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Streit um Nutzung des Berliner Stadtschlosses

Konzept für Humboldt-Forum offen

Die Fassade des Stadtschlosses in Berlin im Jahr 1950. (AP Archiv)
Die Fassade des Stadtschlosses in Berlin im Jahr 1950. (AP Archiv)

Nachdem das Land Berlin am Montag zugesagt hat, sich mit 32 Millionen Euro am Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses zu beteiligen, rückt nun die Frage der Nutzung wieder in den Mittelpunkt.

Berlin soll im zukünftigen Humboldt-Forum, das in die Schlossfassade integriert wird, rund 5000 Quadratmeter Nutzungsfläche zugesprochen bekommen. Ursprünglich waren 12.000 Quadratmeter geplant. Von früheren Plänen, dass die Fläche gemeinsam von der wissenschaftlichen Sammlung der Humboldt-Universität und der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) genutzt wird, ist man deshalb wieder abgerückt.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte gestern erklärt, es gebe in dem geplanten Humboldt-Forum nur Platz für ein "Schaufenster" der Bibliothek. Gleichwohl sei dies keine Vorentscheidung zugunsten der Sammlung der Humboldt-Universität. ZLB-Chefin Claudia Lux kündigte daraufhin an: "Wir kämpfen um die 5.000 Quadratmeter". Die Bücherei gehöre dorthin, weil der Schlossplatz sich dann mit Menschen fülle.

Unterstützung erhielt sie von der Fraktion der Linkspartei.PDS im Berliner Abgeordnetenhaus. Parteichef Klaus Lederer setzte sich für eine öffentliche Nutzung des Humboldt-Forums ein. Soweit dies durch landeseigene Einrichtungen geschehe, sei seine Partei auch bereit, dafür einen finanziellen Beitrag zu leisten. Die Ankündigung, im Architekturwettbewerb mit Schlossfassade und Kuppelbau inhaltliche Vorgaben machen zu wollen, hält die Linkspartei jedoch für falsch.

Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hingegen bevorzugt nach eigenen Angaben eine Nutzung durch die Humboldt-Universität.

Baukosten geringer als geplant

Insgesamt soll das geplante Humboldt-Forum rund 480 Millionen Euro kosten,
sagte Tiefensee am Montag in Berlin. Damit ist es erheblich günstiger als die ursprünglich veranschlagten 750 Millionen. Tiefensee erklärte, der Verzicht auf das ursprünglich geplante Hotel und eine Tiefgarage verminderten die Baukosten. Der Baubeginn soll 2010 sein, 2013 soll das Humboldt-Forum dann der Öffentlichkeit übergeben werden.

Die Obfrau der CDU/CSU-Fraktion im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien, Monika Grütters, begrüßte die Entscheidung Berlins, sich finanziell am Bau des Humboldt-Forums zu beteiligen. Grütters sagte im Deutschlandradio Kultur, es gebe nun eine zeitliche Planung, die auch finanziell "einigermaßen seriös" wirke. "Damit kommt das Stadtschloss in greifbare Nähe." Zugleich stellte sie den Zeitplan infrage. (Text / MP3-Audio)

Der Journalist Tomas Fitzel hat die Einigung über die Finanzierung des Humboldt-Forums in Berlin als Scheinkompromiss bezeichnet: "Berlin ist jetzt am Humboldt-Forum eigentlich nur noch mit einem symbolischen Teil beteiligt. 5.000 Quadratmeter von 50.000, also ein Zehntel." Man habe zuvor weitaus größere Pläne gehabt, sagte Fitzel im Deutschlandfunk.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:22 Uhr

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