Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Steinmeier warnt vor Dauerwahlkampf

Zweiter Jahrestag von Angela Merkels Wahl zur Kanzlerin

Angela Merkel spricht mit Franz Josef Jung (Mitte) und Frank-Walter Steinmeier. (AP)
Angela Merkel spricht mit Franz Josef Jung (Mitte) und Frank-Walter Steinmeier. (AP)

Zur Halbzeit der Wahlperiode hat der neue Vizekanzler, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, zu mehr Geschlossenheit in der Großen Koalition gemahnt. Mit Blick auf die große Verantwortung für die Menschen in Deutschland und Europa könne man sich einen Dauerwahlkampf in den nächsten zwei Jahren nicht leisten, betonte der SPD-Politiker im ZDF.

Nach Ansicht des Politologen Gero Neugebauer kommt Steinmeiers Warnung zu spät: Die Große Koalition befinde sich bereits seit dem Sommer im Wahlkampf, sagte Neugebauer im Deutschlandfunk. (Text/ MP3-Audio)

Bundeskanzlerin Angela Merkel indes ist nach eigenen Worten zuversichtlich, dass die große Koalition künftig geschlossener als in den vergangenen Wochen auftritt. Die CDU-Vorsitzende sagte dem Fernsehsender N24, sie habe "den Eindruck, dass wir uns unserer Verantwortung als Koalition, als Gesamtregierung bewusst sind". Mit einem Appell zur Geschlossenheit hatte sich auch der bisherige Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) aus der Regierung verabschiedet. Die Große Koalition habe Verantwortung für das Ganze, sagte er bei seinem letzten Auftritt im Kabinett in Berlin.

Sachsens Kultusminister: Volksparteien müssen mehr Profil zeigen

Steffen Flath, Kultusminister in Sachsen (CDU) (AP Archiv)Steffen Flath . (AP Archiv)Sachsens Kultusminister Steffen Flath forderte hingegen Union und SPD auf, in der Großen Koalition stärker Profil zu zeigen. Es sei der Demokratie nicht förderlich, wenn sich die zwei Volksparteien kaum unterschieden, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Vor allem in Ostdeutschland, das erst seit 18 Jahren die Demokratie übe, sei das Vertrauen in die politischen Institutionen und die Demokratie an sich noch nicht sehr ausgeprägt.
(Text/ MP3-Audio)

Historiker: Merkel handelt wie Bismarck

Der Berliner Historiker Jürgen Kocka stellte Bundeskanzlerin Merkel zur Halbzeit ein gutes Zeugnis aus. "Frau Merkel ist zwar nicht unbedingt die Stärkste auf dem Gebiet der Formulierung großer visionärer Zielsetzungen", sagte der Historiker im Deutschlandradio Kultur, aber sie handle "mit Augenmaß" aus der Situation heraus, genau wie Bismarck.

Der Publizist und Fernsehproduzent Friedrich Küppersbusch widersprach Kockas Lob und warf Merkel vor, keine Linie zu verfolgen; "Frau Merkel schuldet uns die Ansage, in welche Richtung es weiter gehen soll." Sie habe ihr neoliberales Profil aus dem Wahlkampf wie eine "glühend heiße Kartoffel" losgelassen, nachdem sie dadurch fast die Wahl verloren hätte. "Das größte Glück, was ihr passiert ist, ist, dass sie für die der CDU/CSU amputierte soziale Fraktion eine domestizierte Sozialdemokratie geschenkt bekommen hat", sagte Küppersbusch. (Text/ MP3-Audio)

Die US-amerikanische Philosophin Susan Neiman lobte im Deutschlandradio Kultur Merkels Einsatz für den Klimaschutz. Allerdings wünscht sich die Leiterin des Einstein Forums in Potsdam von Merkel stärkere Kritik an der Politik der USA und Chinas. (Text/ MP3-Audio)

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, zog eine positive Halbzeitbilanz der Politik von Kulturstaatsminister Bernd Neumann. "Er ist einfach ein Strippenzieher, und manchmal braucht man auch im Kulturbereich so einen Strippenzieher", sagte Zimmermann im Deutschlandradio Kultur über den CDU-Politiker.
(Text/MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:26 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:05 Uhr Studio 9 kompakt

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Endlich Samstag

Aus unseren drei Programmen

Nach der Wahlschlappe der UnionKanzlerin fernab ihres Volkes

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Hände zu einer Raute geformt. (dpa picture alliance/ Michael Kappeler)

Die CDU muss sich erneuern. Das habe nicht zuletzt der Rücktritt von Sachsens Ministerpräsident Stanislav Tillich gezeigt, kommentiert unser Hauptstadtkorrespondent Volker Finthammer. Aber ist Angela Merkel dafür die richtige Vorsitzende?

Eine Lange Nacht über die Gruppe 47Das Wirtschaftswunder der Literatur

Heinrich Böll, Ilse Aichinger und Günther Eich 1952 während der Tagung der Gruppe 47 (v.lks).  (picture alliance / dpa)

Die Gruppe 47 ist ein Mythos geworden. Autoren wie Günter Grass oder Hans Magnus Enzensberger wurden durch sie berühmt und bestimmten die gesellschaftspolitische Diskussion.

Sondierungsgespräche"An der Union wird Jamaika nicht scheitern"

Der CDU-Europaabgeordnete Daniel Caspary. (Europäische Union / Fabry)

Am Freitag fanden die ersten Sondierungsgespräche von Union, FDP und Grünen statt. Der CDU-Europapolitiker Daniel Caspary zeigte sich im Dlf zuversichtlich, dass die Verhandlungen erfolgreich enden können. "Rumpeln" werde es vor allem bei Wirtschaftsthemen.

Samenspende vom gefallenen SohnEltern kämpfen für ihr Recht auf ein Enkelkind

Irit und Asher Shahar an Omris Grab (Igal Avidan)

Seit der Staatsgründung 1948 starben in Israel über 23.000 Soldaten. Deren Eltern nennt man dort "verwaist". Zwei dieser Hinterbliebenen kämpfen um ein Enkelkind von ihrem während des Militärdienstes gefallenen Sohnes.

Wunschlisten vor SondierungsgesprächenDie finanzielle Spielraum ist enger als gedacht

Zahlreiche verschiedene Geldscheine. (dpa/picture-alliance/Daniel Reinhardt)

Wenn jetzt über die Bildung einer Regierungskoalition verhandelt wird, dann geht es auch darum, welche Steuern vielleicht gesenkt werden oder wo Ausgaben erhöht werden können. Wenn alle Ideen umgesetzt würden, könnten die Kosten bei bis zu 180 Milliarden Euro liegen - so viel Geld gibt es aber nicht.

Literaturscouts in New YorkAuf der Suche nach dem nächsten Bestseller

Buchladen in Williamsburg, Brooklyn, New York (imago/UIG)

Was sich in den USA verkauft, funktioniert meist auf der ganzen Welt. Also schicken Verlage Literaturscouts besonders nach New York, dem Mekka der nordamerikanischen und internationalen Literatur. Die Scouts haben feine Spürnasen und sind vor allem eines: schnell.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

"Jamaika"-Sondierung  Parteien bereiten weitere Gesprächsrunden vor | mehr

Kulturnachrichten

Berliner East Side Gallery braucht Bildungsprogramm  | mehr

 

| mehr