Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Südkorea will wieder Wale jagen

Umstrittene Ankündigung beim Treffen der Walfangkommission

Japanische Walfänger zerlegen einen Schnabelwal
Japanische Walfänger zerlegen einen Schnabelwal

Nach Japan jetzt auch Südkorea: Das Land plant, vor seinen Küsten wieder Wale zu jagen - angeblich für "wissenschaftliche Forschungen" und weil sie den Fischern den Fang wegfressen. Naturschützer reagieren entsetzt.

Auf dem jährlichen Treffen der Internationalen Walfangkommission in Panama hat Südkorea angekündigt, die Jagd auf Wale wieder aufzunehmen. Die Tiere sollen für wissenschaftliche Forschungen getötet werden. Nach südkoreanischen Angaben hat sich die Walpopulation vor den Küsten des Landes erholt. Fischer beschwerten sich zudem, die wachsende Zahl der Wale sorge für einen Rückgang bei den Fischbeständen.

Diese Darstellung sei wissenschaftlich nicht begründet, kritisierte der World Wildlife Fund.
Südkorea schiebe wissenschaftliche Gründe einfach vor, sagte auch James Lorenz von Greenpeace. Es handele sich um kommerziellen Walfang in anderer Form.

Hunderte von Tötungen aus "wissenschaftlichen" Gründen

Südkorea orientiert sich mit seinem Vorstoß offenbar an Japan. Das Land umgeht das 1986 in Kraft getretene Moratorium der Kommission für kommerziellen Walfang schon seit Jahrzehnten. Es beruft sich dabei auf die in dem Moratorium enthaltene Möglichkeit, eine gewisse Anzahl von Tieren zu Forschungszwecken zu erlegen. Jedes Jahr töten japanische Walfänger Hunderte von Meeressäugern. Dass das Fleisch verzehrt wird, wird nicht verhehlt. Japan beruft sich dabei auf das Recht, eine jahrhundertelange Tradition des Walfangs auch aus kulturellen Gründen schützen zu dürfen.

Erst am Dienstag war am Widerstand Japans und seiner Verbündeten die Einrichtung einer Schutzzone für Wale im Südatlantik gescheitert. Umweltschützer werfen Japan vor, das Abstimmungsverhalten einiger Staaten dabei durch Hilfsleistungen beeinflusst zu haben. Neben Japan jagt auch Norwegen Wale.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:54 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 06:10 Uhr Geistliche Musik

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Fremdenfeindliche Angriffe in SüdafrikaDie Gewalt kann jederzeit wieder eskalieren

Plünderungen nach Ausschreitungen östlich von Johannesburg (afp / Mujahid Safodien)

Nach der Eskalation der fremdenfeindlichen Gewalt in Südafrika ist scheinbar Ruhe eingekehrt. Inzwischen unterstützt die Armee die Polizei. Doch die Einwanderer und Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Staaten, die Zielscheibe der fremdenfeindlichen Mobs waren, trauen dieser Ruhe nicht. Die Angst vor neuen Ausschreitungen ist groß.

Chris Dercon"Ich bin kein Museumsmann - ich komme vom Theater"

(picture alliance / dpa / Rainer Jensen)

Der neue Chef der Berliner Volksbühne hat sich erstmals vorgestellt: Im Roten Rathaus gab Chris Dercon bekannt, mit wem er künftig zusammen arbeiten wird. Unsere Theaterredakteurin Susanne Burkhardt sprach mit Dercon über seine Konzepte.

#GrannyhairSchöne graue Haare!

Nicht bunt, sondern grau ist angesagt: Während Frauen der älteren Generation jedes graue Haar ausreißen, färben sich junge Frauen ihr Mähne grau. Auch prominente machen den Trend mit. Aber Achtung: Nicht jeder Frau steht grau und ab einem gewissen Alter machen die grauen Haare dann doch einfach nur alt.

Tafrifstreit bei der BahnNach dem Streik ist vor dem Streik

Zwei ICE-Züge fahren am 23.04.2015 einmal in und einmal aus dem Hauptbahnhof von Frankfurt am Main. (pa/dpa/Schmidt)

Der sich hinziehende Tarifkonflikt bei der Bahn führt bei den Kunden zunehmend zu Frustration und Ärger. Das geplante Tarifeinheitsgesetz werde aber keinen Frieden stiften, kommentiert Stefan Sauer im DLF. Wenn es wie geplant am 1. Juli in Kraft trete, müsse sich wohl bald das Verfassungsgericht damit beschäftigen.

Flüchtlingswelle Seemänner als Retter

"Die Flüchtlingswelle auf dem Mittelmeer wird auf dem Rücken der Seeleute ausgetragen", sagt der Leiter der Seemannsmission in Alexandria, Markus Schildhauer. Denn sie seien oft die Ersten, die auf die entkräfteten Bootsinsassen treffen. Dann seien psychologische Fähigkeiten gefragt - Anforderungen, die Seeleute oft nicht erfüllen können.

FanatismusEinblick in eine hitlertreue Seele

Adolf Hitler beim Reichsparteitag 1938 in Nürnberg

Sie will mehr werden als Heimchen am Herd. Mit zwölf geht sie zum BDM, der Nazi-Jugendorganisation für Mädchen. Im Frühjahr 1945 ist Clara S. 24 Jahre alt und zieht mit einer Privatarmee aus Kindersoldaten nach Westen, von denen die meisten umkommen. "Glaube, Führer, Hoffnung" erzählt von ihrer Verblendung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Hilfe für Opfer von Himalaya-Erdbeben  angelaufen - über 1.800 Tote | mehr

Kulturnachrichten

Nachbildung der Chauvet-Höhle eröffnet | mehr

Wissensnachrichten

Namensstreit  Hersteller darf seine Brennstoffzelle weiter "Kraftwerk" nennen - auch wenn die Band dagegen ist | mehr