Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

SPD-Vorstand geschlossen für Steinbrück

Ex-Bundesfinanzminister wird Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten

Personalvorschlag: Der Parteivorsitzende der SPD, Sigmar Gabriel, neben seinem Wunsch-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück
Personalvorschlag: Der Parteivorsitzende der SPD, Sigmar Gabriel, neben seinem Wunsch-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)

Nun ist es offiziell - Peer Steinbrück soll 2013 Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) herausfordern. Wie SPD-Chef Sigmar Gabriel in Berlin mitteilte, votierte der Parteivorstand in Berlin einstimmig für Steinbrück.

Schwerpunkte des Wahlkampfes sollen die Finanzmarktregulierung und soziale Gerechtigkeit sein, kündigte Gabriel an. Steinbrück erklärte, er freue sich über "sehr viel Rückenwind". Er nehme die Herausforderung gern an und versprach einen Wahlkampf, der "spannend und auch teilweise spaßig" sein werde.

Parteichef Sigmar Gabriel und der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier hatten am Freitag den Weg für den 65-jährigen Steinbrück freigegeben. Die endgültige Entscheidung, ob die SPD mit dem ehemaligen Finanzminister in den Bundestagswahlkampf zieht, liegt bei einem Sonderparteitag Anfang Dezember.

SPD-Fraktionsvize Elke Ferner,die dem linken Parteiflügel zugeordnet wird, sagte zur Kandidatur Steinbrücks im Deutschlandradio Kultur: "Was uns eint ist, dass wir die konservativ-liberale Regierung loswerden wollen". Carsten Schneider, Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD und haushaltspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, erklärte, nur wenn sich die Partei geschlossen hinter Steinbrück stelle, habe sie eine Chance, die kommende Bundestagswahl zu gewinnen. In Umfragen liegt die SPD mit 27 Prozent deutlich hinter der Union, die auf 37 Prozent kommt.

Uneinigkeit in Sachen Rente

In der Debatte um ein neues Rentenkonzept zeichnete sich im SPD-Vorstand noch keine Einigung ab. Zwei Arbeitsgruppen sollen nun nach Wegen suchen, wie eine Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent bis 2030 verhindert werden kann. Die Parteilinke fordert eine Beibehaltung des jetzigen Niveaus von rund 50 Prozent. Der Vorschlag des Vorstandes umfasst unter anderem eine sogenannte Solidarrente von 850 Euro und die Möglichkeit für Langzeitversicherte, die Rente ohne Abschläge bereits vor der bisherigen Altersgrenze von 65 Jahren zu erhalten.

Die Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig (SPD).Die Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig (SPD) (dapd)Manuela Schwesig, stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD und Arbeits- und Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern, sagte im Deutschlandfunk, wichtiger als die Frage der Prozentzahl sei das Einkommen, auf dessen Grundlage die Rente berechnet würde. Es sei in diesem Sinne von großer Bedeutung für die SPD, etwas gegen Lohndumping zu tun.

Hat Steinbrück eine Chance? Stärkt er eher die Linken? Was macht die FDP? Diskutieren Sie mit auf der Facebook-Seite des Deutschlandfunks.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 07:50 Uhr Interview

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Bergtouren in NepalSolidarisch mit den Sherpas

Der Extrembergsteiger Reinhold Messner kritisiert den Tourismus am Mount Everest. Hunderte von nepalesischen Bergführern würden "ihren Kopf dafür in die Schlinge legen", damit "reiche Leute" den Gipfel erreichen.

20 Jahre BahnreformNoch immer Herrin der Schiene

Teil des Berliner Hauptbahnhofs (tief), aufgenommen am 12.09.2013. Der Bahnhof beherbergt fünf Verteilerebenen, der Höhenunterschied zwischen der obersten und untersten Ebene liegt bei 25 Metern. Foto: Peter Endig

Vor 20 Jahren entstand die Deutsche Bahn in ihrer heutigen Form. Die Länder bestimmen, wie viele Nahverkehrs- und Regionalzüge in ihrem Gebiet fahren sollen und es herrscht zudem Wettbewerb auf der Schiene. Doch es gibt auch Probleme.

Tourette-SyndromElektrische Ströme gegen die Tics

Das Modell eines menschlichen Gehirns

Unkontrollierte Zuckungen, Flüche und Beschimpfungen: Wer am Tourette-Syndrom erkrankt ist, leidet stark unter den Folgen. Nun aber gibt es Hoffnung für Betroffene: Hirnschrittmacher lassen die Tics fast völlig verschwinden.

Netzpolitik"Signal an Überwachungsstaaten"

Ein Messebesucher sitzt am 09.03.2014 auf dem Messegelände der CeBIT in Hannover (Niedersachsen) auf dem Stand der Firma VDE.

Der Rechtsexperte Matthias Kettemann sieht die Macht im Internet ungleich verteilt. Er pocht auf ein internationales Internetrecht. Das auf der Konferenz "Net Mundial" diskutierte "Multi-Stakeholder-Modell" hält er nicht für durchführbar.

Massaker im Südsudan"Die Katastrophe ist schon da"

Ein Foto des Kinderhilfswerks UNICEF zeigt drei Kinder in der südsudanesischen Stadt Mingkaman, während sie erschöpft darauf warten, als Hilfesuchende registriert zu werden.

Die Vereinten Nationen berichten von einem Massaker mit Hunderten Toten im Südsudan. Solche brutalen Übergriffe finden seit Mitte Dezember immer wieder statt, sagte Sudan-Expertin Marina Peter im DLF. Es drohe ein Ausmaß wie in Ruanda 1994.

ChronobiologieSpätschichten für Nachteulen

Zu müde zum Arbeiten

Der Kurort Bad Kissingen dreht am Rad der Zeit und will Erkenntnisse der Chronobiologie auf das Leben in der Stadt übertragen. Wer gerne früh aufsteht soll Frühschichten, Nachteulen dagegen spätere Dienste übernehmen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Russland und der Westen  verschärfen erneut den Ton | mehr

Kulturnachrichten

Frankreich:  Empörung über Neonazi-Feier im Elsass | mehr

Wissensnachrichten

Verbot  Verbot: Russland verbietet Schimpfwörter in Medien, Kunst und Filmen | mehr