Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Syriens Regierung kündigt Waffenstillstand an

Annan bestätigt Schreiben - Panzer rücken ins Zentrum von Hama vor

Syriens Machthaber Baschar al-Assad (picture alliance / dpa /EPA / Youssef Badawi)
Syriens Machthaber Baschar al-Assad (picture alliance / dpa /EPA / Youssef Badawi)

Das syrische Verteidigungsministerium hat für Donnerstagmorgen das Ende der Kampfhandlungen gegen die Opposition angekündigt. Ab sechs Uhr Ortzeit (fünf Uhr MESZ) sollen demnach die Waffen ruhen. Die Gefechte halten derzeit noch an.

Die Streitkräfte blieben jedoch einsatzbereit, um Angriffe bewaffneter Gruppen abwehren zu können, zitierte das staatliche Fernsehen das Ministerium. Ein Sprecher des gemeinsamen Gesandten von UNO und Arabischer Liga, Kofi Annan, bestätigte den Eingang eines entsprechenden Schreibens der syrischen Regierung.

Morgen um sechs Uhr läuft die in Annans Friedensplan gesetzte Rückzugsfrist für die syrische Armee aus den Rebellenhochburgen Syriens ab, die Waffenruhe soll beginnen.

Gewalt dauert an - Gefechte auch in Damaskus

Ungeachtet internationaler Appelle, die Waffenruhe schon vor Ablauf der Frist umzusetzen, gehen die Truppen des syrischen Machthabers al-Assad offenbar weiter gehen die Opposition vor. Anwohner berichten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters von Artilleriebeschuss der Stadt Rastan durch die syrische Armee. Ins Zentrum von Hama rücken Panzer vor. Außerdem, so berichten Aktivisten, habe es wieder zwölf Tote bei Gefechten in den Provinzen Homs, Daraa und Deir-ez-Zor gegeben. Die Meldungen können wegen der eingeschränkten Arbeit der Presse nicht bestätigt werden.


Von Artilleriebeschuss zerstörtes Haus in Daraa, Syrien (picture alliance / dpa / lcc)Von Artilleriebeschuss zerstörtes Haus in Daraa, Syrien (picture alliance / dpa / lcc)Der Aktivist Omar Homsi sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass in Homs erneut das Feuer auf die Viertel Al-Rastan und Al-Chalidija eröffnet worden sei. In der Hauptstadt Damaskus stürmten Soldaten nach Angaben von Oppositionellen auf der Suche nach Rebellen den Stadtteil Kafr Susa, wo sich auch einige Botschaften und Gebäude des syrischen Sicherheitsapparates befinden.

Annan in Teheran

Im Iran hat Kofi Annan heute für seinen Syrien-Friedensplan geworben. Er sagte in Teheran auf einer Pressekonferenz mit Außenminister Ali Akbar Salehi, wegen der besonderen Beziehung zu Syrien könne der Iran dazu beitragen, den Konflikt zu lösen. Salehi erklärte, sein Land lehne jede Einmischung des Auslands und einen Machtwechsel in Syrien ab. Präsident Baschar al-Assad müsse im Amt bleiben und zwar unabhängig davon, wie sich die Krise entwickle.

SPD-Fraktionsvize Erler: "Gefahr eines Flächenbrands"

Sollte der Plan von Sondervermittler Kofi Annan scheitern, sei aber dennoch eine Resolution des Sicherheitsrats ohne militärische Gewaltandrohung möglich, mutmaßte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, im Deutschlandradio Kultur. Auch im Falle von Libyen habe der Rat auf eine unmittelbare Gewaltanwendung verzichtet, betonte Mützenich. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Gernot Erler sagte im Deutschlandfunk, er sehe in dem Konflikt die Gefahr eines regionalen Flächenbrandes. Grund seien "erhebliche Flüchtlingsströme" in andere Staaten.

Syriens Präsident Baschar al-Assad versucht seit 13 Monaten, einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. Er hat einem Friedensplan des internationalen Sondergesandten Kofi Annan zugestimmt, der unter anderem auch humanitäre Hilfen für die Bevölkerung vorsieht und ein Klima für einen politischen Dialog schaffen soll. Kofi Annan hatte ihn als gemeinsamer Gesandter von UNO und Arabischer Liga ausgehandelt und ihn vor rund vier Wochen in Damaskus vorgelegt. Die syrische Regierung hatte laut Annan für Dienstag einem Rückzug der Armee aus den Städten Syriens zugestimmt. Damaskus stellte aber am Sonntag Bedingungen und erklärte, es werde seine Truppen erst nach "schriftlichen Garantien" der bewaffneten Rebellen für einen Gewaltverzicht abziehen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:50 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 03:05 Uhr Heimwerk

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Mladen Ivanic, Vorsitzender des Präsidiums von Bosnien und Herzegowina2025 Verhandlungsauftakt für EU-Beitritt?

Mladen Ivanic, Mitglied des Dreier-Staatspräsidium von Bosnien und Herzegowina (dpa picture alliance/ Michael Kappeler)

Bosnien und Herzegowina könnte ab 2025 ernsthaft über einen EU Beitritt verhandeln. Einen früheren Verhandlungsauftakt hält der amtierende Vorsitzende des Präsidiums von Bosnien und Herzegowina, Mladen Ivanic, für unrealistisch. Ein EU Beitritt für sein Land jedoch die einzige Alternative.

Wildtiere in NotRettung in letzter Sekunde

Fast wäre ein Gullydeckel dem kleinen Eichhörnchen zum Verhängnis geworden. Es wollte durch eines der Löcher schlümpfen und hing fest. Zum Glück informierte eine Frau die Wildtierretter, die das völlig entkräftete Tier im letzten Moment noch befreien konnten.

VenezuelaGesundheitssystem vor dem Kollaps

Der kleine Isaai Camacho (v.r.) wartet mit seiner Mutter am 20.06.2016 am Kinderkrankenhaus «Jorge Lizarraga» der Stadt Valencia in Venezuela (Südamerika) auf eine Behandlung.  (dpa / picture-alliance / Georg Ismar)

Leere Klinik-Apotheken, durchgelegene Betten und marode Gebäude - das staatliche Gesundheitssystem in Venezuela ist völlig am Boden. Die Opposition wirft Präsident Nicolás Maduro vor, den Bürgern die Unterstützung von ausländischen Hilfsorganisationen zu verweigern. Er fürchte um das Image des Landes.

Vereine in DeutschlandEs sterbe der Sport?

Die TG Bornheim in Frankfurt ist einer der deutschen Großvereine. (Deutschlandradio / Marina Schweizer)

Es gibt immer mehr Vereine in Deutschland, aber immer weniger Mitglieder. Insbesondere Sportclubs klagen über Austritte und fehlende Ehrenamtler. Kann Deutschland den Titel als Vereinsweltmeister halten?

Tag der Menschenrechte Wie weit soll man die Wirtschaft auf Menschenrechte verpflichten?

Frauen und Männer arbeiten in der Textilfabrik "One Composite Mills" in Gazipur, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka in Bangladesch. (picture alliance / dpa)

Inwieweit wird in Deutschland die Würde aller Menschen geachtet? Michael Windfuhr, Direktor des Instituts für Menschenrechte, plädiert dafür, etwa Unternehmen dazu zu verpflichten, ihre Produktionskette auf die Wahrung von Menschenrechten zu überprüfen.

Literaturnobelpreis 2016 Bob Dylans Shakespeare

Seit mehr als einem halben Jahrhundert prägt und inspiriert Bob Dylan die Kultur seiner Nation und der Welt. Seine Songtexte erscheinen oft rätselhaft. Näher als in diesem Hörsaal können wir dem rätselhaften Songwriter nicht kommen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Türkei  Viele Tote und Verletzte durch Anschläge am Besiktas-Stadion | mehr

Kulturnachrichten

Nordirischer Schriftsteller John Montague gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Deutsches Kulturerbe  Ostfriesische Teekultur, Skat und Hebammen gehören dazu | mehr