Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Syrien: Tragödie mit 70.000 Toten

Bürgerkrieg dauert schon zwei Jahre

Lampions als Mahnwache zum Syrien-Krieg (picture alliance / dpa / Jamal Nasrallah)
Lampions als Mahnwache zum Syrien-Krieg (picture alliance / dpa / Jamal Nasrallah)

In vielen Orten auf der ganzen Welt haben Menschen an den Ausbruch des Syrien-Aufstandes gegen Präsident Assad am 15. März 2011 erinnert. Seitdem sind rund 70.000 Menschen gestorben, Millionen Flüchtlinge fliehen vor der anhaltenden Gewalt. Ein Ende der Krise ist auch nach zwei Jahren nicht in Sicht.

<p>Gedenken in Amman, der Hauptstadt des Nachbarlands Jordanien: Vor der Zitadelle der Stadt verbreiten Dutzende Lampions einen flackernden Schein. Sie formen leuchtende Buchstaben, das Wort "Syria". Die Organisation "Save the Children" hat hier und in anderen Städten zur stummen Mahnung aufgerufen. Die Gruppierung weist darauf hin, dass vor allem Kinder unter dem Konflikt leiden, angefangen von Mangelernährung in einer entscheidenden Lebensphase, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="238401" text="überfüllten Notquartieren in Lagern" alternative_text="überfüllten Notquartieren in Lagern" /> bis hin zu zwangsweiser Früh-Verheiratung von Mädchen - eine Strategie, mit der Mütter ihre minderjährigen Töchter vor sexueller Gewalt durch Unbekannte schützen wollen.<br /><br />Aya Khirfan, eine Studentin aus Jordanien, beteiligte sich an der Mahnwache. Sie sagte der BBC: "Wir wollen hier eine wichtige Botschaft vermitteln, um den Menschen und vor allem den Kindern in Syrien zu helfen: Wir sind für sie da. Und der Syrienkonflikt wird eines Tages gelöst werden."<br /><br /><papaya:media src="eb3c4f2b7ee7712ec1d59e1cf67e8b0e" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Vielerorts liegt die Infrastruktur in Trümmern" popup="yes" />Eines Tages? Syrien hält schon lange den traurigen Rekord, Schauplatz der blutigsten und zähesten Revolte des sogenannten "Arabischen Frühlings" zu sein. Unabhängige Beobachtungen sind höchst schwierig. Die Vereinten Nationen sprechen von 70.000 Toten. Robert Mardini, Regionalverantwortlicher des Roten Kreuzes, beklagte: "Obwohl wir mehrfach versucht haben, wieder zu den Flüchtlingen vorzudringen, haben wir nur sehr wenig erreicht. Es gibt keine Informationen aus erster Hand über deren Lage." Das gebe Anlass zu Sorge, so Mardini. Er rief Staatschefs in aller Welt auf, mehr Druck auf die Konfliktparteien auszuüben, damit die Menschenrechte gewahrt blieben.<br /><br />Die Europäische Union diskutiert weiter darüber, ob Syriens <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="252949" text="Rebellen mit Waffenlieferungen unterstützt" alternative_text="Rebellen mit Waffenlieferungen unterstützt" /> werden sollen. Bei einem Treffen derr Außenminister in der kommenden Woche soll diese Frage geklärt werden. Frankreich und Großbritannien wollen die Opposition aufrüsten. Bundeskanzlerin Angela Merkel fürchtet dagegen eine Eskalation der Gewalt in der Region.<br /><br />Syrische Regierungstruppen gingen auch heute wieder gegen die Aufständischen vor. Nach Angaben von Menschenrechtlern griff die Armee Ziele in der südlichen Provinz Daraa sowie im Norden des Landes an. <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="120725" text="Daraa ist die Region" alternative_text="Daraa ist die Region" />, in der sich der Konflikt vor zwei Jahren entzündete.<br /><br /><ul><li><b>15. März 2011</b> - Erste Demonstrationen gegen das Regime von Baschar al-Assad in Damaskus und Daraa<li><b>18. März 2011</b> - <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="120725" text="Tausende demonstrieren" alternative_text="Tausende demonstrieren" />, es gibt Tote<li><b>Juli 2011</b> - Hunderttausende gehen im ganzen Land auf die Straßen<li><b>2. Oktober 2011</b> - Die syrische Opposition bildet einen Nationalrat<li><b>23. Dezember 2011</b> - Bei Selbstmordanschlägen in Damaskus sterben mindestens 44 Menschen<li><b>25. Mai 2012</b> - Über 100 Zivilisten sterben bei einem Massaker in Hula<li><b>1. September 2012</b> - Der algerische Diplomat <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="220115" text="Lakhdar Brahimi" alternative_text="Lakhdar Brahimi" /> folgt Kofi Annan als UNO-Vermittler nach<li><b>6. Januar 2013</b> - Assad ruft bei einer <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="233267" text="Rede" alternative_text="Rede" /> an die Nation zur Mobilmachung auf<li><b>28. Januar 2013</b> - Die NATO installiert an der türkischen Grenze "Patriot"-Raketen</ul><br /><br /><strong>Mehr auf dradio.de:</strong><br /><br /><a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/03/15/dlf_20130315_1310_145aca92.mp3" title="Beitrag aus den Informationen am Mittag, DLF (MP3-Audio)">Chronik des Syrienkriegs</a> von unserem Korrespondenten Ulrich Leidholdt</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:08 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Bedrohte TierartFür die Giraffe wird's eng

In 30 Jahren 40 Prozent weniger Tiere: Giraffen haben wie viele andere Tiere unter dem Menschen zu leiden. Der tötet manchmal aus Habgier oder Aberglaube, in anderen Fällen aus eigener Not.

Der Karneval von TeneriffaSchrill, bunt und fröhlich

Karnevalskönigin Judit Lopez Garcia auf einer Parade in Santa Cruz auf Teneriffa. (imago / Ramón de la Rocha)

Mit reichlich südamerikanischem Flair wird der Karneval in Santa Cruz auf der Kanareninsel Teneriffa gefeiert. Und das schon seit mehr als 200 Jahren. Eine Woche lang herrscht hier ein fröhlicher Ausnahmezustand, der inzwischen auch immer mehr Touristen anzieht.

Maren Ade im Oscar-Rennen"Toni Erdmann" biegt auf die Zielgerade

Die Regisseurin Maren Ade bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises 2016 für "Toni Erdmann" (dpa picture alliance / PAP / Jacek Turczyk)

Endspurt für Maren Ade: Mit "Toni Erdmann" hat sie es unter die letzten fünf Filme geschafft, die für den "Auslandsoscar" nominiert sind. Vor zehn Jahren hat zuletzt ein deutscher Beitrag gewonnen - "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck.

Kosmopolitin Katharina Finke"Wer loslassen trainiert, hat weniger Verlustängste"

Was sie hat, passt in zwei Taschen. Seit fünf Jahren reist Katharina Finke so um die Welt, ohne viel Besitz, ohne eigene Wohnung. Sie sagt: Das befreit mich von Verlustängsten und lässt mich offen auf die Welt schauen.

Umgang mit der VergangenheitErinnerung als Risiko und Chance

Alte Polaroids in einer Kiste. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Ohne Erinnerung keine Zukunft, heißt es oft. Und es ist viel Wahres dran: Erinnerung schenkt Wurzeln, Identität und eine kraftvolle Basis für die Zukunft. Doch nicht jede Erinnerung ist gesund. Manches kann auch lähmen und jegliche eigene Gestaltung verhindern.

Trump und die MedienDas Prinzip der Pressebeschimpfungskonferenz

Der Medienwissenschaftler Bernd Gäbler am Rednerpult des Medienforums NRW 2012 (imago stock&people)

Donald Trump macht Politik als präsidentielles Dekret plus Eigenpropaganda: So formuliert es der Medienwissenschaftler Bernd Gäbler im DLF. Für Trump zähle der direkte Draht zum Volk. Alles, was dazwischen geschaltet werde, störe ihn. Darum seien viele Medien für Trump der Feind. Und es könne bald weitere Feinde geben.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Oscar-Verleihung  "Moonlight" als bester Film ausgezeichnet | mehr

Kulturnachrichten

US-Schauspieler Bill Paxton gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Seltenes Naturschauspiel  Feuerring über Südamerika | mehr