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So funktioniert der NSA-Datenklau bei Google und Co.

Interne Grafik enthüllt Geheimdienstmethoden

Ausgespäht: Google. Hier die Gründer Sergey Brin (links) und Larry Page im Firmensitz in Mountain View (AP)
Ausgespäht: Google. Hier die Gründer Sergey Brin (links) und Larry Page im Firmensitz in Mountain View (AP)

Die NSA klinkt sich millionenfach in Verbindungsleitungen zwischen den Rechenzentren von Google und Yahoo ein und greift so Informationen über Nutzer ab - so stellt es eine nun veröffentlichte Grafik des US-Geheimdienstes dar.

<p>Die Folie, die die US-Zeitung <papaya:link href="http://www.washingtonpost.com/world/national-security/nsa-infiltrates-links-to-yahoo-google-data-centers-worldwide-snowden-documents-say/2013/10/30/e51d661e-4166-11e3-8b74-d89d714ca4dd_story.html?hpid=z1" text="&quot;Washington Post&quot;" title="Washington Post" target="_blank" /> veröffentlichte, wurde offenbar bei einem Geheimtreffen der NSA-Akquiseabteilung am 9. Januar gezeigt und stammt aus den Dokumenten von Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden. Sie zeigt, wie der US-Geheimdienst Informationen von Google- und Yahoo-Usern abgreift. <br /><br /><blockquote class="twitter-tweet"><p>Best image to come out of the latest Snowden disclosures. <a href="http://t.co/bZy2rS9atH">http://t.co/bZy2rS9atH</a> <a href="http://t.co/DBPYRtOiNo">pic.twitter.com/DBPYRtOiNo</a></p>— Kira Bindrim (@KiraBind) <a href="https:twitter.com/KiraBind/statuses/395594981802401792">October 30, 2013</a></blockquote><script async src="platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>Im "öffentlichen Internet" sind demnach zum Beispiel E-Mails mit der Kryptotechnik SSL verschlüsselt. Schickt ein Nutzer über den Google-E-Mail-Dienst Gmail eine Nachricht ab, kommt sie auf einem sogenannten Google-Front-End-Server (GFE) an. Er verbindet das interne Google-Rechenzentrum (Data Center oder DC) mit dem öffentlichen Internet. Der Front-End-Server entfernt die SSL-Verschlüsselung. Anschließend wird die E-Mail im Klartext weiterverarbeitet. <br /><br />Das ist der Punkt, an dem die NSA Zugriff auf unverschlüsselte Mails hat: Sie kopiert sich an bislang unbekannten Stellen millionenfach Daten aus dem Glasfasernetz, das Google und Yahoo dafür nutzen. Weltweit wurden auf diese Weise Rechenzentren angegriffen. Dabei kooperiert die NSA mit dem Britischen Geheimdienst GCHQ, berichtet die "Washington Post".<br /><br />Das gemeinsame Spionageprogramm trägt den Namen MUSCULAR. Neu an den Enthüllungen ist, dass große US-Internetunternehmen offenbar routinemäßig ausgespäht wurden, ohne dass sie davon wussten.<br /><br />Google reagierte aufgebracht auf die Enthüllungen. "Wir sind empört, wie weit die Regierung zu gehen scheint, um Daten von unseren privaten Glasfaserkabeln abzugreifen", erklärte der für Rechtsfragen zuständige Google-Manager David Drummond. Ein Yahoo-Sprecher sagte, dass das Unternehmen der NSA keinen Zugang zu seinen Datenzentren gewährt habe.<br /><br />NSA-Chef Keith Alexander stritt die Vorwürfe nicht ab, betonte jedoch, dass der Geheimdienst nicht pauschal Datensätze abgreife. "Es sind auch nicht Millionen, es geht um Tausende. Und fast alle richten sich gegen Terrorismus und andere solche Dinge", sagte er nach einer Internetsicherheitskonferenz in Washington. Alexander verwies darauf, dass sich die NSA dafür einen Gerichtsbeschluss besorge. Die Schlussfolgerung der "Washington Post", wonach der Geheimdienst mit MUSCULAR die Datenschutzbestimmungen für US-Bürger umgehen wolle, sei nicht richtig.</p>
 

Letzte Änderung: 07.11.2013 23:18 Uhr

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