Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Solidarität mit Syriens neu geeinter Opposition

Außenminister von EU und Arabischer Liga berieten über Möglichkeiten der Unterstützung

Soldaten und Flüchtlinge in der syrischen Stadt Aleppo
Soldaten und Flüchtlinge in der syrischen Stadt Aleppo

In Kairo haben die Außenminister der EU und der Arabischen Liga darüber beraten, wie die neu geeinte syrische Opposition unterstützt werden kann. Bundesaußenminister Westerwelle rief die Regimegegner zur Zusammenarbeit auf.

"Wir wollen gemeinsam mit der Arabischen Liga ein Ende des Konflikts in Syrien erreichen", betonte er. Im Gegenzug sagte der FDP-Politiker die deutsche Unterstützung zu: "Deutschland wird die Bemühungen der Opposition zur Einigung und für ein Ende der Gewalt nach Kräften unterstützen." Westerwelle, der sich am Rande der Versammlung mit dem Vorsitzenden der neu gegründeten "Nationalen Koalition", Ahmed Muadh al-Khatib getroffen hatte, appellierte an die Regimegegner, die Oppositionsallianz "zu einer Alternative zum Regime zu entwickeln, um einen politischen Neuanfang zu ermöglichen."

Die Arabische Liga sowie die Golfstaaten hatten die "Nationale Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte" zuvor als rechtmäßigen Vertreter des Landes anerkannt. Auch die Golfstaaten sicherten dem neu gebildeten Oppositionsblock ihre Unterstützung zu. Der Generalsekretär des Golfkooperationsrates (GCC) Abullatif al-Sajani sagte, er erwarte, dass diese neue Oppositionskoalition ein Ende des Blutvergießens in Syrien herbeiführen und den Weg zu einem Rechtsstaat ebnen werde. Zum Golfkooperationsrat gehören neben Saudi-Arabien die Länder Bahrain, Katar, Kuwait, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Neues Oppositionsbündnis drängt offenbar auf Waffenlieferungen

Ahmed Muadh al-Khatib ist Vorsitzender der neu gegründeten Nationalen Koalition (picture alliance / dpa)Der Vorsitzende der "Nationalen Koalition" Ahmed Muadh al-Khatib drängt auf eine stärkere Bewaffnung der Rebellen (picture alliance / dpa)Die Außenminister der Arabischen Liga erklärten, die neu gebildete Koalition in Syrien künftig als "legitimen Vertreter" anzuerkennen. Zudem sei der Oppositionsblock von jetzt an Hauptgesprächspartner der arabischen Staaten. Sie riefen "den Rest der syrischen Opposition" auf, dieser nationalen Koalition beizutreten, da diese die gesamte syrische Gesellschaft zusammenbringe.

Der Vorsitzende der "Nationalen Koalition" al-Khatib drängt unterdessen auf eine stärkere Bewaffnung der Rebellen. "Wir benötigen Spezialwaffen", sagte al-Chatib der Nachrichtenagentur AFP und deutete diese Forderung auch im Gespräch mit unserem Korrespondenten Ulrich Leidholdt an. Dies sei notwendig, um "das Leiden der Syrer und das Blutvergießen zu beenden". Welche Art von Waffen konkret gemeint sei, sagte er nicht.

Am Sonntag hatten Vertreter der verschiedenen syrischen Oppositionsströmungen nach einem einwöchigen Verhandlungsmarathon eine Allianz gegen Staatschef Baschar al-Assad gebildet.

Heiko Wimmen von Stiftung Wissenschaft und Politik hält die Einigung für ein gutes Zeichen, im Gegensatz zu den Signalen, die in den vergangenen Monaten aus Syrien gekommen seien. Zugleich mahnte der Forscher im Deutschlandradio Kultur, nun müsse man von der Symbolpolitik zur realen Politik kommen.


Mehr zum Thema auf dradio.de:

Syriens Oppositionelle suchen Vorsitzenden - Präsident Assad: "Werde nicht weichen"
Konfliktzone Syrien-Iran-Türkei - Das Ringen um den neuen Nahen Osten
Syrien: Zahl der Flüchtlinge steigt dramatisch an - Vereinte Nationen beklagen Millionen Notleidender
Opposition: Syrien muss ein Rechtsstaat werden - Regimekritiker legen Konzept für Zeit nach Assad vor
Israel beschießt syrische Kampfverbände - Zuvor schlug erneut eine Granate auf den Golan-Höhen ein

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:01 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

EnergiewendeDer schwere Abschied von der Kohle

Ein ehemaliger Abbaubetrieb des Bergwerks Auguste Victoria. (Bergwerk Auguste Victoria)

Deutschland hat bei der Förderung und dem Ausbau erneuerbarer Energien eine Vorreiterrolle. Der Abschied von den fossilen Brennstoffen wurde zwar schon oft verkündet, will aber nicht so recht vorankommen. Und das hat vor allem einen Grund: Es fehlt an einer klaren politischen Linie.

Kunst australischer UreinwohnerAusverkauf der Aborigine-Kultur?

Symbole der Aborigines - Sonne, Mond und Sterne - auf einem Kunstwerk. (picture alliance / dpa / Lawson Menzies)

Nie war die Kunst australischer Ureinwohner wertvoller als heute: Sie ist längst kein Nischen-Genre mehr und wird zu Höchstpreisen gehandelt. Doch je erfolgreicher Aborigine-Kunst wurde, desto weniger Gemälde waren authentisch.

Twitternde BäumeWenn die Eiche aus ihrem Leben erzählt

Mehrere Messgeräte stehen oder hängen an einer Kiefer. Der Baum "twittert" seinen Zustand. (Foto: Kathy Steppe, Uni Gent)

Ob Kim Kardashian, der Papst oder Angela Merkel: Fast jeder, ob Privatperson oder Promi, twittert mittlerweile oder informiert sich über den Nachrichtendienst. Jetzt twittern sogar Bäume. Das ist kein Scherz und keine PR-Aktion, sondern ernst gemeinte Wissenschaft.

Glaubwürdigkeit der Medien"Journalismus hat nicht mehr die Aufklärungsautorität wie vor 20 Jahren"

Michael Haller, Professor an der Hamburg Media School (dpa / picture-alliance / Arno Burgi)

Vertrauen in die Medien auf der einen Seite, Zweifel an der Unabhängigkeit auf der anderen: Für Journalistikprofessor Michael Haller sind diese Ergebnisse einer Studie Ausdruck von Ratlosigkeit vieler Menschen. Dafür gebe es verschiedene Ursachen, sagte er im Deutschlandfunk.

Krimi in FlorenzWissenschaftler lösen Rätsel um Mona Lisa - fast

Leonardo da Vincis Porträt der Mona Lisa. (imago/Leemage)

Wer war die Frau, die für Leonardo da Vincis Gemälde der Mona Lisa Modell gestanden hat – und wo wurde sie begraben? Forscher glauben, ihr in einem ehemaligen Kloster in Florenz sehr nahe gekommen zu sein. Doch ein letztes Puzzleteil fehlt.

ZusammenlebenJetzt aber schön leise hier

Endlich. Es wird wärmer. Wir können abends wieder draußen sitzen - gerne auch auf öffentlichen Plätzen. Aber die sind teils zur Kampfzone zwischen Anwohnern und Feiernden geworden. Die Städte versuchen gegenzusteuern - mit Säulen, Tönen, Konfliktmanagern.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Vorwahlen in den USA  Trump gewinnt in Indiana - Cruz steigt aus | mehr

Kulturnachrichten

Hoher Brandschaden bei Künstlerin Rosemarie Trockel  | mehr

Wissensnachrichten

Nachgerechnet  "Cry me a River" ist Quatsch, "Cry me a Pool" würden wir schaffen | mehr