Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Steinmeier rät Wulff zu Absage des Zapfenstreichs

Fraktionschefs wurden zu Zeremonie nicht eingeladen

Frank-Walter Steinmeier, SPD-Fraktionschef (AP)
Frank-Walter Steinmeier, SPD-Fraktionschef (AP)

Am Donnerstag soll Christian Wulff mit einem Großen Zapfenstreich feierlich verabschiedet werden - doch die Diskussion über die Ehrung nimmt kein Ende. SPD-Fraktionschef Steinmeier rät Wulff zum Verzicht.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier hat an den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff appelliert, auf den geplanten Großen Zapfenstreich zu verzichten. Er glaube nicht, dass die Veranstaltung noch einigermaßen würdevoll über die Bühne gehen könne, sagte Steinmeier. Bereits gestern hatten die SPD-Politiker Johannes Kahrs und Carsten Schneider den Zapfenstreich für Wulff kritisiert.

Zu der militärischen Zeremonie werden am Donnerstag rund 200 Gäste im Schloss Bellevue erwartet, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsminister Thomas de Maizière (beide CDU). Zudem wollen Vertreter der Verfassungsorgane, der Bundeswehr, Mitglieder des Diplomatischen Korps und Familienangehörige teilnehmen. Die Partei- und Fraktionschefs der Parteien im Bundestag wurden nicht eingeladen, hieß es aus dem Bundespräsidialamt.

Am Montag hatten alle vier noch lebenden Altbundespräsidenten - Köhler, Herzog, Weizsäcker und Scheel - ihre Nichtteilnahme angekündigt. Der Staatsrechtler Martin Morlok sieht die Absagen als ein Zeichen der Distanzierung von Wulff.

Für den Großen Zapfenstreich hat Wulff sich die Lieder "Alexandermarsch" von Andreas Leonhardt, "Over the rainbow" von Harold Arlen, "Da berühren sich Himmel und Erde" des Komponisten Christoph Lehmann sowie Ludwig van Beethovens "Ode an die Freude" gewünscht.

Wulff war am 17. Februar als Bundespräsident zurückgetreten. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Hannover die Aufhebung seiner Immunität durch den Bundestag beantragt. Hintergrund sind Wulffs Beziehungen zu dem Filmunternehmer David Groenewold. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Vorteilsnahme.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:48 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:30 Uhr Lesezeit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr Konzert

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 20:00 Uhr Eine Stunde Talk

Aus unseren drei Programmen

EU-ErmittlungenStrafe für Le Pen wegen illegaler Parteienfinanzierung

Sie sehen die Vorsitzende des Front National, Marine Le Pen, kurz nach ihrer Ankunft auf einer Wahlkampf-Veranstaltung in Lyon. (AFP / Jeff Pachoud)

Die Front National-Chefin und EU-Abgeordnete Marine Le Pen hat Betrugsvorwürfe bestritten, Partei-Mitarbeiter auf EU-Kosten beschäftigt zu haben. Sie weigert sich, der EU die unrechtmäßig gezahlten Gelder zurück zu erstatten. Ab März wird sie nun auf die Hälfte ihrer Diäten verzichten müssen.

Berliner Zoos im Kalten KriegElefanten für den Klassenkampf

Elefanten im Tierpark Berlin (dpa / picture-alliance / Berliner_Kurier)

Die Systemkonkurrenz zwischen BRD und DDR machte vor exotischen Tieren nicht Halt. In Berlin war die Frage: Wer hat mehr Krokodile und Elefanten, der Zoo im Westen oder der Tierpark im Osten? Jan Mohnhaupt hat ein Buch über den absurden Kampf der Zoodirektoren und die "Nachrüstung mit Pandas" geschrieben.

Die Zeichnerin Sarah Glidden Comics gegen die Spaltung der Gesellschaft

Die Comiczeichnerin Sarah Glidden (Sarah Shannon / Reprodukt)

Die Comic-Zeichnerin Sarah Glidden versucht mit ihren Anti-Trump-Cartoons, Aussagen des US-Präsidenten zu Muslimen und Flüchtlingen zu widerlegen. Auf ihrer Lesereise durch Deutschland stellt Glidden zudem ihre Comic-Reportage aus dem Nahen Osten vor.

Berlin-NeuköllnDer rätselhafte Mord an Burak Bektaş

Eine Demonstrantin hat sich am 05.04.2014 in Berlin bei einer Demonstration zum Gedenken an den 22-jährigen Burak Bektas ein Portrait des Ermordeten an das Kopftuch gehängt. (picture alliance / dpa / Florian Schuh)

2012 wird in Berlin-Neukölln der 22-jährige Burak Bektaş erschossen. Der Mord ist bis heute ungeklärt. Hinweise deuten auf einen rechtsextremen Tathintergrund, konkrete Beweise fehlen jedoch.

Nachhaltige ProduktionDas Prinzip Cradle to Cradle

Schaufensterpuppen stehen im Foyer des Textil-Unternehmens Beysun, aufgenommen am Montag (09.05.2011) in Berlin vor dem Firmensitz. Allein 40.000 Selbständige nichtdeutscher Herkunft sind in Berlin gemeldet, davon 6.500 aus der Türkei.  (picture-alliance / Soeren Stache)

Mit dem Konzept Cradle to Cradle, englisch für "von der Wiege zur Wiege", verfolgen Umweltschützer und Produktdesigner das Ziel, Materialien und Nährstoffe endlos zirkulieren zu lassen. Kein Rest soll zurückbleiben. Bereits bei der Produktentwicklung muss daher ganzheitlich und zukunftsorientiert gedacht werden.

Zum Tod von Stanisław SkrowaczewskiEin kollegialer Mitschöpfer

Der Dirigent Stanislaw Skrowaczewski (picture alliance / dpa / Hermann-Josef Wöstmann)

Er war einer der ältesten aktiven Dirigenten im internationalen Konzertleben: Stanisław Skrowaczewski. Der polnisch-amerikanische Maestro ist am 21.Februar im Alter von 93 Jahren in Minnesota gestorben. Seine musikalischen Abende erhielten stets eine besondere Aura.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Stahlindustrie  Erste Tarifrunde bleibt ohne Ergebnis | mehr

Kulturnachrichten

Kuba: Bücher des Ch. Links Verlag beschlagnahmt  | mehr

Wissensnachrichten

Lebenserwartung  Männer holen auf | mehr