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Steinbrücks Millionen-Vorträge

SPD-Kanzlerkandidat zeigte zwei Reden nicht an

Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im Deutschlandfunk (Deutschlandradio - Bettina Straub)
Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im Deutschlandfunk (Deutschlandradio - Bettina Straub)

89 Mal trat Peer Steinbrück in den vergangenen vier Jahren gegen Honorar ans Rednerpult, 1,25 Millionen Euro brutto gab es dafür insgesamt. Im vorgelegten Bericht der Wirtschaftsprüfer finden sich zwei Lücken. Die Opposition hält sich mit Kritik zurück.

<p>Er habe die beiden fehlenden Vorträge mittlerweile beim Bundestag nachgemeldet, erklärte Peer Steinbrück (SDP) <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/10/30/dlf_20121030_1217_ded3e840.mp3" title="Informationen am Mittag, Deutschlandfunk (mp3-Audio)">bei der Vorstellung seiner Honorarübersicht in Berlin</a>. Die von ihm beauftragten Wirtschaftsprüfer hatten darin vermerkt, die zwei im Oktober 2011 gehaltenen Reden seien nicht entsprechend den Verhaltensregeln für Mitglieder des Deutschen Bundestages angezeigt worden. Beide Reden seien unverdächtig, sagte Steinbrück, beide hätten sich auf das Thema Finanzmarktregulierung bezogen.<br /><br /></p><p><strong>"Standardhonorar" von 15.000 Euro</strong></p><p>Der frühere Bundesfinanzminister hielt seit seinem Ausscheiden aus der Regierung vor vier Jahren 89 entgeltliche Vorträge. <LE_86834>Wie aus der Liste hervorgeht<LE_86834>, wurde die überwiegende Mehrzahl der Reden mit dem "Standardhonorar" von Steinbrücks Agentur in Höhe von 15.000 Euro vergütet, was nach Steuern ungefähr 7.300 Euro ausmache, so Steinbrück. In der gleichen Zeit habe er auch 237 Reden ohne Honorar gehalten beziehungsweise den Erlös wohltätigen Zwecken zukommen lassen. Die höchste Vergütung erhielt Steinbrück für einen Vortrag bei den Stadtwerken Bochum, für den er 25.000 Euro brutto berechnete.<br /><br />Steinbrück sagte, er habe die vielen Vortrags-Anfragen angenommen "in einer Zeit, als weder die SPD noch ich selbst die Idee hatten, wieder in den Ring zu steigen". Die Vorwürfe, er sei abhängig von seinen Auftraggebern geworden, seien "absurd". <br /><br /></p><p><strong>Steinbrück: "Ich gehe damit weit über Transparenzregeln hinaus"</strong></p><p>Der SPD-Politiker betonte, seine Nebeneinkünfte seien nun "nach Euro und Cent einschließlich Nebenkosten" veröffentlicht. "Ich gehe damit weit über die bisher geltenden Transparenzregeln hinaus."<br /><br />In Richtung von Union und FDP, die den designierten Kanzlerkandidaten der SPD <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="223099" text="dazu aufgefordert hatten" alternative_text="dazu aufgefordert hatten" />, seine Nebeneinkünfte aus der Vortragstätigkeit offenzulegen, sagte Steinbrück: "Diejenigen, die die Möglichkeit suchten, mir einen Stein gegen den Kopf zu werfen mit Blick auf eine mangelnde Transparenz, tragen jetzt dazu bei, dass aus diesem Stein ein Bumerang wird, der an den eigenen Kopf zurückfliegt."<br /><br /></p><p><strong>Grüne verlangen volle Offenheit von allen Parlamentariern</strong></p><p>"Das ist ein großer Fortschritt", fasst Gregor Hackmack von der Internetplattform Abgeordnetenwatch die Veröffentlichung zusammen. Nun müsse man sich die einzelnen Vorträge genauer anschauen und beurteilen, ob Steinbrück eventuell sein Bundestagsmandat vernachlässigt habe, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="226353" text="so Hackmack im Deutschlandfunk" alternative_text="so Hackmack im Deutschlandfunk" />. Steinbrück habe mehrere Bundestagssitzungen versäumt, um am selben Tag honorierte Vorträge zu halten.<br /><br />Unions-Fraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer erklärte, "es ist gut und richtig, wenn man als Kanzlerkandidat freiwillig Klarheit darüber schafft, ob das Bundestagsmandat oder Vortragsveranstaltungen im Mittelpunkt der Abgeordnetentätigkeit stand." Vertreter der Grünen sowie die Organisation Transparency International verlangten nun eine volle Offenheit von allen Parlamentariern.</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr

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