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Spanien verstaatlicht Großbank

Kriselnder Bankensektor steht vor Umwälzungen

Mariano Rajoy: "Regierung wird Probleme der Finanzwirtschaft lösen" (picture alliance / dpa / Javier Lizon)
Mariano Rajoy: "Regierung wird Probleme der Finanzwirtschaft lösen" (picture alliance / dpa / Javier Lizon)

Die spanische Regierung übernimmt die Kontrolle über die viertgrößte Bank des Landes. Diese gilt als der größte Problemfall im spanischen Finanzsektor. Von allen Kreditinstituten leidet die Großbank "Bankia" seit dem Platzen der Immobilienblase am schwersten unter faulen Krediten.

Wirtschaftsminister Luis de Guindos teilte in Madrid mit, die vom Staat in das Geldinstitut geflossenen 4,5 Milliarden Euro würden in Besitzanteile der Muttergesellschaft umgewandelt. Damit erhalte die Regierung 45 Prozent der Großbank. Auf diese Weise werde man größter Aktionär der "Bankia". Die Entscheidung wurde bekannt gegeben, nachdem die Zinsen für spanische Staatsanleihen in die Höhe gegangen waren. Investoren fürchten, Spanien müsse wie schon Griechenland, Irland und Portugal um internationale Finanzhilfe bitten.

Kriselnder spanischer Bankensektor steht vor größeren Umwälzungen

Seit Beginn der Finanzkrise hat die spanische Regierung sieben kleinere Sparkassen übernommen. Der Kauf des viertgrößten Geldinstituts "Bankia" ist die bislang größte Übernahme zur Eindämmung der Kredit- und Schuldenkrise in dem Land. Bereits am Montag hatte die spanische Regierung angekündigt, trotz ihres anfänglichen Widerstands den kriselnden Banken erneut mit Steuergeld unter die Arme zu greifen. Morgen will sie ihre Pläne für eine umfassende Bankenreform vorstellen. Ministerpräsident Mariano Rajoy äußerte sich zuversichtlich, dass diese die Probleme der Finanzwirtschaft in seinem Land größtenteils lösen werde. Die Regierung werde auf ihrer morgigen Kabinettssitzung Entscheidungen treffen mit dem Ziel, die kriselnden Banken zu sanieren, sagte Rajoy. Nach Angaben der Regierung beläuft sich das Gesamtvolumen der Immobilienkredite spanischer Banken auf 320 Milliarden Euro. Davon wurden 180 Milliarden als "giftig" eingestuft.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

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