Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Serie von Bombenanschlägen auf Schiiten im Irak

Weit über 100 Tote nach Explosionen in Kerbela und Bagdad

Nach dem Anschlag auf Feiernde des Aschura-Festes  in Kerbela
Nach dem Anschlag auf Feiernde des Aschura-Festes in Kerbela (AP)

Im Irak sind bei mehreren Anschlägen auf schiitische Gläubige zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Der von den USA eingesetzte provisorische Regierungsrat gab die Opferzahl mit mindestens 125 an, während in anderen nicht offiziell bestätigten Berichten von etwa 140 Toten die Rede ist. Nach Angaben von Augenzeugen habe es sich um Selbstmordattentate gehandelt. Der Regierungsrat ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Ein Sprecher erklärte in der irakischen Hauptstadt, Terroristen zielten offensichtlich darauf ab, das Land durch sektiererischen Hass zu destabilisieren.

Die amerikanische Regierung verurteilte die Serie von Anschlägen scharf. Regierungssprecher Mc-Clellan sagte in Washington, denjenigen, die hinter den Attentaten steckten, werde es nicht gelingen, die friedliche und demokratische Zukunft des irakischen Volkes zu unterhöhlen.

In Kerbela nahmen Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben inzwischen zwei Verdächtige fest. Die Detonationen in der Stadt ereigneten sich in der Nähe einer heiligen Stätte der Schiiten. Zum Aschura-Fest haben sich in Kerbela Hunderttausende Pilger versammelt.

40 Tote bei Anschlag in Pakistan

Auch in Pakistan wurde ein Anschlag auf schiitische Gläubige verübt. In Quetta kamen bis zu 40 Menschen bei einem Überfall auf eine Prozession ums Leben. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre, um Übergriffe zwischen Angehörigen der sunnitischen und der schiitischen Religionsgemeinschaft zu verhindern. Dennoch gingen in der Millionenstadt kurz darauf eine sunnitische Moschee und Geschäfte in Flammen auf. Hinweise auf eine Zusammenhang mit den Anschlägen im Irak gibt es aber nach Behördenangaben nicht. In der Region ereigneten sich in der Vergangenheit schon öfter religiös motivierte Gewalttaten.

Einigung auf Übergangsverfassung

Am Montag hat sich der provisorische Regierungsrat auf eine Übergangsverfassung für den Irak verständigt. Wie in Bagdad mitgeteilt wurde, wird darin der Islam als Staatsreligion und als eine von mehreren Quellen für die Rechtsordnung bezeichnet. Zudem ist festgehalten, dass künftige Gesetze nicht den Werten des Islam und den Menschenrechten zuwider laufen dürfen. Akzeptiert wurde auch eine föderale Struktur für den Irak. Die Übergangsverfassung soll am kommenden Mittwoch formell unterzeichnet werden und bis zu allgemeinen Wahlen gültig sein.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:04 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 17:30 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:30 Uhr Kulturnachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Zuwanderung "Die soziale Hängematte ist nicht nachweisbar"

Am Busbahnhof der bulgarischen Hauptstadt Sofia besteigen am 1. Januar 2014 Leute einen Bus nach London über Deutschland und Frankreich. 

Der ehemalige EU-Beauftragte für Südosteuropa, Erhard Busek, plädierte im DLF für eine geregelte Öffnung der westeuropäischen Arbeitsmärkte. Der angebliche Zuzug in die Sozialsysteme werde von bestimmten Gruppen hochgepuscht.

KochkunstEinfach, aber perfekt

Küchenchef Thomas Bühner steht am 07.11.2011 in seinem Restaurant "La Vie" in Osnabrück. Der Koch wurde mit dem dritten Michelin-Stern ausgezeichnet. Damit gehört seine Gaststätte zu den besten der Welt.

Mit seinen drei Michelin-Sterne zählt das "La Vie" in Osnabrück zu den besten der Welt. Inhaber Thomas Bühner setzt nicht nur auf exotische Kreationen, sondern tüftelt auch an einfachen Gerichten. Doch manchmal scheitert er gerade an ihnen.

GriechenlandAufbruchsstimmung in Thessaloniki

Lange Zeit hat sich in Thessaloniki nicht viel bewegt: Die Stadt hatte Probleme mit dem Haushalt, der Müllentsorgung und der illegalen Einwanderung. Dann kam die Euro-Krise - und in der Stadt hat sich etwas zum Guten gewendet.

Unabhängigkeitsreferendum"Fehleinschätzung von David Cameron"

Eine PErson hält mehrere Papierflaggen in der Hand. Sowohl welche mit Schottlands Wappen als auch dem Union Jack.

Der Ausgang des schottischen Referendums ist ungewiss. Ein Ja würde zu einem politischen Erdbeben in Großbritannien führen, sagte Antony Glees, Politologe an der Buckingham University, im DLF. Auch in Wirtschaft und Sicherheit würde es Umwälzungen geben.

Stiftung WarentestStaatliche Tester seit fünf Jahrzehnten

Für manche Verbraucher sind sie Testurteile der Stiftung Warentest kaufentscheidend.

Vor 50 Jahren gründete die Bundesregierung mit der "Stiftung Warentest" eine Institution, die den Verbrauchern sachliche und unabhängige Informationen über Waren liefern sollte. Nicht immer sind die Tests unumstritten.

ÖlpreisKriege, Krisen und das Öl fließt

Es ist lange Zeit eine Binsenweisheit gewesen: Bei Krisen in Ölförder-Regionen steigt der Ölpreis. Aber obwohl es im Nahen Osten gleich eine ganze Reihe von Konflikten gibt, ist der Ölpreis gerade ziemlich niedrig. Das lässt sich erklären.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Russland kündigt  Truppenaufstockung auf der Krim an | mehr

Kulturnachrichten

Neuer Viadrina-Präsident  wird Slawist Wöll | mehr

Wissensnachrichten

Forschung  Mikroskop für Smartphones zum Selberdrucken entwickelt | mehr