Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Steinbrück-Honorar: Bochumer Stadtwerke streichen Veranstaltung

Personelle Konsequenzen nicht geplant

Stadtwerke Bochum: 25.000 Euro für Peer Steinbrücks Auftritt (picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)
Stadtwerke Bochum: 25.000 Euro für Peer Steinbrücks Auftritt (picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)

Ausgerechnet das Energieunternehmen der klammen Stadt Bochum zahlte Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (SPD) das höchste seiner Redehonorare. Die Stadtwerke zogen nun Konsequenzen: Den sogenannten Atrium-Talk wird es in Bochum in der bisherigen Form nicht mehr geben.

Bochums Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) sagte nach einer Aufsichtsratsitzung der Stadtwerke, es seien Fehler gemacht worden, die weiter aufgeklärt werden müssten. Personelle Konsequenzen wird es nach ihren Angaben vorerst nicht geben. Allerdings würden sich Wirtschaftsprüfer des Falls annehmen.

Die Bochumer Stadtwerke waren wegen einer Honorarzahlung für SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in die Kritik geraten. Steinbrück hatte für seine Teilnahme an einem "Atrium-Talk" 25.000 Euro erhalten. Die Stadtwerke hatten zunächst behauptet, den Politiker zu einer Spende aufgefordert zu haben, dies aber später zurückgenommen. Das Unternehmen hatten den "Atrium-Talk" nach eigenen Angaben zu wohltätigen Zwecken eingeführt und dazu immer wieder prominente Gäste eingeladen, die auch honoriert wurden.

Steinbrück spendet an soziale Einrichtungen

Steinbrück kündigte inzwischen an, sein Vortragshonorar von 25.000 Euro nachträglich zu spenden. Der frühere Finanzminister hatte die Einnahmen bereits komplett versteuert. Mit der jetzigen Spende zahlt er nach Medienberichten rund 13.000 Euro aus eigener Tasche drauf. Das Geld soll an soziale Einrichtungen gehen. Der ehemalige Bundesfinanzminister hat nach eigenen Angaben in den letzten Jahren rund 1,25 Millionen Euro brutto mit Reden und öffentlichen Auftritten eingenommen. Die anhaltende Debatte über Steinbrücks Vortragshonorare löste eine parlamentarische Debatte über neue Transparenzregelungen aus.

Blick in den Deutschen Bundestag in Berlin vor Beginn einer Sitzung des Parlaments. (AP)Keine Mehrheit im Parlament für den rot-grünen Antrag, Nebeneinkünfte exakt anzugeben (AP)SPD und Grüne scheiterten heute im Bundestag mit ihrem Vorstoß für eine verpflichtende betragsgenaue Offenlegung von Abgeordneten-Nebeneinkünften. Der Bundestag lehnte einen gemeinsamen Antrag der Parteien ab, der die Abgeordneten dazu verpflichtet hätte, ihre Nebeneinkünfte auf Euro und Cent genau anzugeben.

Ein reiches Unternehmen im armen Ruhrpott

Die Bochumer Stadtwerke sind über die Stadtgrenzen hinaus durch Beteiligungen an milliardenschweren Energie- und Wasserunternehmen bekannt. Über ein Konsortium aus Ruhrgebiets-Stadtwerken sind sie Teilhaber an Deutschlands fünftgrößtem Stromerzeuger Steag. Zudem gehört ihnen zusammen mit den Dortmunder Stadtwerken das Wasser- und Energieunternehmen Gelsenwasser. Auch an einem Offshore-Windpark vor der Nordseeinsel Borkum sind sie beteiligt. Die Stadtwerke selbst haben zuletzt 450 Millionen Euro umgesetzt. An die Stadt flossen 30 Millionen Euro Gewinn. Dazu kamen 20 Millionen Euro an Konzessionsabgaben.

Weitere Beiträge zu Steinbrücks Honoraren:

Kommentar: "Armutszeugnis für Bochum" - Barbara Schmidt-Mattern findet die Ergebnisse der Aufsichtsratssitzung dürftig
Steinbrück weist Vorwürfe in Honorardebatte zurück - SPD-Kanzlerkandidat: Veröffentlichungspflichten "lupenrein" eingehalten
Reck: Sponsoring in der Kommunalwirtschaft ist legitim - Hans-Joachim Reck vom Verband kommunaler Unternehmen über Sozial-Sponsoring bei Stadtwerken vor dem Fall Steinbrück

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Technikwunder am GotthardDer längste Bahntunnel der Welt

Eine Lok mit der Aufschrift "Flachbahn durch die Alpen Gotthard-Basistunnel 2016 Ceneri-Basistunnel 2016" fährt am 15.11.2012 bei Erstfeld bei der Loktaufe aus dem Gotthard-Basistunnel. (dpa-Bildfunk / AlpTransit Gotthard AG)

Es ist ein Ereignis von verkehrshistorischer Bedeutung: Am 1. Juni wird mit dem Gotthard-Basistunnel in der Schweiz nach 17 Jahren Bauzeit der längste Eisenbahntunnel der Welt eröffnet. Er soll die Verlagerung des Gütertransports von der Straße auf die Schiene fördern.

Bürgerrechtsbeauftragter in PolenHüter der Freiheit, Gegenspieler der Mächtigen

Porträt des polnischen Bürgerrechtsbeauftragten Adam Bodnar (picture alliance / dpa / Tomasz Gzell)

Der polnische Bürgerrechtsbeauftragte Adam Bodnar ist weitaus mächtiger als viele seiner Kollegen in den europäischen Nachbarstaaten. Er ist ein Mann der leisen Töne - unterschätzen sollte ihn die Regierung in Warschau deswegen aber besser nicht.

Ersatzteile zum SteckenBaustelle Smartphone

Weil es immer wieder ein neues, geileres Smartphone gibt, wechseln wir spätestens alle zwei Jahre das Gerät. Damit der Elektroschrotthaufen aber nicht unendlich weiter wächst, sollen Stecksysteme die Halbwertszeit verlängern.

Schwere Unwetter in Deutschland"Wir behalten diese gefährliche Unwetterlage"

Nach einem Unwetter mit starken Regenfällen ist am 29.05.2016 eine Straße in Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) überschwemmt. (dpa / picture-alliance / Jonas Heilgeist)

Blitze, Hagel, Sturmböen und Starkregen: Ein Unwetter hat weite Teile im Süden des Landes verwüstet und auch im Westen und Norden sieht es ziemlich düster aus. Schuld daran ist das Tief "Elvira", das seit vielen Tagen über Deutschland liegt. Die Stagnation der Wetterlage sei deshalb besonders gefährlich, "weil wir ja anders als bei einer Badewanne keinen Abfluss haben", sagte die Meteorologin Katja Horneffer im DLF.

Philosoph Wolfram Eilenberger"Die integrative Kraft des Sports ist ein Mythos"

Die deutschen Spieler Torwart Bernd Leno (hinten, l-r), Sebastian Rudy, Jonas Hector, Mario Gomez, Antonio Rüdiger, Samy Khedira und Jerome Boateng sowie (vorne, l-r) Leroy Sane, Julian Draxler, Mario Götze und Joshua Kimmich. (dpa / Christian Charisius)

Der Philosoph Wolfram Eilenberger sieht in Deutschland ein hohes Maß an Alltagsrassismus. Die angebliche Boateng-Äußerung von AfD-Vize Alexander Gauland nannte er im Deutschlandfunk unverantwortlich. Die "integrative Kraft des Sports" bezeichnete Eilenberger allerdings als Mythos: "Wir bilden uns ein, dass der Sport eine sehr starke integrative Kraft hat, während das nur in zwei, drei Sportarten der Fall ist."

Hass auf Schwule in RusslandWas tun? Nicht aufgeben!

Zwei Männer küssen sich. (picture alliance / dpa)

Die Situation der Homosexuellen in Russland ist prekär, und Präsident Putin kümmert das wenig. Markus Ulrich vom Lesben- und Schwulenverband sieht die Diskriminierung in einem größeren Zusammenhang: als Teil einer antidemokratischen Entwicklung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Luxemburg  Christdemokraten im Europaparlament feiern 40-jähriges Bestehen | mehr

Kulturnachrichten

Taco Dibbits neuer Direktor des Rijksmuseums  | mehr

Wissensnachrichten

Sonne  Lichtphänomen in Manhattan | mehr