Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Solidarrente fürs Alter

SPD-Konzept: Mindestens 850 Euro im Monat

Solidarrente der SPD: Mindestens 850 Euro
Solidarrente der SPD: Mindestens 850 Euro (AP)

In der Diskussion um auskömmliche Renten hat die SPD ein Konzept erarbeitet. Neben einem Mindestniveau von 850 Euro sieht es einen Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge vor. Den Jungsozialisten gehen die Pläne nicht weit genug.

Der Parteivorstand der SPD soll am Montag erstmals über ein neues Rentenkonzept diskutieren, dessen Eckpunkte heute veröffentlicht wurden. Langfristig Versicherte sollen demzufolge mindestens eine Rente von 850 Euro bekommen. Diese "Solidarrente" könnte es nach einer 40 Jahre langen Vollzeitbeschäftigung geben.

Die "Passauer Neue Presse" zitiert aus dem Konzept, die jährlichen Kosten für die Solidarrente beliefen sich auf rund eine Milliarde Euro. Die erforderlichen Mittel sollten aus dem Bundeshaushalt erwirtschaftet werden - zum Vergleich: 2012 soll dieser ein Volumen von 306 Milliarden Euro haben. Anders als bei den Plänen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) soll die SPD-Mindestrente keine zusätzliche private Vorsorge zur Bedingung haben.

Zwei Prozent in die Betriebsrente

Ein anderer Bestandteil des SPD-Konzepts ist eine stärkere Rolle der Betriebsrenten. Jeder Beschäftigte soll automatisch zwei Prozent seines Bruttoverdienstes in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen, es sei denn, er widerspricht ausdrücklich. Hinzu käme eine staatliche Förderung von pauschal 400 Euro pro Jahr. Diese "Betriebsrente plus" soll die Riester-Rente als wichtigste Form der nicht-gesetzlichen Vorsorge ablösen.

Der Bundesvorsitzende der Jungsozialisten, Sascha Vogt.Der Bundesvorsitzende der Jusos, Sascha Vogt. (Mark Wilkendorf)Der Vorsitzende der Jungsozialisten (Jusos), Sascha Vogt, erkennt im Papier von Parteichef Sigmar Gabriel Bestandteile, die in die richtige Richtung gingen. Ein "fundamentaler Fehler" sei aber die Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent des letzten Monatseinkommens. Diese Frage werde nicht angetastet. Vogt sagte, um Altersarmut zu vermeiden, müsse das derzeitige Rentenniveau beibehalten werden. "Es wäre eine gute Aussage für viele Beschäftigte, wenn man sagen könnte, zumindest 50 Prozent des bisherigen Einkommens wäre auch wirklich über die gesetzliche Rentenversicherung abgesichert", so Vogt im Deutschlandfunk.

Juso-Chef: Rentenbeitrag von 22 Prozent möglich

Vogt will dies mit einem höheren Beitragssatz finanzieren. Der Juso-Chef stellte eine Steigerung von zwei bis drei Prozentpunkten in Aussicht. Das könne langfristig bis zum Jahr 2030 passieren. Den Rentenbeitrag vorher zu senken, wie von der Bundesregierung geplant, lehnt Vogt ab.

Von der Leyen deutete indessen Kompromissbereitschaft an. "Es gibt keinen Königsweg, der Sozialverbände und Arbeitgeber, Alt und Jung zu hundert Prozent befriedigt", sagte die Arbeitsministerin der "Welt am Sonntag". Schnelles Handeln sei aber nötig.

Mehr auf deutschlandradio.de:

"Leistung für Gegenleistung"
Nobert Blüm (CDU) lehnt eine steuerfinanzierte Grundrente ab
FDP ermuntert Arbeitnehmer zum Riestern
Heinrich Kolb über Alternativen zur Leyen'schen Zuschussrente
Die Rente wird "die junge Generation sehr viel Geld kosten"
Junge-Union-Chef Philipp Mißfelder über die umstrittene Zuschussrente
Miegel: Das Rentensystem ist insgesamt an Grenzen gestoßen
Sozialwissenschaftler befürwortet eine Grundsicherung
Falter: Von der Leyen hat auf etwas Richtiges aufmerksam gemacht
Parteienforscher zur Diskussion um Zuschussrente

Kommentar: Von der Leyen und die Kunst der Politik-Illusion
"Schmierenkomödie statt Rührstück" - Von Alexander Neubacher

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Literatur

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Grünen-ParteitagBiss ins grüne Selbstverständnis

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, spricht auf dem Bundesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen in Hamburg.

Begeisterter Applaus und Jubel bei grünen Herzensthemen - beim Parteitag der Grünen in Hamburg wurde schnell klar, dass man angesichts verlorener Wahlen kein Scherbengericht abhalten will, kommentiert Stefan Maas. Doch grundlegende Richtungsfragen bleiben noch immer ungeklärt.

Kinderfilm"Man traut Kindern Realfilme nicht mehr zu"

Kinder im Kino

Er musste einige Hürden überwinden, bis er seinen Kinderfilm "Quatsch und die Nasenbärbande" finanziert hatte. Im Interview erzählt Regisseur Veit Helmer, warum sein Film gleichermaßen einer für Kinder und einer für Erwachsene ist.

Der fünfte BeatleEinsam, depressiv und tablettenabhängig

(L-r) John Lennon, George Harrison, Manager Brian Epstein, Ringo Starr und Paul McCartney relaxen in einer Hotel-Suite während einer Auslandstournee der britischen Popgruppe The Beatles. (Undatierte Aufnahme). Brian Epstein, erfolgreicher Manager der Pilzköpfe, wurde am 19.09.1934 in Liverpool geboren und am 27.08.1967 tot in seiner Wohung in Belgravia in London aufgefunden.

"Wenn es einen fünften Beatle gegeben hat, dann war es Brian Epstein", sagte Paul McCartney einmal. Der tragische Tod von Epstein läutete auch das Ende der Beatles ein. Vor Kurzem ist seine Autobiografie in deutscher Sprache erschienen

KunstDen deutschen Markt ins Visier

Das Auktionshaus Sotheby's wirbt in einem Pekinger Hotel für eine Kunstauktion.

11,5 Billionen Euro wurden im vorigen Jahr für Kunst in China umgesetzt. Zunehmend interessieren sich die chinesischen Sammler für deutsche Kunst. So sehr, dass sie bereits in Gruppen nach Deutschland kommen, um lukrative Deals aufzuspüren.

ReformpläneADAC soll von Stiftung überprüft werden

Die Fassade der neuen Deutschland-Zentrale des ADAC.

Der ADAC steht offenbar vor einer tiefgreifenden Reform. Nach Informationen von NDR und "Spiegel" sollen in Zukunft Externe den größten Automobilklub Europas unter die Lupe nehmen. Das soll unter anderem eine neue Stiftung übernehmen.

KücheSchwimmbadpilz für Köche

Pilze mögen es warm und feucht. Ein Schwimmbad ist da doch ideal, dachte sich Siemen Cox, als er von dem leer stehenden Spaßbad "Tropicana" in Rotterdam hörte. Jetzt züchtet er dort Austernpilze. Lecker und nachhaltig.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Grüne beenden Parteitag  in Hamburg | mehr

Kulturnachrichten

Deutschland kämpft  gegen schwindendes Sprachinteresse in Russland | mehr

Wissensnachrichten

Züchtung  Ursache für Autoimmunkrankheiten bei Pflanzen gefunden | mehr