Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Spanien beantragt Milliardenhilfe für Banken

Madrid nennt vorerst keine Summe

España beantragt Milliardenhilfe (dpa / Martin Gerten)
España beantragt Milliardenhilfe (dpa / Martin Gerten)

Spanien hat die Eurozone offiziell um Finanzhilfen für seine maroden Banken gebeten. Eine genaue Summe findet sich allerdings nicht in dem Gesuch. Die spanische Zentralbank geht von einem Bedarf von bis zu 62 Milliarden Euro aus.

Die Euroländer wollen Spanien maximal 100 Milliarden Euro überweisen, damit die Banken in dem Land stabilisiert werden können. Die Geldhäuser hatten sich vor allem mit Immobilien verspekuliert. Verbraucher und mittelständische Firmen konnten ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen, wodurch die Banken wiederum weniger Kredite ausgaben. Infolge der Krisenstimmung in Eurozone wurde das iberische Land schließlich in die Rezession gesogen.

Nun hat der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos offiziell den Antrag auf Bankenhilfe an die Europartner abgeschickt. Der Brief an Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker enthält den formalen Hilfsantrag, nennt aber keine Details über die Modalitäten des Kredits. Die Konditionen müssen erst noch mit der Eurogruppe ausgehandelt werden. Ihr nächstes Treffen findet am 9. Juli statt. Dann geht es um die benötigte Summe, die Höhe der Zinsen und die Rückzahlungsfristen.

Madrid will Milliardenhilfe "weiterleiten"

Prüfberichte von zwei unabhängigen Beratungsfirmen hatten einen Mindestbedarf von 16 bis 25 Milliarden Euro ergeben. Ein staatlicher Fonds werde "die Gelder entgegennehmen und an die Finanzinstitute weiterleiten", heißt es in dem Brief. Unklar ist, inwieweit die spanische Regierung kontrolliert, was die Banken mit dem Geld machen.

Auch der spanische Staat hat selbst mit Haushaltsproblemen zu kämpfen, nachdem er seine Bankenbranche bereits unterstützt hatte. Madrid weigerte sich partout, wie Griechenland, Irland und Portugal unter den Rettungsschirm ESM zu schlüpfen. Hätte die Regierung dies getan, hätte Brüssel den Haushalt und damit auch rigides Sparen diktiert.

Deutschlands Anteil an den bisherigen Rettungsaktionen angeschlagener Euroländer wird auf knapp 400 Milliarden Euro geschätzt.



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:54 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 09:10 Uhr Die neue Platte

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:05 Uhr Sonntagmorgen

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Friedhöfe in AfghanstanEntspannend und beklemmend zugleich

Auf diesen kahlen Berghängen am äußerten, südöstlichen Stadtrand von Kabul begräbt die afghanische Hauptstadt ihre Selbstmordattentäter. (Deutschlandradio - Sandra Petersmann)

Flanierende Pärchen, spielende Kinder, plaudernde Gruppen: Am Wochenende sind die Friedhöfe in Afghanistan voller Menschen. Für sie sind die Grabstätten Orte der Ruhe und der Entspannung. Mit einer Ausnahme: der Friedhof der Selbstmörder am Rande der Kabuls.

PsychologieAusgrenzung beginnt im Kopf

Wir alle haben Vorurteile. Dafür können wir nicht mal was. Unser Gehirn hat nämlich automatisierte Arbeitsroutinen, die zwar nützlich sind, aber eben auch Stereotype und Vorurteile fördern. Allerdings: Wir sind unseren Synapsen nicht hilflos ausgeliefert.

James McBride: "Kill 'Em and Leave"James-Brown-Biografie vom Fan

Der Soulsänger James Brown bei einem Auftritt am Mikrofon. (MICHAL CIZEK / AFP)

James Brown ist der Mann der Spitznamen: "Mr. Dynamite", "The Hardest Working Man in Show Business", "Soul Brother Number One", "Godfather of Soul". "Kill Em´or Leave" heißt eine neue Biografie von James McBride. Missverstanden und einsam sei Brown gewesen, so der Autor.

Claudia Roth zur Türkei"Eine unvorstellbare Entrechtung des Rechts"

Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth (Grüne), äußert sich am 30.05.2016 in Berlin zum Thema Rassismus. (dpa)

In der Türkei sei "eine Art ziviler Putsch in Richtung eines autokratischen Präsidialsystems" in Gange. "Man könnte es auch als Diktatur bezeichnen", sagte die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) im DLF. In dieser Lage müssten die Bundesregierung, die Europäische Union und auch die Nato klare Worte finden.

Terror in DeutschlandNicht in Hysterie verfallen

Vor dem Olympia Einkaufszentrum liegen Blumen, es brennen Kerzen. (picture-alliance / dpa / Felix Hörhager)

Die Angst oder zumindest die Sorge vor weiteren Anschlägen ist allgegenwärtig. Aber wir dürfen jetzt nicht in Hysterie verfallen, meint Marie Sagenschneider, Wortchefin von Deutschlandradio Kultur. Die größte Gefahr bestehe in einer Überreaktion.

Ermittlungen im Darknet"Uns als Polizei sind da Grenzen gesetzt"

Symbolfoto zum Thema Internetkriminalität: eine Hand vor einem Computer-Monitor (imago / epd / Annette Zoepf)

Das Darknet sei ursprünglich geschaffen worden, damit Bürger von Unrechtsstaaten ihre Meinung frei äußern könnten, sagte der Cyberexperte Frank Scheulen vom nordrhein-westfälischen LKA im DLF. Zunehmend hielten sich in dem separaten Bereich des Internets aber auch Kriminelle auf. Für die Polizei sei es schwierig, gegen sie vorzugehen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bundesverfassungsgericht  Keine Live-Zuschaltung türkischer Politiker auf Kölner Pro-Erdogan-Demo | mehr

Kulturnachrichten

Regisseur Erpulat: Türkei bald ohne Theater?  | mehr

Wissensnachrichten

Beziehungen  Beim Streiten an die Zukunft denken | mehr