Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Snowden-Dokumente belasten britischen Geheimdienst

GCHQ soll Daten von Telekom-Kunden angezapft haben

Hauptquartier des britischen Geheimdienstes "Government Communications Headquarters" (GCHQ) in Cheltenham (picture alliance / dpa / Barry Batchelor)
Hauptquartier des britischen Geheimdienstes "Government Communications Headquarters" (GCHQ) in Cheltenham (picture alliance / dpa / Barry Batchelor)

Der britische Geheimdienst GCHQ hat laut Medienberichten Zugriff auf nahezu den gesamten europäischen Internetverkehr. Der Dienst überwacht demzufolge mehrere Glasfaserkabel - von denen zwei der Deutschen Telekom gehören.

Edward Snowdens nächster Streich: Dokumente des Whistleblowers belegen, dass der britische Geheimdienst mehrere Glasfaserkabel überwacht – darunter auch zwei der Deutschen Telekom. Das berichten der NDR und die "Süddeutsche Zeitung". Demnach wäre der größte britische Spionagedienst wesentlich tiefer in den weltweiten Abhörskandal verwickelt als bislang angenommen.

Beide Medien hätten Unterlagen einsehen können, die die britische Zeitung "Guardian" jüngst auf Druck der britischen Regierung vernichtet hatte. Die Unterlagen stammten laut "SZ" aus dem internen Informationssystem des GCHQ. Daraus gehe hervor, dass der Dienst neben dem Überseekabel TAT-14 noch weitere 13 Glasfaserverbindungen anzapfe.

Deutsche Internetnutzer besonders betroffen

In besonderem Umfang betreffe dies Daten deutscher Internetnutzer. Hier habe der GHCG Zugriff auf zwei Transatlantik-Kabel, auf eine der wichtigsten Verbindungen nach Ostasien sowie das innereuropäische Kabel PEC. Somit könne der Dienst in vielen Fällen auch E-Mail-Kommunikation innerhalb Europas und sogar innerhalb Deutschlands mitlesen. "Viele Onlinedienste haben ihre Server für den europäischen Markt in England oder Irland stehen. Und auch da geht der deutsche Verkehr dann über Großbritannien", sagt der Computer-Experte Jörg Schieb im NDR-Fernsehen.

Um an die Informationen zu gelangen, die durch das Glasfaserkabel laufen, müssen Geheimdienste physischen Zugriff zu dem Kabel haben. Das setzte offenbar ein neues Maß an Kooperation von Telekommunikationsfirmen voraus. Laut NDR beweisen die Unterlagen, dass einige der Anbieter nicht nur Software für das Ausspähen programmiert haben. So habe British Telecommunications auch eine eigene Hardware-Lösung entwickelt, um dem Dienst das Datensammeln zu ermöglichen. Der Geheimdienst habe alle Metadaten für bis zu 30 Tage, die Inhalte für drei Tage gespeichert. Intern spreche das GCHQ dabei von "slowing down the internet", der Verlangsamung des Webs. Das GCHQ hat stets betont, sich bei seinen Abhöraktionen an das Gesetz zu halten.


Mehr zum Thema bei www.dradio.de:

NSA räumt Fehler ein -US-Geheimdienst spricht von "Pannen bei der Überwachung"

Fragwürdige Kooperation der Geheimdienste -US-Geheimdienst soll deutsche Datenschutzrichtlinien beachten

Zugriff auf Daten von Millionen Menschen - Neue NSA-Dokumente bekräftigen Vorwürfe gegen US-Geheimdienst

Snowden: NSA steckte "unter einer Decke mit den Deutschen" -Zusammenarbeit zwischen US-Geheimdienst und BND offenbar enger als bekannt

"Reporter ohne Grenzen" kritisiert Verhör in NSA-Affäre -Partner des NSA-Enthüllers und "Guardian"-Journalisten Greenwald festgehalten

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:16 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 18:15 Uhr Redaktionskonferenz

Aus unseren drei Programmen

Drucker-KaufVorsicht vor Zusatzkosten

Farbpatrone in einem Drucker (dpa/picture alliance/Heiko Wolfraum)

Bei der Wahl des Druckers spielt die Frage der Betriebskosten die entscheidende Rolle. Passable Drucker gibt es schon für 70 Euro zu kaufen, aber die wirklichen Kosten treten oft erst danach auf, zum Beispiel beim Kauf der Tintenpatronen oder Tonerkartuschen auf. Es kommt auf das eigene Nutzungsverhalten an, welcher Drucker dann der richtige ist.

IntegrationRekordwert junger Migranten bei der Berliner Polizei

Heidi, Berliner Polizistin mit türkischem Migrationshintergrund, posiert mit Kollegen. (dpa / picture-alliance / Rolf Kremming)

Der Anteil junger Migranten ist in der Berliner Polizei größer als in der Gesamtbevölkerung - ein Rekord. Ihre Fremdsprachenkenntnisse und das Wissen über andere Kulturen können bei der Arbeit hilfreich sein. In der Ausbildung lernen sie auch, wie sie ihre Körpersprache einsetzen.

KEGELBALLSMuschi-Hanteln für besseren Sex

Kegelballs gelten als Doping für die Muschi. Mit ihnen können Frauen ihre Beckenbodenmuskulatur trainieren und dadurch auch bessere und längere Orgasmen haben. Ob's stimmt? Wir haben den Langzeittest gemacht.

Frankreich-Wahl"Macron als Sozialliberaler genau der Richtige"

Emmanuel Macron nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses der ersten Wahlrunde um die französische Präsidentschaft. (Daniel Fouray/MAXPPP/dpa)

Der Ausgang der ersten Wahlrunde zur französischen Präsidentschaft sei eine gute Nachricht, sagte Alexander Graf Lambsdorff (FDP, Vize-Präsident des Europaparlaments. Er sei sich sehr sicher, dass Emmanuel Macron es schaffen und zum nächsten französischen Präsidenten gewählt werde. Macron stehe für eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs und habe gleichzeitig den sozialen Ausgleich im Blick.

Frankreich hat gewähltZwei Kandidaten, ein Schock

Unterstützer des französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron bejubeln in Paris mit französischen Flaggen die ersten Hochrechnungen.   (dpa Bildfunk / AP / Thibault Camus )

Emmanuel Macron und Marine Le Pen haben es bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich in den zweiten Wahlgang geschafft. Der Erfolg Le Pens heißt für den Geografen und Sozialwissenschaftler Boris Grésillon: Frankreich geht es schlecht.

Emanzipation und FeminismusGleichberechtigung - nicht nur Frauensache

Mit Plakaten und in historischen Gewändern erinnern Frauen der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) an die Wahlrechtsdemonstrationen der Suffragetten vor 100 Jahren. (picture alliance / dpa / Ralf Hirschberger)

Es gibt kein Übel, an dem der Feminismus nicht schuld ist. So sehen das zumindest dessen Kritiker. Das Gegenteil ist richtig: Gleichberechtigung zielt auf eine menschenfreundliche Kultur - und davon profitieren auch die Männer.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Loveparade-Veranstalter  "Strafprozess wird Klarheit bringen" | mehr

Kulturnachrichten

Journalist Del Grande in Türkei wieder frei  | mehr

 

| mehr