Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Syrien droht ein Hungerproblem

FAO zufolge brauchen Millionen Menschen dringend Lebensmittel

Syrische Flüchtlinge in Jordanien packen Hilfsgüter auf einen Pick-up Truck (picture alliance / dpa / Taylor Luck)
Syrische Flüchtlinge in Jordanien packen Hilfsgüter auf einen Pick-up Truck (picture alliance / dpa / Taylor Luck)

Die USA wollen syrische Rebellen mit Millionen Dollar für Kommunikationsausrüstung ausstatten. Wenn es nach der Welternährungsorganisation geht, braucht die Bevölkerung aber erst einmal eines: Nahrung. Und zwar möglicherweise schon bald für drei Millionen Menschen.

<p>1,5 Millionen Menschen sind am schwersten von dem andauernden Konflikt in Syrien betroffen – sie sind dringend auf Lebensmittelhilfen angewiesen. Bis Sommer kommenden Jahres könnten es drei Millionen sein. Die Prognose der Welternährungsorganisation (FAO) ist gleichzeitig ein Aufruf an die internationale Gemeinschaft, schnell zu helfen, bevor eine Hungersnot entsteht. Auch die Landwirtschaft muss laut der Stellungnahme unterstützt werden, mit Saatgut, Futter, Treibstoff und Hilfen bei Reparaturen. <br /><br />Die FAO hat gemeinsam mit dem syrischen Landwirtschaftsministerium untersucht, wie der <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/08/02/drk_20120802_1232_e02d06df.mp3&lt;br /&gt;" title="Kämpfe um die Zukunft Syriens" auf (MP3-Audio)"&gt;bewaffnete Konflikt&lt;/a&gt; sich auf die Arbeit der Bauern auswirkt. Das Ergebnis: Getreide-, Baum- und Viehbestände seien schwer beschädigt worden, auch mit den Bewässerungsanlagen gebe es Probleme. Es fehlten Arbeitskräfte und Geräte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;"Situation in Flüchtlingslagern ist erschütternd"&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; &lt;papaya:media src="c544d40500445df33eda720fd34c1224" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Syrische Flüchtlinge im türkischen Lager Boynuyogun" popup="yes" /&gt; Syrische Flüchtlinge Syrische Flüchtlinge seien derzeit nur mit dem Nötigsten versorgt, sagt der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, im Deutschlandfunk. &lt;papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="216761" text="&quot;Wasser gibt es, es gibt was zu essen" alternative_text="&quot;Wasser gibt es, es gibt was zu essen" /&gt;, es gibt Decken und Matratzen, aber eben sonst nichts." Besonders die Situation in den jordanischen Flüchtlingslagern an der syrischen Grenze seien erschütternd. Insgesamt seien in dem Land als 150.000 Flüchtlinge angekommen. Derzeit sehe es nicht danach aus, als könnten sie bald in ihr Heimatland zurückkehren. Auch nach einem möglichen Abgang von Assad sei zu befürchten, "dass dann ein echter interner Bruderkrieg losgeht".&lt;br /><br />Seit Oktober 2011 liefert das Welternährungsprogramm Lebensmittel nach Syrien, die FAO unterstützt schon Kleinbauern und Viehzüchter. Die finanziellen Mittel müssten aber für den jetzt geschätzten Bedarf noch deutlich aufgestockt werden - ohnehin eine <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="216752" text="nicht ganz neue Forderung" alternative_text="nicht ganz neue Forderung" /> angesichts <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="215602" text="wachsender Flüchtlingslager" alternative_text="wachsender Flüchtlingslager" />. Die USA haben bekanntgegeben, die syrischen Rebellen mit 25 Millionen Dollar zu unterstützen – zehn Millionen mehr als bisher vorgesehen. Mit dem Geld würden überwiegend Kommunikationstechnik finanziert. <br /><br /></p><p><strong>CIA darf sich einmischen</strong></p><p>Außerdem ist eine weitere Unterstützung der Rebellen geplant, und zwar durch den US-Geheimdienst CIA. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Präsident Barack Obama in einer geheimen Anordnung erlaubt, dass die CIA die syrische Opposition verdeckt unterstützt. Als Koordinationsstelle ist demnach eine geheime Zentrale vorgesehen, die von der Türkei und anderen mit den Rebellen verbündeten Staaten betrieben wird. Mit Bezug auf anonyme Quellen meldet Reuters, Obama habe die Anordnung schon "vor einiger Zeit" unterschrieben. Grund für die Unterstützung sei auch die festgefahrene Situation im UNO-Sicherheitsrat. Eine Resolution und damit Sanktionen haben Russland und China immer wieder <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="216194" text="erfolgreich verhindert" alternative_text="erfolgreich verhindert" />.</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:56 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 13:30 Uhr Zwischentöne

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:05 Uhr Religionen

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Grünen-Chef Cem Özdemir"Der Arm Erdogans darf nicht nach Berlin reichen"

Cem Özdemir, Ko-Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen. (imago/Jürgen Heinrich)

Der Ko-Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, hat sich kritisch zur Rolle von Moschee-Verbänden wie Ditib in Deutschland geäußert. Das seien politische Organisationen, der Arm Erdogans dürfe jedoch nicht bis nach Berlin reichen, sagte Özdemir im Interview der Woche im Deutschlandfunk.

Intellektuelle zur politischen Krise in Frankreich"Bürgerkriegsähnliche Situation"

"Auch viele Künstler sind nicht anarchisch genug" - heißt es auf diesem Graffiti in Avignon. (Jürgen König)

Der Anschlag von Nizza, dazu wochenlange Streiks, Krawalle, Demonstration wegen der Wirtschafts- und Sozialreformen der Regierung in Paris: Die politische Situation in Frankreich sorgt auf dem Theaterfestival von Avignon für Krisenstimmung.

ProkrastinationDas mache ich morgen!

Wenn wir keine Lust auf bestimmte Arbeiten haben oder nicht wissen, wie wir sie anpacken sollen, schieben wir auf. Prokrastination ist aber kein Schicksal und lässt sich ändern. Der erste Schritt gegen Prokrastination ist, zu erkennen, warum wir bestimmte Dinge aufschieben.

HochschulenMisstrauen unter türkischstämmigen Studenten

Rotes Schloss, im Vordergrund eine grüne Wiese, auf der eine kleine Gruppe Menschen sitzt. (dpa/picture alliance/Daniel Kalker)

Das harte Vorgehen der türkischen Behörden sorgt auch an deutschen Hochschulen für Unruhe. Die meisten türkischen Studenten winken ab, wenn man sie nach ihrer Meinung fragt. Offene Gespräche sind kaum noch möglich. Es gibt Angst, als Staatsfeind oder Verräter angefeindet zu werden.

Afrika-Historiker Jürgen ZimmererZähe Verhandlungen um Völkermord an den Herero

Jürgen Zimmerer - Afrika-Historiker und Genozid-Forscher an der Universität Hamburg.  (privat)

Während des Herero-Nama-Kriegs vor über 100 Jahren töteten deutsche Kolonialtruppen rund 100.000 Einheimische. Die Bundesregierung habe sich schwergetan, von Völkermord zu sprechen, sagt der Afrika-Historiker Jürgen Zimmerer.

Rolle der MedienIm Wettlauf um Meldungen bleibt kaum Zeit zur Prüfung

Kurz nach den ersten Schüssen im Olympia-Einkaufszentrum twitterten Augenzeugen und luden Videos vom Tatort hoch. Klassische Nachrichtenmedien geraten dadurch unter Zugzwang, denn von ihnen wird erwartet, dass sie genauso schnell reagieren.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

München  Ermittler: Amokschütze hat seine Tat seit einem Jahr geplant | mehr

Kulturnachrichten

Bayreuth widmet "Parsifal"-Premiere den Amok-Opfern  | mehr

Wissensnachrichten

Sport  Wer wird Quidditch-Weltmeister? | mehr