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Siemens streicht 15.000 Stellen

Neuer Konzernchef will weiter Milliarden einsparen

Siemens (dpa / Peter Kneffel)
Siemens (dpa / Peter Kneffel)

Deutschlands größter Elektrokonzern verschärft seinen Sparkurs. Siemens will nach eigenen Angaben weltweit 15.000 Stellen abbauen, davon 5000 in Deutschland.

Es werde keine betriebsbedingten Kündigungen in Deutschland geben, sagte ein Unternehmenssprecher. Auch im Ausland werde dies angestrebt. Den Betroffenen würden Altersteilzeitmodelle oder Abfindungen angeboten. In Deutschland trifft der Stellenabbau am heftigsten den Industriesektor: Hier fallen rund 2000 Arbeitsplätze an verschiedenen Standorten weg. Jeweils 1400 Jobs werden in den Sektoren Energie sowie Infrastruktur & Städte gestrichen, der Rest entfällt auf die Zentrale, wie es bei dem Unternehmen heißt.

Joe Kaeser soll bei Siemens übernehmen. (picture alliance / dpa / Stephan Goerlich)Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser (picture alliance / dpa / Stephan Goerlich)Mit dem Programm "Siemens 2014" wollte der Konzern ursprünglich insgesamt mehr als sechs Milliarden Euro einsparen. Doch die Renditeziele schienen unerreichbar; der langjährige Siemens-Boss Peter Löscher musste im Juli gehen. Der neue Vorstandschef Joe Kaeser kündigte an, dass er das Programm zwar nicht aufgeben, aber im Herbst präzisieren will.

Mit dem Monat September endet das Geschäftsjahr 2012/13. Bezüglich der Arbeitsplätze sei das Sparprogramm nach Angaben des Unternehmenssprechers bereits etwa zur Hälfte umgesetzt worden. Dennoch sei die Gesamtzahl der Stellen in etwa unverändert geblieben. Am Ende des Geschäftsjahres 2011/12 hatte der Konzern rund 370.000 Beschäftigte weltweit, davon 119.000 in der Bundesrepublik.

Arbeitnehmervertreter empört

Arbeitnehmervertreter reagieren umgehend und empört auf die Nachricht. "Den Arbeitnehmervertretern wurde nie eine Gesamtzahl über den Abbau bekanntgegeben, daher sind wir überrascht und maßlos verärgert", erklärt Siemens-Gesamtbetriebsratschef Lothar Adler. Von der Ruhe im Konzern, die sich Kaeser bei seinem Amtsantritt vor nur zwei Monaten zum Ziel gesetzt hatte, ist weiter keine Spur. Bei Siemens müsse endlich "der Mensch und nicht nur die Marge im Mittelpunkt" stehen, sagte Adler.

Siemens hatte im vergangenen Geschäftsjahr trotz kräftiger Umsatzzuwächse weniger Gewinn gemacht. Allein das Solargeschäft, von dem sich der Konzern trennen wird, machte 595 Millionen Euro Verlust.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:18 Uhr

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