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Steinbrück sackt in der Wählergunst ab

Mit Inhalten will der Kanzlerkandidat wieder Land gewinnen

Für ihn läuft es momentan alles andere als gut: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (picture alliance / dpa / Jens Wolf)
Für ihn läuft es momentan alles andere als gut: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (picture alliance / dpa / Jens Wolf)

Kanzlergehalt, Vortragshonorare, Merkels Frauenbonus: Die umstrittenen Einlassungen von Peer Steinbrück haben laut Meinungsforschern dem SPD-Kanzlerkandidaten schwer geschadet. Dennoch können Sozialdemokraten und Grüne laut Umfragen auf einen Regierungswechsel in Niedersachsen hoffen.

"Er kann es", hatte Altkanzler Helmut Schmidt über Peer Steinbrück vor dessen Nominierung zum SPD-Kanzlerkandidaten gesagt. Damals war Steinbrück einer der beliebtesten Politiker, knapp hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Seitdem hat sein Ansehen durch Berichte über ausufernde Nebeneinkünfte sowie Äußerungen über das Kanzlergehalt und einen "Frauenbonus" für Merkel massiv gelitten: Mit Steinbrücks Arbeit zeigten sich im ARD-DeutschlandTrend nur noch 36 Prozent der Deutschen zufrieden - gegenüber 59 Prozent nach seiner Nominierung vor drei Monaten. Damit ist der Herausforderer von Amtsinhaberin Merkel unbeliebter als Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin.

Ein Imageschaden mit Folgen, warnt der Leiter des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner: "Wenn ein Bild sich mal so verfestigt hat und im Falle Steinbrück negativ verfestigt hat, dann ist es sehr, sehr schwer, davon wieder herunterzukommen"- so seine Einschätzung im Deutschlandfunk-Interview.

Steinbrück selbst will nun mit der Betonung politischer Inhalte gegensteuern. Die Wähler erreiche man am besten mit Themen, sagte er der "Bild"-Zeitung. Als Beispiel nannte er die Pläne der SPD für eine Mietpreis-Begrenzung.

Fraktionschef Steinmeier: SPD soll am Erscheinungsbild arbeiten

Frank-Walter Steinmeier (Thomas Köhler/ photothek.net)Unzufrieden mit dem Erscheinungsbild der SPD: Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (Thomas Köhler/ photothek.net)Bei den Sozialdemokraten wächst merkbar die Ungeduld: SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier forderte seine Partei auf, an ihrem Erscheinungsbild zu arbeiten. Die Präsentation müsse deutlich verbessert werden, sagte er zum Abschluss einer SPD-Fraktionsklausur in Berlin. Mit Blick auf die schlechten Umfragewerte des Kanzlerkandidaten betonte er, bis zu den Bundestagswahlen sei es noch eine Weile hin. Bestimmte Sachverhalte seien in der Debatte um Steinbrück unnötig zugespitzt worden.

Knappes Rennen in Niedersachsen prognostiziert

Steinbrücks Sinkflug in der Beliebtheitsskala hat den Sozialdemokraten als Partei bislang wenig geschadet - zumindest nicht in Niedersachsen. Vor der Landtagswahl in den Niedersachsen am Sonntag in einer Woche, dem voraussichtlich letzten Stimmungstest vor der Bundestagswahl im Herbst, liegen SPD und Grüne in Umfragen knapp vor CDU und FDP.

Die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Niedersachsen, McAllister (rechts) und Weil (dpa / Jochen Lübke)Die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Niedersachsen, McAllister (rechts) und Weil (dpa / Jochen Lübke)Selbst Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) glaubt nach eigenen Worten an ein Kopf-an-Kopf-Rennen. "Wir sind fest entschlossen, erst jetzt richtig durchzustarten", sagte McAllister im ZDF. "Am Ende wird die CDU mit der FDP vorne liegen und ich bleibe Ministerpräsident." Dabei ist unklar, ob die Liberalen die Fünf-Prozent-Hürde überhaupt schaffen und wieder in den Landtag einziehen. Fast jeder zweite im DeutschlandTrend befragte CDU-Wähler stimmte der Formulierung zu: "Wer McAllister als Ministerpräsident behalten will, sollte überlegen, FDP zu wählen".

Im Fernsehduell konnte McAllister nach Einschätzung von Beobachtern allerdings nicht punkten, sein SPD-Herausforderer Stephan Weil aber auch nicht. Lediglich bei den Themen Linkspartei und Bildung kam Streit zwischen beiden Kandidaten auf. Jede Stimme zähle, appellierten beide Politiker an die 6,2 Millionen Wahlberechtigten. In Niedersachsen wird am 20. Januar der neue Landtag gewählt.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:04 Uhr

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