Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Seuchengefahr auf Haiti steigt

Hilfe im Erdbebengebiet läuft nur langsam an

Ein spanischer Helfer birgt ein zweijähriges Kind aus den Trümmern. (AP)
Ein spanischer Helfer birgt ein zweijähriges Kind aus den Trümmern. (AP)

Drei Tage nach dem Erdbeben in Haiti steigt die Gefahr, dass sich Seuchen ausbreiten. Im Stadtgebiet von Port-au-Prince liegen noch zahlreiche Leichen. Die Bergung der Toten kommt nur langsam voran.

Auf einem Friedhof begannen Baufahrzeuge, ein Massengrab auszuheben. Vor der Leichenhalle des Zentralkrankenhauses wurden mehrere 100 Tote zusammengetragen.

Es sei nur eine Frage der Zeit, dass Seuchengefahr drohe, sagt ZDF-Reporter Christoph Röckerath (Audio)über die Lage in Port-au-Prince. Viele Menschen trügen einen Mundschutz, da in den Trümmern immer noch viele Leichen lägen. Ein Sprecher der UNO-Friedensmission sagte, die Bevölkerung werde langsam wütender und ungeduldiger.

Inzwischen landen fast minütlich Flugzeuge mit Hilfsgütern in Haiti (Tagesschau-Video). Deren Verteilung komme aber wegen der zu großen Teilen zerstörten Infrastruktur nur langsam voran, sagte die Haiti-Koordinatorin der Welthungerhilfe, Regina Tauschek.

Bildergalerie

Noch keine verlässlichen Opferzahlen

Amateurfoto nach dem bislang stärksten Erdbeben in Haiti (AP)Das bislang stärkste Erdbeben auf Haiti (AP)Über die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden sind noch keine Einzelheiten bekannt. Präsident René Preval sprach von möglicherweise mehreren 10.000 Toten. Das haitianische Rote Kreuz rechnet mit 45.000 bis 50.000 Toten. In Port-au-Prince sind nach Augenzeugenberichten 40 Prozent der Gebäude zerstört, darunter Krankenhäuser und Schulen. Die Energie- und Wasserversorgung ist weitgehend zusammengebrochen.


Spendenkontenübersicht - Hilfe für die Opfer des Erdbebens in Haiti

Haiti - seit Jahren ein geschundenes Land unter UN-Aufsicht

Haiti war bis 1934 von den USA besetzt. Danach herrschte der Diktator-Clan der Duvaliers, der das Land politisch und wirtschaftlich ruinierte. 1986 putschte das Militär Jean-Claude Duvalier aus dem Amt. 1990 wurde der Priester und Hoffnungsträger Jean-Bertrand Aristide bei den ersten freien Präsidentschaftswahlen des Landes zum Staatspräsidenten gewählt. Ein Jahr später verlor er durch einen Militärputsch sein Amt. Mithilfe der USA konnte Aristide 1994 als Präsident in sein Land zurückkehren. 1996 musste er sein Amt an René Préval übergeben, da eine zweite Amtszeit nicht möglich war. Die innenpolitische Lage blieb instabil. Auch der Einsatz einer UNO-Friedenstruppe, der United Nations Stabilization Mission in Haiti, MINUSTAH,(englischsprachig), änderte daran nichts. Haiti gilt als das Armenhaus der Karibik und als ein Staat, der als solcher schon lange nicht mehr funktioniert.

Die geologischen Hintergründe des Karibikbebens (Forschung Aktuell)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:10 Uhr Sprechstunde

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 10:05 Uhr Lesart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

"March for our lives"Das Gesicht des Protests

Emma Gonzalez, Schülerin der Marjory Stoneman Douglas High School und Überlebende des Amoklaufs von Parkland. Beim "March for our Lives" am 24. März wollen sie nach Washington marschieren und schärfere Waffengesetze fordern.  (AFP / Rhona Wise)

Nicht nur Trauer, auch immer mehr Wut bricht sich Bahn: über die laschen Waffengesetze und Politiker, die sich von der Waffenlobby schmieren lassen. "Schämt Euch!", das ist die Botschaft von Emma Gonzalez, die das Massaker mit 17 Toten in Florida überlebt hat. Jetzt ruft sie zum Marsch auf Washington.

Ex-Generalsinspekteur"Die Bundeswehr wird ganz gezielt von der Politik vernachlässigt"

Harald Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzender des Nato-Militärausschusses. (imago / Jürgen Heinrich)

Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, fordert eine Kurskorrektur bei der Ausstattung der Truppe. Für das Material der Bundeswehr müsse deutlich mehr Geld ausgegeben werden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen habe völlig falsche Akzente gesetzt, sagte Kujat im Dlf.

SPD-MitgliederentscheidMein Nein zur GroKo

SPD-Anhänger halten am 21.01.2018 ein Schild mit der Aufschrift "#NoGroko" bei einer Demonstration vor dem WCCB beim außerordentlichen SPD-Parteitag in Bonn (Nordrhein-Westfalen). (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Soll die SPD erneut in eine Koalition mit der Union eintreten? Darüber dürfen ab heute die Parteimitglieder entscheiden. Auch Nicol Ljubic darf abstimmen und für ihn ist klar: Eine Neuauflage der GroKo muss verhindert werden.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien  Angriffe auf Rebellenenklave Ghuta gehen laut Opposition weiter | mehr

Kulturnachrichten

Mexiko: Maya-Relikte in Unterwasserhöhlen gefunden | mehr

 

| mehr