Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Suche nach Wegen aus der Euro-Krise

Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy beraten in Paris

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy begrüßt Kanzlerin Angela Merkel im Elysee Palast in Paris.
Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy begrüßt Kanzlerin Angela Merkel im Elysee Palast in Paris. (picture alliance / dpa (Horacio Villalobos))

Offiziell soll die mögliche Einführung von Eurobonds kein Thema bei dem deutsch-französischen Gipfeltreffen sein. Dennoch hält die Debatte darüber an. Die FDP sagt strikt nein, aus Kreisen der Union ist Zustimmung für die EU-Anleihe zu hören.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy sind in Paris zusammengekommen, um über das Krisenmanagement in der Eurozone zu sprechen. Französische Medien hatten berichtet, dass es auch um das Thema Eurobonds gehen solle. Regierungssprecher Steffen Seibert dementierte dies jedoch. Ein Paukenschlag sei nicht zu erwarten, berichtet Burkhard Birke vom Deutschlandradio aus Paris.

Pressekonferenz nach Schließung der Finanzmärkte

Die Erwartungen an den Gipfel in Paris sind hoch. Geplant ist eine gemeinsame Pressekonferenz nach Schließung der Finanzmärkte am Abend, wie Burkhard Birke im Deutschlandradio Kultur sagte. Bausteine der Gespräche könnten gemeinsame Vorschläge zur Stärkung der wirtschaftspolitischen Steuerung sein. Andere Themen könnten sein, wie bei einer gemeinsamen Währung auch eine gemeinsame Ausrichtung der Budget-, Finanz- und Wirtschaftspolitik erreicht werden könne. Angeblich soll das Verhältnis zwischen Merkel und Sarkozy angespannt sein. Über dem Treffen schwebe "das Damoklesschwert einer erneuten Talfahrt der Finanzmärkte", so Birke weiter.

Für den französischen Historiker Etienne Francois ist die Beziehung zwischen Merkel und Sarkozy aber besser als ihr Ruf. Er rechnet damit, dass die deutsche Regierungschefin auf den französischen Kurs einschwenken wird

Nicolas Sarkozy steht wegen der Schuldenkrise auch innenpolitisch unter Druck. Er will nächstes Jahr wiedergewählt werden. Rückendeckung erwartet er sich von der Kanzlerin. Wie Rainer Volk vom Deutschlandradio berichtet, - vertrauen die Franzosen in Finanzfragen mehr der Kanzlerin, als ihrem eigenen Präsidenten.

Diskussion um Eurobonds in Deutschland

Bundeswirtschaftsminister Philipp RöslerPhilipp Rösler. (dpa / picture alliance / Stephanie Pilick)Bundeswirtschaftsminister Phillip Rösler lehnt Eurobonds ab. Sie setzten falsche Anreize und bestraften Deutschland für seine solide Haushaltsführung, sagte der FDP-Vorsitzende ebenfalls im Deutschlandfunk. Um die Krise zu bewältigen, sprach er sich für eine Schuldenbremse in den Verfassungen aller Euro-Länder ein.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte im Deutschlandfunk, durch Eurobonds könne Sicherheit auf den Finanzmärkten entstehen. Ohne sie werde es laut Gabriel am Ende teurer für Deutschland. Er forderte zugleich eine gemeinsame europäische Wirtschafts-und Finanzpolitik.

Allerdings mehren sich in der CDU Stimmen, die Eurobonds nicht mehr ausdrücklich ausschließen wollen. Die Abwehrfront bröckelt, berichtet Gerhard Schröder vom Deutschlandradio.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Frage des TagesBrauchen wir neue Friedenslieder?

Der Liedermacher Wolf Biermann

"Nein", neue Friedenslieder brauchen wir nicht, meint Liedermacher Wolf Biermann, "wir haben ja schöne alte". Im Allgemeinen sähen die Dichter ohnehin eher dumm aus - angesichts der blutigen Wirklichkeit.

Filmreihe "Orizzonti"Brillante Verwirrung der Wahrnehmung

Christoph Schmitz und Rüdiger Suchsland bei den Filmfestspielen von Venedig, auf einer Terrasse sitzend

Ein Blick auf die Filmreihe "Orizzonti" bei der "71. Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica" zeigt, dass einige Filme Realität und Fiktion gekonnt verquirlen. So gelingt dem französischen Regisseur Quentin Dupieux mit "Reality" eine gelungene Mischung aus Horror- und Science-Fiction.

1. September 1939Der deutsche Überfall auf Polen

Vormarsch deutscher Truppen in Polen 1939.

Der Angriff der deutschen Wehrmacht auf Polen löste vor 75 Jahren den Zweiten Weltkrieg aus. Das Bombardement durch die Luftwaffe rechtfertigte Hitler durch erfundene polnische Angriffe und Grenzverletzungen in der Nacht zuvor.

Ebola-VirusZMapp kann schwerkranke Affen heilen

US-Arzt Kent Brantly infizierte sich in Liberia mit dem lebensgefährlichen Ebola-Virus und wird nun in der Universitätsklinik Emory betreut.

Eine Studie im Fachmagazin Nature zeigt: Das Mittel ZMapp scheint äußerst wirksam zu sein gegen Ebola - zumindest bei Affen. Allerdings sind die Vorräte bereits aufgebraucht. Es wird vermutlich Wochen dauern, bis die nächsten Dosen hergestellt sind. Ab 2015 soll ZMapp dann am Menschen getestet werden.

WaffenDeutschland liefert

Die Bundesregierung lässt Waffen in den Nordirak liefern. Darunter 30 Panzerabwehrraketen, 16.000 Sturmgewehre, 240 Panzerfäuste und 10.000 Handgranaten. Wie das abläuft und was mit den Waffen passiert, erklärt Thomas Wiegold.

IrkutskZwischen Ökologie und Industrialisierung

Schiff auf dem Baikalsee, Region Irkutsk, 14.08.2012

Am Baikalsee in Sibirien ist viel Industrie angesiedelt. Gleichzeitig ist der See das größte Trinkwasser-Reservat der Welt und ein Magnet für Touristen. Vor diesem Hintergrund wächst das ökologische Bewusstsein in den Behörden.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bericht: Spion beim BND  gab weitreichende Informationen weiter | mehr

Kulturnachrichten

Aachener Friedenspreis  für Protestorchester "Lebenslaute" | mehr

Wissensnachrichten

Gletscherschmelze  Meeresspiegel in Antarktis steigt überdurchschnittlich | mehr