."

Der Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth war wichtig, dass Schwarz-Gelb die Bayern-Wahl nicht gewonnen habe. Dies sei nun auch das Ziel für den kommenden Sonntag. Zum Wahlabend sagte Roth: "Wir sind enttäuscht, wir haben uns wirklich mehr erhofft."

Matthias Höhn, der Bundesgeschäftsführer der Linken, sagte im ARD-Fernsehen: "Bayern heute hat uns nicht gefreut, ohne Frage." Für die Wahlen in Hessen und im Bund sehe er aber ein besseres Ergebnis für seine Partei.

Die aktualisierten Zahlen finden Sie laufend hier zusammengestellt.

Informationen rund um die Bundestagswahl 2013 im Wahlblog des Deutschlandfunks.


Mehr auf dradio.de:

CSU kann in Bayern allein regieren - Partei holt bei Landtagswahl absolute Mehrheit zurück

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:17 Uhr

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