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Syrische Armee greift Flüchtlingslager an

Opposition meldet mehrere Tote

Ein Kämpfer der Rebellen am Flughafen von Aleppo (picture alliance / dpa / Virginie Nguyen / Wostok Press / Maxppp Syrie)
Ein Kämpfer der Rebellen am Flughafen von Aleppo (picture alliance / dpa / Virginie Nguyen / Wostok Press / Maxppp Syrie)

Das Regime in Damaskus geht offenbar in die Offensive: Die syrische Luftwaffe flog zahlreiche Luftangriffe. Dabei wurde auch ein palästinensisches Flüchtlingslager beschossen. Es soll mehrere Tote geben.

Die syrische Luftwaffe hat nach Angaben von Aktivisten erstmals ein palästinensisches Flüchtlingslager unter Beschuss genommen. Bei dem Angriff auf das Lager Jarmuk im Süden der Hauptstadt Damaskus seien mindestens acht Menschen getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete von 25 Toten.

Nach Augenzeugenberichten sollen zwei Raketen in das Flüchtlingslager eingeschlagen sein, eine davon habe eine Moschee getroffen. Fast 600 Vertriebene aus benachbarten Stadtteilen seien in dem Gebäude untergebracht gewesen. Es habe "viele Opfer" gegeben. Wegen des Konflikts in Syrien haben in dem Palästinenserlager auch viele Binnenflüchtlinge Zuflucht gesucht.

Der Angriff auf das Flüchtlingslager war einer von vielen Luftangriffen auf Orte und Vororte im Süden von Damaskus. Laut Beobachtungsstelle wurden in den Vierteln Assali und Hadschar al-Aswad Häuser zerstört. Auch die Vororte Harasta, Erbin, Naschabije und Otaja seien unter Beschuss gewesen. Vielerorts habe es Kämpfe zwischen Soldaten und Aufständischen gegeben. Südwestlich von Damaskus beschossen Panzereinheiten nach Rebellenangaben den seit Wochen von Rebellen gehaltenen Vorort Daraja. Kampfjets überflogen mehrmals den Ort.

Kämpfe auch rund um Damaskus

Die Regierungstruppen hatten vor kurzem eine Offensive begonnen, um die Region im Umkreis von acht Kilometern um die Hauptstadt wieder vollständig unter ihre Kontrolle zu bekommen. Laut dem Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, konzentrieren sich die Streitkräfte von Präsident Baschar al-Assad derzeit darauf, die Rebellenbastionen im Süden von Damaskus zu bekämpfen. Die Armee könne die Rebellen nicht ohne die Luftwaffe besiegen, sagte er.

Im Norden Syriens lieferten sich laut Beobachtungsstelle Rebellen und Soldaten erneut Gefechte um die Kontrolle der Militärakademie in Muslimijeh nördlich von Aleppo. Gestern starben den Angaben zufolge landesweit fast 160 Menschen. Seit dem Beginn des Aufstands gegen Präsident Assad im März 2011 wurden schätzungsweise mehr als 43.000 Menschen getötet.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte ist in London ansässige. Sie beruft sich auf ein Netzwerk aus Aktivisten, Ärzten und Soldaten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite nicht nachprüfbar.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:03 Uhr

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