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Startschuss für Olympia

392 deutsche Athleten treten an - darunter einige Medaillen-Hoffnungen

Olympioniken warten auf den Start von London 2012
Olympioniken warten auf den Start von London 2012 (picture alliance / dpa / Rolf Vennenbernd)

In London beginnen heute die 30. Olympischen Sommerspiele. Sportler und Organisatoren stehen in den Startlöchern und warten gebannt auf die Eröffnungszeremonie. Deutschlands Asse wollen in den nächsten 17 Wettkampftagen ihre Peking-Bilanz möglichst toppen.

In 23 Sportarten treten die deutschen Profis bei den Sommerspielen in London an. Einige von ihnen gelten als Aspiranten für Gold, etwa Tennisspielerin Angelique Kerber, die vor drei Wochen noch im Halbfinale des Grand-Slam-Turnieres stand. Sowohl alleine als auch im Doppel mit Sabine Lisicki peilt sie eine Medaille an.

Schwimm-Traumpaar Britta Steffen und Paul Biedermann bei den Olympischen SommerspielenSchwimm-Traumpaar Britta Steffen und Paul Biedermann (picture alliance / dpa / Patrick B. Kraemer)Auch das Schwimmer-Traumpaar Britta Steffen und Paul Biedermann soll nach Möglichkeit Gold holen; sie mit der Damen-Staffel, er über 400 Meter Freistil. "Eine Medaille ist immer ein Traum von mir gewesen", sagte der 25-Jährige in Londen. Dafür müsste er sich aber noch deutlich steigern. In der Weltjahresbestenliste liegt Biedermann derzeit nur auf Platz 15. "Ich habe aber noch nicht alle Karten aufgedeckt", sagte er.

In Form sind die Olympioniken bereits. "Alle fit", lautet die Diagnose der Ärzte, Physiotherapeuten und Sportpsychologen: "Ein Hochleistungssportler ist wie ein Formel-1-Auto", erklärt der leitende Physiotherapeut Klaus Eder die Notwendigkeit der medizinischen Begleitung der 392 deutschen Athleten. "Es reicht nicht, alle 30.000 Kilometer beim TÜV vorzufahren. Wir müssen da jeden Tag die Muskeln lockern und Feinjustierung betreiben."

5000 Dopingtests

Dass aus der Feinjustierung bei dem ein oder anderen der olympischen Sportler kein Doping wird, dafür sollen 5000 Dopingtests sorgen. Allein bei den Leichtathleten sind bereits zwölf Starter gesperrt worden, darunter der Ungar Zoltan Kövago. Damit hat Diskuswurf-Weltmeister Robert Harting aus Berlin einen ernsthaften Rivalen weniger. Prominenteste Sünderin ist die ukrainische Läuferin Natalija Tobias, die bei den Spielen 2008 in Peking über 1.500 Meter Bronze gewann.

Harsche Kritik müssen sich die deutschen Reiter gefallen lassen. "Sollte es auch nur den geringsten Vorfall geben, also die geringste Beanstandung im Bereich des Dopings, dann sind die öffentlichen Zuschüsse zu Ende", warnt der ehemalige Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Peter Danckert, im ZDF. Vor vier Jahren stand der deutsche Reitsport in Peking wegen diverser Doping- und Medikationsfälle in der Kritik. Kontrollen wurden angekündigt, aber noch nicht eingeführt.

Spannung vor Eröffnungszeremonie

Das Olympische Stadion in LondonDas Olympische Stadion in London (picture alliance / dpa / Kyodo)Mit der Eröffnungsfeier ab 22.00 Uhr beginnen die Sommerspiele offiziell. Gestartet haben bereits laut Zeitplan die Vorrunden für die beiden Fußballturniere, bei dem die Deutschen nicht vertreten sind. Die erste Entscheidung fällt am Samstag im Radsport beim Straßenrennen.

Die Macher der Olympia-Eröffnungszeremonie geben bis zum Schluss alles, um Details des Programms geheim zu halten. Am Donnerstag ließen sie Videos von der Generalprobe vom Internetportal YouTube entfernen. Bislang hatte es zwei Proben im Olympiastadion gegeben, bei denen allerdings einige Details ausgelassen wurden, damit tatsächlich niemand von ihnen erfährt. Hollywood-Regisseur und Zeremonienmeister Danny Boyle ("Slumdog Millionär") hatte die Zehntausenden Zuschauer persönlich aufgefordert, nichts von dem zu verraten, was sie sehen.

In den vergangenen Tagen waren trotzdem Informationen durchgesickert. So soll die von Boyle bereits angekündigte typisch englische Landschaft mit echten Schafen und Kühen von einem Bühnenbild abgelöst werden, das die Industrialisierung Großbritanniens zeigt. Eine große Rolle soll die britische Film- und Musikgeschichte spielen. Es fielen Namen wie James Bond und Paul McCartney.

Keine Schweigeminute für Opfer von München

IOC-Ehrenmitglied Walther TrögerIOC-Ehrenmitglied Walter Tröger (picture alliance / dpa / IOC / Richard Juilliart)Trotz des Vorstoßes von US-Präsident Barack Obama wird es während der Eröffnungsfeier keine Schweigeminute für die Opfer des Olympischen Attentates 1972 bei den Sommerspielen in München geben. Damals waren elf Mitglieder der israelischen Mannschaft getötet worden. Im Deutschlandradio Kultur verteidigte der frühere NOK-Präsident Walther Tröger die Entscheidung von IOC-Präsident Jacques Rogge: "Dieses ist ein globales Event, da gehört so etwas eigentlich nicht hin." Nach 40 Jahren müsse man nicht unbedingt während der Eröffnungsfeier der Opfer gedenken, dazu gebe es ausreichend andere Möglichkeiten, erklärte Tröger. So habe etwa Rogge am Montag im Olympischen Dorf der getöteten Sportler gedacht.

Die britische Regierung verschärfte aus Furcht vor Terroranschlägen die Sicherheitsvorkehrungen. Das Königreich wird zu den Spielen den größten Einsatz zu Friedenszeiten von weit über 17.000 Polizisten, Soldaten und privaten Sicherheitskräften erleben, 140 Einsatzorte müssen geschützt werden. Insgesamt werden die Sicherheitsvorkehrungen wohl 1,3 Milliarden Euro kosten - fast das Zehnfache dessen, was bei den Olympischen Spielen in Sydney vor zwölf Jahren für Sicherheit ausgegeben wurde, berichtete Jochen Spengler im Deutschlandradio Kultur.


Mehr zum Thema auf dradio.de:

Alle Beiträge über die Olympischen Sommerspiele auf unserem Portal London 2012

Mein Olympiafavorit für London 2012 - Korrespondenten stellen außergewöhnliche Sportler vor, (DKultur, Ortszeit)

Tröger lehnt Attentatsgedenken ab - Ex-Olympiakomitee-Präsident unterstützt die Haltung des IOC (DKultur)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr

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