Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

SPD kritisiert Olympischen Sportbund wegen Doping-Studie

Präsident Bach müsse Ergebnisse der Untersuchung veröffentlichen

Wie viel wurde in Deutschland gedopt? (Deutschlandradio - Hendrik Maaßen)
Wie viel wurde in Deutschland gedopt? (Deutschlandradio - Hendrik Maaßen)

Die Studie über weitreichende Dopingpraktiken in der Bundesrepublik hat eine Debatte ausgelöst. Die SPD dringt auf die vollständige Veröffentlichung der Untersuchung. Jetzt wird auch Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, kritisiert.

Ex-Sporttrainer Hansjörg Kofink kritisierte die Einsetzung einer Untersuchungskommission. "Es gab im Deutschen Sportbund eine Menge Kommissionen um die Zeit der Wende herum", sagte der ehemalige Frauenbundestrainer für die Kugelstoßerinnen im Deutschlandfunk. "Die berühmteste, die Richthofen-Kommission, die alle Dopingtäter Ost und vor allem auch West aufnotierte und zur Rechenschaft ziehen wollte, ist ausgegangen wie das Hornberger Schießen." Die nächste Kommission werde genauso ohne Ergebnis enden.

DOSB-Präsident Thomas Bach hatte angekündigt, eine unabhängige Kommission einzusetzen. Vorsitzender soll der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo Steiner sein. Steiner werde den Bericht evaluieren und dem DOSB-Präsidium Empfehlungen "geben für den Umgang damit und auch für Lehren für die Zukunft", sagte er.

Minimalversion veröffentlicht

Die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Dagmar Freitag, kritisierte, dass die Studie nicht komplett veröffentlicht worden ist. Die veröffentlichte Minimalversion des Berichts werfe mehr Fragen auf, als sie Antworten gebe, sagte die SPD-Politikerin im HR-Hörfunk. Vermutlich seien interessante Namen geschwärzt worden. Die Politik habe ein Anrecht darauf, mehr zu erfahren, auch um die richtigen Lehren für die Zukunft daraus zu ziehen. Datenschutzrechtliche Einwände kann sie nicht nachvollziehen.

Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft hatte die Studie zum Doping in der Bundesrepublik Deutschland auf öffentlichen Druck publiziert. Der Abschlussbericht der Berliner Humboldt Universität und der Universität Münster über die Doping-Vergangenheit in der Bundesrepublik bestätigte das Bild einer staatlich geduldeten und von Steuergeldern finanzierten Doping-Forschung.

Mehr auf dradio.de:

Kritik an Leistungsvorgaben des Leichtathletikverbandes - Ex-Sprinterin: Trainer hatten kein Unrechtsbewusstsein

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:15 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 02:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 02:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

FleischindustrieVom Kampf gegen Ausbeutung

Schweinehälften passieren am 27.04.2016 einen der Kontrollterminals im Zerlegebereich eines Schlachthofs (picture alliance / dpa - Ingo Wagner)

Vor einem Jahr unterzeichneten die sechs großen deutschen Fleischerzeuger eine Selbstverpflichtungserklärung, wonach sie Missstände bei der Beschäftigung von ausländischen Leiharbeitern abstellen wollten. Seitdem hat sich einiges verbessert. Doch es gibt immer noch genug Unternehmen, die sich nicht an die Standards halten.

StudieAchterbahn heilt Nierensteine

Ruckartige Bewegungen können helfen, Nierensteine zu lösen. US-amerikanische Forscher sind in einem Vergnügungspark in Orlando 80 Mal mit der Achterbahn gefahren, um zu beweisen, dass auch schnelle Fahrten mit Kurven und Loopings helfen können, die Steine loszuwerden.

Der "Knochen"-KlassikerDeutschlands Pflasterstein Nummer eins

Ein Parkplatz mit Doppel-T-Verbundpflastersteinen (Marietta Schwarz )

Er prägt das Stadtbild, aber kaum einer nimmt ihn wahr: der Doppel-T-Verbundpflasterstein, auch "Knochen" genannt. Unsere Autorin Marietta Schwarz ist dem Geheimnis seines stillen Erfolges auf den Grund gegangen.

Erstes TV-Duell Clinton - TrumpTrump war "wie immer mit sich selbst beschäftigt"

Jackson Janes, Direktor American Institute for Contemporary German Studies an der JohnsHopkins Universität in Washington D.C.

Bei der Fernsehdebatte zwischen den US-Präsidentschaftsbewerbern habe die demokratische Kandidatin Hillary Clinton bewiesen, dass sie ein Profi sei, sagte Jackson Janes, Präsident des American Institute for Contemporary German Studies, im DLF. Er sieht die Demokratin im Vorteil, wenn es darum geht, bislang unentschiedene Wähler zu überzeugen.

TV-DebatteEindeutiger Punktsieg für Clinton

Hillary Clinton (R) und Donald Trump kurz vor dem TV-Duell. (dpa / picture alliance / EPA / ANDREW GOMBERT)

Hillary Clinton hat das erste TV-Duell gegen Donald Trump gewonnen: Das zeigen erste Umfragen und die Kommentare der internationalen Medien. Nur auf einem Feld konnte der US-Republikaner überzeugen.

CLINTON VS TRUMPDie Gesichter von Hillary und Donald

Das TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump ist gelaufen. Wir schauen mit dem Gesichtsspezialisten Dirk Eilert ganz genau in ihre Gesichter - und kürt seinen Debatten-Gewinner.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Dresden  Grüne warnen vor wachsendem Rechtsterrorismus | mehr

Kulturnachrichten

Rechtsstreit um Gurlitt-Erbe zieht sich hin  | mehr

Wissensnachrichten

Plastikteilchen in der Umwelt  Jeder Waschgang ist ein Problem | mehr