Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Staatstrauer in Polen

Präsident Lech Kaczynski stirbt bei Flugzeugabsturz

Polens Präsident Lech Kaczynski (AP)
Polens Präsident Lech Kaczynski (AP)

Nach dem Tod von Präsident Lech Kaczynski wurde in Polen eine einwöchige Staatstrauer angesetzt. In Warschau sprach Regierungschef Tusk vom tragischsten Ereignis für die Nation seit dem Zweiten Weltkrieg.

In der Hauptstadt versammelten sich unterdessen Hunderte Menschen vor dem Präsidentenpalast. Auch in vielen anderen Orten gab es Trauerfeiern.

Tod des Präsidenten mit Bestürzung aufgenommen

In Deutschland löste der Tod Kaczynskis Trauer und Bestürzung aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach dem polnischen Regierungschef Donald Tusk ihr Beleid in einem Kondolenzschreiben aus. Darin heißt es, Deutschland stehe in dieser schweren Stunde in Mitgefühl und Solidarität an der Seite Polens.

In Kapstadt erklärte auch Außenminister Guido Westerwelle, man trauere mit den polnischen Nachbarn. Mit Kaczynski habe Europa einen klugen und energischen Gesprächspartner verloren. Bestürzt zeigten sich auch Vertreter der Bundestagsfraktionen. In Brüssel sprach NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen von einer Tragödie für Polen.

Pilotenfehler Ursache des Absturzes?

Kaczynskis Maschine war bei dichtem Nebel im Landeanflug auf Smolensk abgestürzt. Alle 97 Insassen starben, unter ihnen zahlreiche führende Politiker, Militärs und andere Vertreter Polens. Sie befanden sich zusammen mit dem Präsidenten und seiner Frau Maria Mackiewicz auf dem Weg zu einer Gedenkfeier im russischen Katyn. Dort hatte im Zweiten Weltkrieg der sowjetische Geheimdienst ein Massaker an Polen verübt. Der polnische Philosoph Krzysztof Wojciechowski (MP3-Audio) befürchtet nun, dass es Gerüchte geben werde, der russische Geheimdienst habe seine Finger bei dem Absturz im Spiel gehabt.

Für die Behörden kommt als Ursache bislang menschliches Versagen, das neblige Wetter oder ein technischer Defekt infrage. Der Kreml setzte eine Untersuchungskommission unter Leitung von Regierungschef Wladimir Putin ein.

In Polen übernimmt jetzt übergangsweise Parlamentschef Bronislaw Komorowski gemäß der Verfassung die Funktion des Staatsoberhaupts. In Kürze solle ein neuer Präsident gewählt werden, kündigte ein Regierungssprecher in Warschau an.



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Literatur

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

HIV-Infektionen in ChinaGefahr im Goldenen Dreieck

(picture alliance / dpa)

Ein Viertel der neuen HIV-Infektionen in China wird aus Yunnan im Südwesten des Landes gemeldet. Die Provinz grenzt an das berüchtigte Goldene Dreieck: eine Region, die als größte Produktionsstätte für Heroin gilt. Die Bewohner wissen kaum etwas über die Ansteckungsgefahr durch das Virus, nur wenige Betroffene erhalten Hilfe.

Claire Denis über "Un Beau Soleil Intérieur"Eine sexy Frau und jede Menge Neurosen

Die französische Regisseurin Claire Denis (dpa / Asatur Yesayants)

Als "eine Art Reise in die Weiblichkeit" schildert Regisseurin Claire Denis ihre Arbeit an "Un Beau Soleil Intérieur": eine romantische Komödie, mit der das Filmfest in München eröffnet wurde. Juliette Binoche spielt darin eine Künstlerin auf der Suche nach der großen Liebe.

Die Brücke über die Drina25 Jahre nach den Massakern im bosnischen Višegrad

Blick von der Seite auf die beinahe 500 Jahre alte Mehmed-Paša-Sokolović-Brücke über dem Fluss Drina in Višegrad. (imago/Boris Scitar)

"Die Brücke über die Drina" von Ivo Andric ist eine monumentale Erzählung über das multikulturelle Leben auf dem Balkan. Der historische Roman war in Jugoslawien Pflichtlektüre an vielen Schulen. Die "Brücke über die Drina" galt als Symbol von "Brüderlichkeit und Einheit".

"Rheingold" in DüsseldorfEin veritables Wagner-Wunder

Deutsche Oper in Düsseldorf (picture alliance / Horst Ossinger)

Vorzügliche Darsteller und ein Regisseur, der sich "erfrischend überhaupt nicht" um die Erwartungen an diesen "Mount Everest" des Musiktheaters schert: Unsere Kritikerin Ulrike Gondorf hat in Düsseldorf eine gelungene Inszenierung von Wagners "Rheingold" erlebt.

Von der UNESCO geschützte BräucheIst das wirklich typisch deutsch?

Das Bild zeigt Bürgermeister, Kurdirektor und drei weitere Personen beim Wassertreten in einem Außenbecken in Bad Münstereifel. (Deutschlandradio / Manfred Götzke )

In den Harzer Wäldern trainieren Vogelfreunde den Gesang von Buchfinken. Auf dem Darß in Mecklenburg-Vorpommern schlagen Reiter im vollen Galopp mit Keulen auf eine Tonne ein, um den Tonnenkönig zu küren. Diese etwas skurrilen Volksfeste, aber auch das Kneippen oder die Flussfischerei an der Sieg, eint eins: Sie gehören zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands.

Christian Kohlross: "Kollektiv neurotisch"Warum wir Narzissten, Hysteriker und Depressive sind

(Foto: imago / Cover: Dietz-Verlag)

Hysterisch, visionslos und wegen überhöhter Ansprüche ständig enttäuscht: Dem Therapeuten Christian Kohlross zufolge befindet sich der Westen in einem Zustand kollektiver Neurose. Da hilft nur: Die Gesellschaft auf die Couch!

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bundesparteitag in Dortmund  SPD trifft sich | mehr

Kulturnachrichten

"OST"-Zeichen auf Volksbühne wird abgebaut  | mehr

 

| mehr