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Syrien: Zahl der Flüchtlinge steigt dramatisch an

Vereinte Nationen beklagen Millionen Notleidender

Viele Flüchtlinge kommen verletzt in die Lager wie hier nach Jordanien (picture alliance / dpa / Yann Foreix)
Viele Flüchtlinge kommen verletzt in die Lager wie hier nach Jordanien (picture alliance / dpa / Yann Foreix)

Innerhalb von 24 Stunden verließen nach UN-Angaben 11.000 weitere Menschen das Bürgerkriegsland – die meisten von ihnen in Richtung Türkei. Flüchtlingsorganisationen beklagten, es fehle das versprochene Geld, um den Betroffenen zu helfen.

<p>Die Not in Syrien wird immer größer und der Strom von Flüchtlingen wächst. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen sprach heute von 11.000 Flüchtlingen binnen 24 Stunden. Eine vergleichbar große Massenflucht an einem Tag habe es seit mehreren Wochen nicht mehr gegeben. Etwa 9000 Syrer seien in die Türkei geflohen, jeweils 1000 in den Libanon und nach Jordanien. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu kamen mit den Zivilisten auch 26 Offiziere über die Grenze.<br /><br />Die Gesamtzahl der registrierten Flüchtlinge und der Flüchtlinge, die auf eine Registrierung warteten, beläuft sich laut UNO auf 408.000. Insgesamt werde die Zahl der Syrer, die auf internationale Hilfe angewiesenen seien, bis Jahresende wahrscheinlich von derzeit 2,5 Millionen auf 4 Millionen anwachsen. Das sei keine Dramatisierung, sondern wegen der immer intensiver werdenden Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen eine "logische Vorhersage", erklärte der Sprecher der UNO-Nothilfekoordinierung Jens Laerke nach einer Beratung von 52 staatlichen und nichtstaatlichen Hilfsorganisationen in Genf. <br /><br /></p><p><strong>UNHCR: Die Lage wird immer verzweifelter</strong></p><p>Bei dem Treffen beklagten nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR viele Hilfsorganisationen, dass sie nicht das versprochene Geld für ihre Arbeit erhalten hätten. Von den geschätzten rund 488 Millionen Dollar (etwa 375 Millionen Euro), seien bislang nur 35 Prozent von den Geberstaaten bereitgestellt worden. Das sei angesichts des näher rückenden Winters verheerend. Schon jetzt sei die Versorgung der 2,5 Millionen Flüchtlinge nicht gesichert. Deren Lage werde immer verzweifelter.<br /><br />Syriens Präsident Bashar al-Assad versucht einen im März 2011 ausgebrochenen Volksaufstand mit Gewalt niederzuschlagen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen starben in dem Konflikt bisher bis zu 40.000 Menschen – die meisten von ihnen Zivilisten. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan warf dem UN-Sicherheitsrat Nichtstun vor. Er frage sich, was geschehen müsse, bevor die fünf ständigen Mitglieder des Gremiums ihre Verantwortung wahrnähmen.<br /><br /><papaya:media src="875b60233cbe933f1745ed6d749b0b61" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Georges Sabra ist neuer Chef des Syrischen Nationalrats" popup="yes" /></p><p><strong>Syrischer Nationalrat wählt neuen Präsidenten</strong></p><p>In Katars Hauptstadt Doha wählte der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) unterdessen ein neues elfköpfiges Exekutivkomitee. Neuer Präsident der zuletzt <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="228271" text="in die internationale Kritik geratenen Organisation" alternative_text="in die internationale Kritik geratenen Organisation" /> wird Georges Sabra. Wie die Nachrichtenagentur AFP meldet, wurde er vom SNC-Generalsekretariat gewählt.<br /><br />Ein ursprünglich geplantes Treffen mit anderen Oppositionsgruppen musste wegen der langatmigen Debatten innerhalb des SNC verschoben werden. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, flog frustriert nach Kairo zurück. Er und mehrere Regierungsvertreter westlicher Staaten hatten in den vergangenen Tagen in Doha auf die Oppositionellen eingeredet, um sie zur Gründung einer repräsentativen Übergangsregierung zu bewegen.<br /><br /><strong>Mehr zum Thema auf dradio.de:</strong><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="222025" text="Syrien und die UNO" alternative_text="Syrien und die UNO" /> - Die gelähmte Staatengemeinschaft<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="224734" text="&quot;Wir haben es jetzt mit 350.000 Flüchtlingen zu tun&quot;" alternative_text="&quot;Wir haben es jetzt mit 350.000 Flüchtlingen zu tun&quot;" /> - UN-Kommissar warnt vor einer Katastrophe in Syrien<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="223716" text="Neudeck wirft Assad-Regime barbarisches Tun vor" alternative_text="Neudeck wirft Assad-Regime barbarisches Tun vor" /> - Leiter der Hilfsorganisation "Grünhelme" über die Lage in Syrien</LI_1887564></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:01 Uhr

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