Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Spitzentreffen im Erdbebengebiet

G8-Gipfel in Italien

Die Teilnehmer des G8-Gipfels in L'Aquila (AP)
Die Teilnehmer des G8-Gipfels in L'Aquila (AP)

In der italienischen Erdbebenregion Abruzzen sind die die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen zu einem dreitägigen Gipfel zusammengekommen. Die Spitzenpolitiker aus den USA, Deutschland, Japan, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien und Russland wollen über die Krise der Weltwirtschaft, über Maßnahmen gegen den Klimawandel und über die Entwicklungshilfe beraten.

Weitere Themen sind die Lage im Iran, in Nordkorea, Afghanistan und im Nahen Osten. Morgen wird die Runde um die G5-Staaten erweitert. Dazu zählen Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika. An den Beratungen zu Klimafragen nehmen auch Australien, Indonesien, Südkorea sowie Dänemark teil. Der chinesische Präsident Hu Jintao sagte seine Teilnahme unterdessen angesichts der anhalten Unruhen in der westchinesischen Provinz Xinjiang ab.

Pleuger: G8-Treffen zeigt Schwäche der UN

Der frühere deutsche UN-Botschafter Gunter Pleuger beklagte angesichts des G8-Treffens, dass die Lösung internationaler Probleme sich immer stärker in informelle Treffen von Staatsführern verlagert habe. Dies zeige, dass Institutionen wie die Vereinten Nationen nicht mehr richtig funktionierten, sagte Pleuger im Deutschlandradio Kultur. Er sprach sich dafür aus, Weltbank und Internationalen Währungsfond strukturell zu reformieren und den Weltsicherheitsrat zu erweitern.

Pfaffenbach: Es geht um eine neue Weltklimaordnung

Der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Bernd Pfaffenbach, sieht in dem G8-Gipfel eine "sehr große Chance". Er rechne vor allem bei der Bekämpfung des Klimawandels mit Ergebnissen, sagte Pfaffenbach am Dienstag im Deutschlandfunk.

Vereinzelte Proteste

Am Tag vor dem G8-Gipfel kam es zu einigen Protesten in Rom. Eine Autobahnauffahrt in Richtung des Gipfelorts L'Aquila wurde besetzt. Auch Autoreifen wurden in der italienischen Hauptstadt angezündet. 36 Personen wurden von den Sicherheitskräften festgenommen. In ganz Italien sind rund 15.000 Sicherheitskräfte im Einsatz, um einen reibungslosen Gipfel zu gewährleisten. 2001 war es in Genua beim letzten G8-Gipfel in Italien zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Dabei gab es Hunderte Verletzte und einen Toten.

Das globalisierungskritische Bündnis Attac misst dem G8-Gipfel in diesem Jahr dagegen keine große Bedeutung bei. Es seien keine Proteste geplant, sagte Hendrik Auhagen von Attac Deutschland. In Italien treffe sich ein "Kreis von Versagern". Entscheidend sei vielmehr der G20-Gipfel im Herbst in Pittsburgh, betonte Auhagen am Montag im Deutschlandradio Kultur.

Das G8-Treffen sollte eigentlich auf Sardinien stattfinden. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte den Gipfel jedoch in die Abruzzen verlegt. Dort hatte sich Anfang April ein schweres Erdbeben ereignet. Über 280 Menschen kamen dabei ums Leben, rund 17.000 Bewohner der Abruzzen wurden obdachlos. Viele Einwohner, von denen die meisten in provisorischen Zeltstädten leben, fühlen sich als Statisten missbraucht.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:33 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 18:10 Uhr Informationen am Abend

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Neuer Büchner-Preisträger "Ich bedaure Autoren, die nur Romane schreiben"

Der Schriftsteller Marcel Beyer (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Gerne nimmt sich der neue Georg-Büchner-Preisträger Marcel Beyer der Nachkriegszeit in Bundesrepublik und DDR an - stets mit Rückbezügen auf die NS-Zeit. Auslöser, sich mit Geschichte zu befassen, war Beyer zufolge die Fernsehberichterstattung über den Fall der Mauer. "Geschichte ist etwas, was sich ganz akut in dieser Sekunde vollziehen kann", sagte der Schriftsteller im Deutschlandfunk.

Nobelpreisträgertagung in LindauKluge Köpfe am Bodensee

Das Handout vom 26.06.2016 zeigt das Publikum bei der Eröffnung der Nobelpreisträgertagung im Lindauer Stadttheater. (Christian Flemming  /Lindau Nobel Laureate Meetings / dpa)

Noch bis Ende der Woche läuft in Lindau das 66. Treffen der Nobelpreisträger, in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Physik. Dass die Teilnehmer neben ihrem wissenschaftlichen "Know How" einen Sinn für Humor haben, das erfuhr Thomas Wagner bei seinem Besuch.

Arabische Clans in Berlin-NeuköllnVon falschen und enttäuschten Hoffnungen

Polizisten führen bei einem Einsatz eine Person in Handschellen aus einem Haus in Berlin im Bezirk Neukölln. (dpa/ picture-alliance/ Gregor Fischer)

Im April haben Sondereinsatzkommandos der Polizei bei Razzien in Berliner Wohnungen acht Männer festgenommen. Sie gehörten zu kurdisch-arabischen Clans, die speziell im Berliner Stadtteil Neukölln für schwere und organisierte Kriminalität bekannt sind. Wer sich auf die Suche nach Gründen dafür macht, stößt auf Geschichten von Entwurzelung und enttäuschten Hoffnungen. Für den deutschen Staat wird es Zeit, aus Fehlern zu lernen.

Malawi zwischen Dürre und FlutHunger im Land der Wetterextreme

Menschen erhalten am 15.3.2016 an einem Verteilungspunkt des UN World Food Programme nordwestlich von Lilongwe, Malawi, Lebensmittelhilfe. (picture alliance / dpa / Unicef / Chipiliro Khonje)

Im April hat die Regierung in Malawi wegen der Hungerkrise den Notstand ausgerufen: Derzeit sind mehr als acht Millionen Menschen in dem afrikanischen Land von Lebensmittelhilfe abhängig. Diszipliniert stehen sie in der brennenden Sonne Schlange.

RaumfahrtWeltraumbahnhof, teilmöbliert, in ruhiger Lage zu vermieten

Spaceport America. Das klingt nach Raumfahrt, Rakten, Weltall. Die Raumfahrtsache im ganz großen Stil. Tatsächlicher aber warten und hoffen sie dort auf irgend wen, der den Spaceport nutzen will. Für den Flug ins All, als Partylocation oder auch als Filmkulisse. Hauptsache Geld kommt rein.

Kriminalität im PflegesystemGut gepflegt - oder gepflegt betrogen?

Krankenhaus (imago/Gerhard Leber)

Rund 14.000 ambulante Pflegedienste gibt es in Deutschland, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen zu alten oder kranken Menschen ins Haus und pflegen sie dort. Doch nicht immer wird geleistet, was bezahlt wird. Der Abrechnungsbetrug ist so lukrativ, dass sich schon die organisierte Kriminalität dafür interessiert. Eine Gesetzesänderung soll Abhilfe schaffen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Nach britischem Austritts-Votum  Europäische Union will im September über weiteres Vorgehen entscheiden | mehr

Kulturnachrichten

Neuer Förderfonds für zeitgenössische Musik  | mehr

Wissensnachrichten

Computer  10.000 Dollar, weil Windows 10 den Rechner lahmlegt | mehr