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Studie: Atomausstieg muss Strom nicht teurer machen

Preisanstieg kann durch mehr Energieeffizienz gedämpft werden

Das Deutsche Institut für Wirtschaft hat die Folgekosten der Energiewende für die Verbraucher berechnet (AP Archiv)
Das Deutsche Institut für Wirtschaft hat die Folgekosten der Energiewende für die Verbraucher berechnet (AP Archiv)

Laut einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie macht der Atomausstieg den Strom nicht unbedingt teurer. Der Großhandelspreis würde dank höherer Energieeffizienz kaum noch ansteigen. Auf diese Weise könnten die restlichen Kraftwerke die Nachfrage überwiegend decken.

Wieviel die Verbraucher für Atomausstieg und Energiewende letzten Endes zahlen müssen, das sollte in einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) errechnet werden. Das Ergebnis: Der Anstieg der Großhandelspreise kann durch eine größere Effizienz beim Stromverbrauch deutlich abgemildert werden. Das erklärte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert bei der Vorstellung einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie. Danach sei 2020 mit einem Börsenpreis von 5,1 Cent pro Kilowattstunde zu rechnen, wenn zugleich der Verbrauch durch Effizienzsteigerungen stabil gehalten würde. Bei längeren AKW-Laufzeiten und ohne Einsparungen ergebe sich derselbe Wert.

Voraussetzung zur Vermeidung eines starken Preisanstiegs ist also, dass der langfristige Trend zu höherem Stromverbrauch umgekehrt werden kann.

Der Großhandelspreis macht etwa 35 Prozent des Endpreises beim Verbraucher aus, der Rest entfällt auf Umlagen und Steuern. Der DIW-Studie zufolge könnte der Atomausstieg bis 2030 sogar einen Preisvorteil gegenüber der ursprünglich von der schwarz-gelben Koalition vereinbarten AKW-Laufzeitverlängerung bringen. Begleitet von Sparmaßnahmen werde die Kilowattstunde im Großhandel an der Leipziger Strombörse dann etwa 6,5 Cent kosten. Mit über 2022 hinaus laufenden Atomkraftwerken und ohne Einsparungen wären es jedoch sieben Cent.

Zu den endgültigen Auswirkungen auf die Verbraucher gibt es noch keine verlässlichen Quellen.

Hintergrund: Der Atomausstieg

Luftbild des Kernkraftwerks Grohnde (picture alliance / dpa)Das Kernkraftwerks Grohnde (picture alliance / dpa)Den Atomausstieg, also die schrittweise Beendigung der Stromproduktion aus Kernenergie in Deutschland, hat der Deutsche Bundestag am 30. Juni 2011 beschlossen. Vorausgegangen war die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima. Sie setzte ein breite öffentliche Diskussion über die Kernenergie in Deutschland in Gang. Die amtierende schwarz-gelbe Regierung entschied sich für die Energiewende: Die im Herbst 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung einiger Reaktoren wurde per Gesetz rückgängig gemacht, acht Kernkraftwerke wurden dauerhaft abgeschaltet. Die übrigen neun sollen bis spätestens 2022 vom Netz gehen.

Dann sollen rund 35 Prozent der Energie grün sein, also aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse entstehen. Problematisch gestaltet sich die Energiewende unter anderem deshalb, weil das Stromnetz noch nicht ausreichend darauf vorbereitet ist. So muss z.B. im Norden anfallender Strom aus den Offshore-Windparks in den stromhungrigen Süden Deutschlands transportiert werden. Dafür planen Netzbetreiber und Bundesregierung den Ausbau den Netzes für 20 Milliarden Euro. Auch die Frage der Endlagerung von Atommüll bleibt weiterhin ungeklärt.

Mehrere Energiekonzerne, denen Verluste drohen, legten wegen des Atomausstiegs beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde ein. Sie fordern 15 Milliarden Euro Schadenersatz vom deutschen Staat, unter anderem weil sie kurz vor der Ausstiegsentscheidung noch hohe Investitionen in ihre Nuklearanlagen getätigt haben.

Die Folgen des Atomausstiegs beleuchtet auch unsere Serie Der Atomausstieg: Deutschland zieht Konsequenzen (DLF) *

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Verbrauchertipp: Garantie ohne Preisfaktor bringt nichts - Festpreistarife für Gas und Strom

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:54 Uhr

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