Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Spionageverdacht im Gesundheitsministerium

Apotheker weisen Vorwürfe zurück

Wurden geheime Informationen aus dem Gesundheitsministerium verkauft? (picture alliance / dpa / Josef Horazny)
Wurden geheime Informationen aus dem Gesundheitsministerium verkauft? (picture alliance / dpa / Josef Horazny)

E-Mails, Gesetzentwürfe, geheime Daten - ein Computerspezialist soll mehr als zwei Jahre lang geheime Akten aus dem Gesundheitsministerium an die Pharmaindustrie verkauft haben. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt.

Wegen Datendiebstahls hat das Bundesgesundheitsministerium einen IT-Mitarbeiter eines externen Dienstleisters angezeigt. Er soll nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft einen freiberuflichen Lobbyisten der Apothekerschaft mit vertraulichen Informationen aus dem Ministerium versorgt und dafür Geld kassiert haben, berichtet Korrespondent Gerhard Schröder im Deutschlandradio Kultur.

Zweck der Spionage sei es gewesen, frühzeitig an Gesetzesvorhaben im Pharma- und Apothekenbereich zu gelangen und mit dem Informationsvorsprung eigene Strategien zu entwickeln. Der IT-Mitarbeiter habe sich um die EDV-Systeme im Gesundheitsministerium gekümmert und deshalb Zugang zu sensiblen Daten gehabt. Das Ausforschen habe vermutlich im Jahr 2010 begonnen.

Betroffen waren ersten Erkenntnisses zufolge auch E-Mails der Leitungsebene, also zum Beispiel von Minister Daniel Bahr und seinem Vorgänger Philipp Rösler (beide FDP). Bahr zeigte sich verärgert. "Ich bin stinksauer über diese kriminelle Energie. Das muss die Staatsanwaltschaft schnell aufklären", sagte der Minister der "Bild"-Zeitung.

Apothekerverband distanziert sich von Spionage

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände wies inzwischen Vorwürfe der Spionage zurück. Man werde alles tun, um den Sachverhalt aufzuklären und biete den Ermittlungsbehörden Unterstützung an, teilte der Verband mit. "Es war nie und es wird nie Politik unseres Hauses sein, die Interessen der deutschen Apothekerschaft per Scheckbuch zu vertreten. Wir lehnen eine auf solche Weise erfolgte Informationsbeschaffung strikt ab und distanzieren uns davon ausdrücklich", heißt es in einer Stellungnahme.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:02 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 03:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

SPD-BundesparteitagSehnsucht nach dem Neustart

SPD-Kanzlerkandidat Schulz stellt das Steuerkonzept der SPD auf einer Pressekonferenz am 19. Juni in Berlin vor. (AFP / Odd Andersen )

Agenda 2010 korrigieren, Europa stärken, Renten sichern: Auf dem Parteitag am Sonntag legen die Sozialdemokraten ihr Programm für die Bundestagswahl fest. Die Partei hofft auf ihren Aufschwung - verabschiedet aber ein Wahlprogramm, das notfalls auch zusammen mit der Union umgesetzt werden könnte.

Helge Schneiders neue Tour"Zum Glück gibt es Beethoven, Goethe und DJ Bobo"

Helge Schneider in der Berliner Waldbühne.  (imago/Future Image)

Helge Schneider füllt mit seinem Programm aus swingendem Jazz, absurden Anekdoten und Clownerie regelmäßig Deutschlands Hallen. Seine neue Tour "240 Years of Singende Herrentorte" wurde maßgeblich von Ludwig van Beethoven geprägt.

Street ArtWer ist Banksy und wenn ja, wie viele?

Ein Wandbild des britischen Street-Art Künstlers Banksy ist in Bethlehem (Westjordanland) in einem Raum des "The Walled Off Hotel" zu sehen. (dpa-Bildfunk / AP / Dusan Vranic)

Der britische Street-Art-Künstler Banksy ist nicht nur wegen seiner radikalen, subversiven Kunstaktionen eine Legende. Sondern auch, weil die Welt rätselt, wer sich eigentlich hinter dem anonymen Künstler verbirgt. Jetzt sind neue Spekulationen aufgetaucht.

Brexit-Verhandlungen"Hand ausstrecken haben wir ja dauernd gemacht"

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn (AFP/Matthew Mirabelli)

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn hat das britische Versprechen begrüßt, EU-Bürger nach dem Brexit nicht auszuweisen. "Alles andere wäre ja eine Kampfansage an die Europäische Union gewesen", sagte Asselborn im Dlf. Die knallharte europhobe Stimmung wie vor der britischen Parlamentswahl sei verflogen.

Muslimische DistanzierungsritualeGuter Moslem, böser Moslem

Männer beten auf einer Kundgebung gegen Islamophobie und Rassismus in Berlin. (imago / Christian Ditsch)

Ein Zeichen gegen den Terror wollten Muslime setzen, sich vom Extremismus distanzieren. Doch im Streit um das richtige Signal offenbaren die Verbände der muslimischen Community vor allem eins: ihre chronische Selbstbeschäftigung, meint Islamwissenschaftler Fabian Köhler.

SNAPCHATSnapMaps soll Instagram abhängen

Snapchat hat mit Instagram-Stories harte Konkurrenz. Jetzt hat Snap Inc. das Startup Zenly gekauft. Einen Kartendienst.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

London  Fünf Hochhäuser wegen Brandgefahr evakuiert | mehr

Kulturnachrichten

Ist Robert Del Naja doch Banksy?  | mehr

 

| mehr