Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Sozialversicherungen verbuchen kräftigen Überschuss

AWO: "Gewinn an Geringverdiener weitergeben"

Haben das nötige Kleingeld: Deutschlands Sozialversicherungen (Stock.XCHNG / Sanja Gjenero)
Haben das nötige Kleingeld: Deutschlands Sozialversicherungen (Stock.XCHNG / Sanja Gjenero)

Die gute Konjunktur und Beitragserhöhungen haben den gesetzlichen Sozialversicherungen im vorigen Jahr ein Milliarden-Plus eingebracht. Die Beitrags- und Abgabenbelastung für Durchschnittsverdiener ist gleichzeitig auf Rekordhöhe gestiegen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der Überschuss bei den Sozialversicherungen bei insgesamt 13,8 Milliarden Euro und fiel damit um fast 11 Milliarden Euro höher aus als 2010. Zu den Sozialversicherungen gehören die Agentur für Arbeit sowie die Kranken-, Unfall-, Renten- und Pflegeversicherungen.

Nach dem Beitragsanstieg und der Neuordnung des Arzneimittelmarktes schaffte die gesetzliche Krankenversicherung mit einem Überschuss von 9,3 Milliarden Euro das größte Plus. Im vorigen Jahr lag es bei 3,5 Milliarden. Insgesamt nahmen die Sozialversicherungen 526 Milliarden Euro ein - ein Anstieg um 2,1 Prozent. Ursache für die gut gefüllten Kassen ist dem Statistischen Bundesamt zufolge vor allem die positive Wirtschaftslage. So seien mit der Zahl der Arbeitslosen auch die Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit zurückgegangen. Sie konnte ihr Defizit von 3,1 Milliarden auf 100 Millionen Euro senken.

Ein Durchschnittsverdiener zahlte im vergangenen Jahr so hohe Beiträge und Abgaben and die Sozialkassen und den Staat wie nie zuvor, nämlich 9943 Euro. Das waren 5,9 Prozent mehr als 2010 - der stärkste Anstieg seit 1995. So fiel die Lohnsteuer im Schnitt um 300 Euro höher aus.

"Arbeitnehmer sollten profitieren"

Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, forderte angesichts des guten Ergebnisses Maßnahmen gegen die kalte Progression. Damit müsse die Bundesregierung dafür sorgen, "dass die Arbeitnehmer tatsächlich von den Einkommenssteigerungen profitieren, und nicht nur das Steuersäckel", sagte Kentzler der Nachrichtenagentur dapd.

Der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Wolfgang Stadler, plädierte dafür, mit den Überschüssen die soziale und gesundheitliche Ungleichheit abzubauen. "Sinnvoller als Rückzahlungen an die Beitragszahler sind gezielte Entlastungen für Geringverdiener", sagte Stadler. Er forderte als Beispiel, die Praxisgebühr abzuschaffen. Außerdem sollte das Geld eingesetzt werden, um das Wissen über gesundheitsförderndes Verhalten zu verbessern.

Mehr zum Thema im Deutschlandradio:

CDU-Politiker Bahr über die Überschüsse der Krankenkassen
Konjunktur, Sozialversicherungen und der Bundeshaushalt
Kommentar zum Streit um die Krankenkassenüberschüsse
CDU-Gesundheitspolitiker Spahn über die Milliardenüberschüsse der Krankenkassen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:50 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 07:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 07:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Ex-EU-Kommissar Franz Fischler (ÖVP)"Nicht alle, die Hofer wählen, sind Rechtspopulisten"

Franz Fischler, ehemaliger EU-Agrarkommissar, während einer Pressekonferenz in Brüssel 2015 (dpa / picture alliance / Julien Warnand)

Der frühere EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler hat die etablierten Parteien in Österreich aufgefordert, die Frustration der Bürger ernstzunehmen. Andernfalls könne es bei der kommenden Parlamentswahl schwierig werden, sagte Fischler im DLF.

Der TriggerknüppelLiteratur gefährdet eventuell Ihre Gesundheit!

Die Frau stapelt Bücher in zwei Fenstern; ihr Kopf ist durch ein letztes verbliebenes Loch zwischen den Büchern zu sehen. (dpa / Arne Dedert)

An die Schreckensbilder auf Zigarettenpackungen, die vor den Folgen des Rauchens warnen, haben wir uns gewöhnt. In den USA wird nun auch der Tatsache Rechnung getragen, dass Literatur und Kunst seelische Erschütterung hervorrufen kann. Warnungen davor scheinen unausweichlich.

ROLLKRAGENPULLOVERWarum der Rolli rockt

Es ist kalt, aber es gibt gute Nachrichten: Der Rollkragenpullover feiert ein Comeback. Wir können uns also schön warm einpacken - und sehen dabei auch noch gut aus!

Präsidentenwahl in Österreich"Ausländische Medien trugen zur Niederlage Hofers bei"

Die österreichische Journalistin Alexandra Föderl-Schmid (picture alliance / dpa / Erwin Elsner)

Nach Ansicht der Chefredakteurin der österreichischen Tageszeitung "Der Standard", Alexandra Föderl-Schmid, hat die Berichterstattung ausländischer Medien zur Niederlage des Rechtspopulisten Norbert Hofer bei der Präsidentschaftswahl beigetragen. Diese habe vielen Österreichern gezeigt, "welch verheerendes internationales Signal" dessen Sieg wäre.

Laura Garavini Renzis Parteifreundin nennt Rücktrittsankündigung "Akt der Ehrlichkeit"

Porträtfoto der italienischen Abgeordneten der Demokratischen Partei, Laura Garavini, aufgenommen am 28.08.2013 (dpa picture alliance / Fredrik von Erichsen)

Nach dem Verfassungsreferendum in Italien hat Regierungschef Matteo Renzi seinen Rücktritt angekündigt. Die sozialdemokratische italienische Abgeordnete Laura Garavini nannte das Votum der Bürger im DLF eine "bittere Niederlage". Renzi habe allerdings mit der geplanten Reform keinen Fehler gemacht.

Demokratie in der digitalen Welt"Das Internet ist eine Fähigkeit"

Ein junge Frau sitzt in einem Internetcafe. (picture-alliance/ dpa)

Die Populisten scheinen das Netz zu beherrschen. Manche sehen deshalb in der Digitalisierung einen Mechanismus, der der Demokratie schadet. Das Gegenteil sei der Fall, sagt die US-Soziologin Saskia Sassen. Wir müssten es nur in die Hand nehmen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

CDU-Parteitag  Merkel stellt sich zur Wiederwahl | mehr

Kulturnachrichten

Turner-Preis 2016 geht an Helen Marten  | mehr

Wissensnachrichten

Wahrnehmung  Schimpansen erkennen sich am Hintern | mehr