Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Snowden enthüllt Budget der US-Geheimdienste

Informant wird für seine NSA-Enthüllungen ausgezeichnet

Edward Snowden wird in Deutschland ausgezeichnet. (picture alliance / dpa / The Guardian Newspaper / FILE)
Edward Snowden wird in Deutschland ausgezeichnet. (picture alliance / dpa / The Guardian Newspaper / FILE)

Die einen jagen ihn, die anderen zeichnen ihn mit einem Preis aus: Edward Snowden wird heute der deutsche Whistleblower-Preis verliehen für seine Enthüllungen über die US-Geheimdienste. Die werden schon wieder durch neue Offenbarungen von ihm bloßgestellt.

Neue Enthüllungen des Ex-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden verschaffen einen Einblick in den streng vertraulichen Haushalt der US-Geheimdienste. Die Zeitung "Washington Post" hat auf ihrer Internetseite Auszüge des geheim gehaltenen "Black Budget" der US-Regierung veröffentlicht. Der Gesamtetat von umgerechnet 40 Milliarden Euro war bekannt, doch Snowden hat die Verteilung der Gelder im Detail aufgeschlüsselt.

Geheimdienste beschäftigen gut 107.000 Mitarbeiter

Demnach beantragte die Central Intelligence Agency (CIA) die größte Summe im aktuellen Haushaltsjahr, gefolgt von der National Security Agency (NSA), die auf die Abhörung elektronischer Kommunikation spezialisiert ist. Dahinter kommt das National Reconnaissance Office (NRO), das für Spionagesatelliten verantwortlich ist. Insgesamt arbeiten dem Bericht zufolge in den 16 US-Geheimdienstbehörden rund 107.000 Beschäftigte.

Edward Snowden hatte als externer IT-Mitarbeiter für die NSA gearbeitet und dabei Geheimdokumente der US-Geheimdienste abgegriffen. Unter anderem stellte er den Medien Dokumente zur flächendeckenden Überwachung des Internets durch die NSA zur Verfügung, die weltweit Empörung hervorriefen. Seit Mai ist Snowden auf der Flucht vor der US-Justiz, die ihn der Spionage beschuldigt. Zurzeit befindet sich der Enthüller in Russland, das ihm für ein Jahr Asyl gewährt hat.

Whistleblower-Preis für "mutige Taten" Snowdens

Für seine Arbeit bekommt Snowden heute einen Preis: Die deutsche Sektion der Antikorruptionsorganisation Transparency International und die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler zeichnen ihn als Whistleblower für seine Zivilcourage aus. Der Vorsitzende der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW), Ulrich Bartosch, sagte im Deutschlandradio Kultur, Snowden sei kein Verräter, sondern habe eine große Gefahr gesehen und diese der Öffentlichkeit mitgeteilt. Die Transparency-Deutschland-Vorsitzende Edda Müller hatte vor gut einem Monat erklärt: "Wir sind es Edward Snowden schuldig, dass seine mutigen Taten Konsequenzen haben."

Trotz seiner Abwesenheit von der Preisverleihung hat Snowden die gute Nachricht wahrgenommen. Er schrieb den Organisatoren, dass er sich freue und den Preis gerne annehme. Der deutsche Whistleblower-Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben. Seit 1999 werden damit Persönlichkeiten geehrt, die ohne Rücksicht auf persönliche Risiken "schwerwiegende Gefahren für Mensch und Gesellschaft, Umwelt oder Frieden" aufdecken.

Mehr zum Thema auf dradio.de:
Snowden-Dokumente belasten britischen Geheimdienst - GCHQ soll Daten von Telekom-Kunden angezapft haben
NSA soll auch die UNO ausspioniert haben - Neue Geheimdokumente veröffentlicht
Zugriff auf Daten von Millionen Menschen - Neue NSA-Dokumente bekräftigen Vorwürfe gegen US-Geheimdienst
Snowden beantragt befristeten Aufenthalt in Russland - Status kann ohne Asylverfahren erteilt werden
Überrascht vom jugendlichen Aussehen - Aktivistin Tatjana Lokschina traf den meistgesuchten Mann der Welt

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:16 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 18:10 Uhr Informationen am Abend

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 18:15 Uhr Redaktionskonferenz

Aus unseren drei Programmen

Kriminalpsychologie Medien sollten Glorifizierung von Tätern vermeiden

Heute erscheint sie mit Fotos: Die französische Tageszeitung "Le Monde" vom 27. November 2014 ( AFP / MATTHIEU ALEXANDRE)

Die französische Zeitung "Le Monde" will keine Gesichter von Terroristen mehr zeigen. Der Kriminalpsychologe Jens Hoffmann begrüßt diesen Schritt und mahnt die Medien zu mehr Zurückhaltung.

Merkel zur Inneren Sicherheit"Wir schaffen das"

Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Journalisten und Kameraleuten in Berlin (AFP/ Tobias Schwarz)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihr Credo "Wir schaffen das" auch nach den Gewalttaten in München, Würzburg und Ansbach erneuert. Deutschland stehe mit der Integration von Flüchtlingen und der Bekämpfung des internationalen Terrorismus vor einer großen Bewährungsprobe, sagte sie in Berlin. 

Deutsch-Türken meiden Türkei"Ich mache mir Sorgen, dass ich verhaftet werde"

Ein türkisches Reisebüro in Berlin-Schöneberg. (imago/Schöning)

Seit dem Putschversuch in der Türkei führt Präsident Erdogan einen unerbittlichen Kampf gegen seine Gegner. Viele Deutsch-Türken sind verunsichert, ob sie ihren Urlaub problemlos in der Türkei verbringen können. Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft sollten besonders vorsichtig sein.

Tarzan-FilmeWie Sprache das koloniale Weltbild ausdrückt

Der als Tarzan berühmt gewordene USA-Schauspieler Johnny Weissmuller (picture alliance / dpa / Gustav Unger)

"Pacy, Pacy, Kuja Hapa" - was reden die da eigentlich in den alten Tarzan-Filmen? Wir haben den Afrikanisten Guido Korzonnek gefragt: Ein koloniales Gemisch aus Siedler-Swahili und anderen Sprachen, sagt er. Der neue Tarzan-Film macht es besser.

PaketdienstErnsthafter Zustellversuch ist Pflicht

Eine junge Frau nimmt an der Haustür ein Paket von einem Paketboten entgegen.  (imago / Westend61)

Immer wieder beschweren sich Verbraucher darüber, dass Pakete nicht oder nicht an den richtigen Ort geliefert werden. Dabei müssen die Paketdienste zumindest einen ernsthaften Zustellversuch nachweisen - sie sind aber meistens nicht verpflichtet, mehr als einmal den Adressaten anzufahren.

Funny van Dannen: "Come on""Das Geheimnis des Fußballs ist latente Homosexualität"

Funny van Dannen (Deutschlandradio Kultur)

Einsichten zum Wesen des Fußballs, zu Kindernamen und zu Wolfgang Schäuble präsentiert Funny van Dannen auf seinem neuen Album "Come on", das am Freitag erscheint. Wir sprachen vorab mit dem Liedermacher, der selbst fast Fußballprofi geworden wäre.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Nach Anschlägen  Merkel bekräftigt "Wir schaffen das" | mehr

Kulturnachrichten

ARD verändert Profil der Senderfamilie  | mehr

Wissensnachrichten

Südseestaat Tonga  Statt Sonnen lieber Skifahren bei Olympia | mehr