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Spanien ist Fußball-Europameister

Triumphaler 4:0-Sieg im Finalspiel gegen Italien

Sieg in Kiew: Spaniens Torwart Iker Casillas hält den EM-Pokal 2012 in den Händen (picture alliance / dpa / Andreas Gebert)
Sieg in Kiew: Spaniens Torwart Iker Casillas hält den EM-Pokal 2012 in den Händen (picture alliance / dpa / Andreas Gebert)

Im Endspiel der Europameisterschaft haben die Spanier nicht nur ihren Titel verteidigt. Sie sind auch die erste Mannschaft, die drei internationale Turniersiege in Folge geholt hat. Fans und Mannschaft feierten ausgelassen.

Spanien hat mit einem Torfeuerwerk gegen Italien seinen Titel verteidigt: David Silva (14. Minute), Jordi Alba (41.), Fernando Torres (84.) und Juan Mata (88.) führten die spanische Elf ohne Gegentreffer zum dritten Europameisterschaftstitel nach 1964 und 2008. Nur Deutschland hat genauso viele EM-Titel. "Wir haben etwas Historisches geschafft", lobt Spaniens Trainer Vicente del Bosque seine Mannschaft. Die Spanier haben im Turnierverlauf nur einen Gegentreffer kassiert - beim 1:1 gegen Italien in der Vorrunde.

Ein historischer Triumph

Damit holte Spanien als erste Mannschaft den "Triple": drei Titel in Folge bei internationalen Turnieren. 2008 hatten die Spanier die EM in Österreich und der Schweiz gewonnen, 2010 die Weltmeisterschaft in Südafrika. Historisch ist der Sieg auch deswegen, weil niemals zuvor ein EM-Finale mit einem so haushohen 4:0 gewonnen wurde.

Spanische Fans feierten den Triumph in vielen europäischen Städten des Teams, das vor allem aus Spielern der Fußballclubs Real Madrid und FC Barcelona besteht. Der frühere deutsche Nationaltorwart Oliver Kahn würdigte als ZDF-Kommentator die Leistung der Spanier: "Mit fällt niemand ein auf diesem Planeten, der diese Spanier heute Abend hätte schlagen können".

Tränen bei der Squadra

Italiens Stürmer Mario Balotelli nach der Niederlage gegen Spanien (picture alliance / dpa / Andreas Gebert)Italiens Stürmer Mario Balotelli nach der Niederlage gegen Spanien (picture alliance / dpa / Andreas Gebert)Tränen hingegen bei den Italienern: Der Squadra Azzurra gelang es nicht, auch nur eine Chance in ein Tor zu verwandeln. Dabei waren sie nach dem Halbfinalsieg über Deutschland mit Rückenwind in die heutige Begegnung gegangen.

Italiens Trainer Cesare Prandelli zollte seiner Mannschaft trotz der hohen Niederlage Respekt: "Wir waren zwar immer mit Leib und Seele dabei, aber wir haben nicht mithalten können", sagte der Nationaltrainer. "Spanien hat uns dominiert, man muss gratulieren. Sie haben verdient Geschichte geschrieben und einen fantastischen Fußball gespielt. Wir haben mit Würde verloren." Italiens Kapitän Gianluigi Buffon pflichtete ihm bei: "Wir haben unser Bestes gegeben. Manchmal muss man auch hinnehmen, dass es eine Mannschaft gibt, die besser ist."

Italien spielte in Unterbesetzung

Die letzte halbe Stunde musste die Squadra Azzurra dann auch noch mit zehn Mann auskommen. Als Cesare Prandelli gerade seine letzte Einwechslung gemacht hatte - Thiago Motta - verletzte sich dieser nur vier Minuten später am Oberschenkel und musste vom Platz getragen werden. Italien, der Fußball-Weltmeister von 2006, fährt erneut ohne EM-Titel nach Hause - 44 Jahre nach seinem letzten EM-Titel.

Das etwas anderere Tiki-Taka

Vicente del Bosque, Trainer der spanischen Fußball-Nationalmannschaft (picture alliance / dpa / Andreas Gebert)Vicente del Bosque, Trainer der spanischen Fußball-Nationalmannschaft (picture alliance / dpa / Andreas Gebert)Spaniens "Tiki-Taka" genannter Stil des ausgeprägten Passspiels, mit dem Nationaltrainer Vicente del Bosque bereits die letzten zwei Titel geholt hatte, war bei der EM immer wieder kritisiert worden. Das ständige Aneinanderreihen flacher Pässe gilt zwar als effektiv, aber aus Zuschauersicht auch als unattraktiv.

UEFA-Präsident Michel Platini sah sich jedoch gestern noch einmal genötigt, Spanien in Schutz zu nehmen: "Spanien spielt keinen langweiligen Fußball", befand der Franzose. "Sie sind diesmal mit einem anderen Stil ins Finale gekommen, basierend auf taktischer Intelligenz und ihren technischen Möglichkeiten". So sollte es kommen.

Del Bosques "Geheimnis": Zusammenhalt und Ballbesitz

Spaniens EM-Torschütze Jordi Alba freut sich über sein 2:0 (picture alliance / dpa / Thomas Eisenhuth)Spaniens EM-Torschütze Jordi Alba freut sich über das 2:0 (picture alliance / dpa / Thomas Eisenhuth)Mit seinem nicht Stürmer-basierten Spiel war Spanien Italien haushoch überlegen, das in dieser EM auf Stürmerfiguren wie den Halbfinaltorschützen Mario Balotelli gesetzt hatte. Doch auch dieses Fußballtalent konnte gegen Spanien kein Tor verwirklichen.

"Das ganze Team hat zusammengehalten. Wir hatten viel Ballbesitz, das ist unser Spiel. Das haben wir bis zur Perfektion gemacht. Das ist das ganze Geheimnis", verriet Spaniens Coach del Bosque später.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:54 Uhr

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