Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Südeuropa tritt in den Ausstand

Generalstreiks in Portugal und Spanien, Arbeitsniederlegungen in Italien und Griechenland

Start des Generalstreiks in Spanien: Ende der Nachtschicht im Volkswagen-Werk in Pamplona (picture alliance / dpa / Jesús Diges)
Start des Generalstreiks in Spanien: Ende der Nachtschicht im Volkswagen-Werk in Pamplona (picture alliance / dpa / Jesús Diges)

In zahlreichen südlichen EU-Staaten stehen heute Busse und Bahnen still, Geschäfte bleiben geschlossen - aus Protest gegen die Sparpolitik der Regierungen. Auch in Belgien, Frankreich und Deutschland finden Aktionen statt: Sparen sei der falsche Weg, sagt DGB-Chef Michael Sommer.

Der Europäische Gewerkschaftsbund erklärte den heutigen Mittwoch zum "Tag der Aktion und der Solidarität". In Belgien begann gestern Abend ein 24-stündiger Streik bei der Bahn. Betroffen ist auch der Hochgeschwindigkeitszug Thalys, der von Deutschland über Belgien nach Frankreich fährt.

Öffentlicher Verkehr in Spanien und Portugal gestört

Ein Schild mit der Aufschrift "Geschlossen" hängt in einem Schaufenster (AP)"Geschlossen" bleiben heute zahlreiche Betriebe auf der iberischen Halbinsel (AP)In Spanien und Portugal haben Generalstreiks begonnen. Betroffen war vor allem die Großindustrie: Nach Angaben der Gewerkschaften kam die Produktion in den spanischen Werken von Autokonzernen wie Volkswagen, Seat, Opel und Nissan komplett zum Erliegen. Auch Mitarbeiter von Müllabfuhr und Stadtreinigungen legten die Arbeit nieder. Schulen und Ämter sollen geschlossen bleiben. Eine Reihe von Flügen wurde abgesagt, auch nach Deutschland. In Spanien wurde für die Bahnen, U-Bahnen und Busse ein Mindestbetrieb vereinbart, der in jedem Fall aufrechterhalten werden soll. Zu dem Generalstreik haben die Gewerkschaftsverbände der beiden Euro-Krisenländer aufgerufen.

Auch in Italien und Griechenland wurden die Beschäftigten aufgefordert, heute für drei bis vier Stunden die Arbeit niederzulegen. In Deutschland, Italien und Frankreich sind Kundgebungen geplant.

DGB-Chef Sommer: Merkel macht in Deutschland andere Politik als in Europa

Michael Sommer, DGB-Vorsitzender (Deutschlandradio - Bettina Fürst-Fastré)Michael Sommer, DGB-Vorsitzender (Deutschlandradio - Bettina Fürst-Fastré)Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) will den europaweiten Aktionstag nutzen, um seine Kritik an der Politik der Bundesregierung in der Euro-Schuldenkrise kundzutun. DGB-Chef Michael Sommer kündigte an, dass es jedoch keinen Generalstreik geben werde. Deutschland sei bislang gut durch die zweite Phase der Finanzkrise gekommen, sagte er im Deutschlandradio Kultur. Bundeskanzlerin Angela Merkel mache jedoch hierzulande eine andere Politik als in Europa. Südeuropäische Länder würden durch das harte Diktat einseitig zu Lasten der Menschen "kaputtgespart". Stattdessen sei es erforderlich, gegen die Krise zu investieren.

Was meinen Sie: Geht der Sparkurs zu weit? Oder gibt es dazu keine Alternative? Diskutieren Sie mit auf der Facebook-Seite von Deutschlandradio Kultur!

Weitere Informationen auf Deutschlandradio.de:

Widerstand in Spanien und Portugal gegen Sparkurs
Großdemonstrationen in Madrid und Lissabon
Reichste Menschen haben bisher "wenig zur Lösung der Krise beigetragen"
Grüner Europapolitiker Giegold fordert fairere Verteilung der Kosten statt Schuldenschnitt für Krisenstaaten (Interview)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:01 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kultur nach 3

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Musiktag

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Nach dem Anschlag auf Kirche Was tun gegen die Angst?

Peter Dabrock, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates (Deutscher Ethikrat/Foto: Reiner Zensen)

Nach dem Anschlag auf eine katholische Kirche in Nordfrankreich appelliert der evangelische Theologe Peter Dabrock dafür, "sich nicht von Angst übermannen zu lassen". Gefühle der Unsicherheit sollten nicht verleugnet werden, sagte Dabrock im Deutschlandfunk, würden sie aber überhandnehmen, "hätten die Terroristen gewonnen".

Autorin Ulrike Draesner zum Brexit"Erschreckt hat mich der krude Rassismus"

Die Autorin Ulrike Draesner stellt am 09.10.2014 in Frankfurt/Main (Hessen) ihr Buch "Sieben Sprünge vom Rand der Welt" bei der ARD auf der Buchmesse Frankfurt vor. (picture-alliance / dpa / Susannah V. Vergau)

Die Schriftstellerin Ulrike Draesner lebt derzeit in Oxford und lehrt an der dortigen Elite-Uni. Beunruhigt habe sie die Demagogie der Brexit-Befürworter - und ihre Lügen. Sie erzählt, wie sich das Leben nach dem Brexit in der Wissenschaftler-Community geändert hat.

Flüchtlingsfamilie aus SyrienDankbar, beschämt und voller Heimweh

Das syrische Paar Razan Skeif und Wael Sabia (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Wael und Razan Sabia sind aus Syrien nach Deutschland geflohen, hier kam ihr Sohn Noah zur Welt. Das Paar ist dankbar für die Sicherheit, in der sie hier leben können. Doch wenn Frieden in Syrien herrscht, will das Paar zurückkehren.

US-DemokratenClinton als Präsidentschaftskandidatin nominiert

Anhänger von Hillary Clinton auf dem Nominierungsparteitag der US-Demokraten. (AFP / Robyn Beck)

Die US-Demokraten haben die frühere Außenministerin Hillary Clinton offiziell als Kandidatin für die Präsidentenwahl im November nominiert. Clinton erhielt auf dem Parteitag der Demokraten in Philadelphia eine deutliche Mehrheit unter den mehr als 4.700 Delegierten.

GriechenlandEuropas Intervention ignoriert Geschichte

Nach einer friedlichen Demonstration in Athen kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen von Autonomen. (ORESTIS PANAGIOTOU / DPA)

Die Geschichte der Griechen wiederholt sich: Seit 1830 entzünde sich ihr Zorn immer wieder an nationalem Unvermögen gepaart mit ausländischer Einmischung, stellt der Journalist Constantin Fellner fest. Wäre die europäische Politik klug, würde sie dies berücksichtigen.

Die ISS ist am Himmel zu sehenUnd nächtlich grüßt die Raumstation

Es bleibt ruhig: Die ISS bekommt Besuch von drei Profi-Astronauten (NASA)

Etwa viermal pro Tag zieht die Internationale Raumstation über Europa hinweg. Die Besatzung sieht immer die Erde unter sich - doch vom Boden aus ist die ISS nur zu sehen, wenn sie in 400 Kilometern Höhe von der Sonne beschienen wird, es unten aber dunkel ist. In den kommenden zwei Wochen kommt es wieder zu dieser Situation.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Ansbach  Attentäter wurde wohl von Unbekanntem direkt beeinflusst | mehr

Kulturnachrichten

Französische Medien verzichten auf Terroristenfotos  | mehr

Wissensnachrichten

Südseestaat Tonga  Statt Sonnen lieber Skifahren bei Olympia | mehr