Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Tag des Erinnerns

Gedenkfeier zum 65. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung

Schimon Peres (l.) und Bundespräsident Horst Köhler am Mahnmal Gleis 17 in Berlin, von wo aus die Nazis Berliner Juden nach Auschwitz deportierten. (AP)
Schimon Peres (l.) und Bundespräsident Horst Köhler am Mahnmal Gleis 17 in Berlin, von wo aus die Nazis Berliner Juden nach Auschwitz deportierten. (AP)

Der Bundestag kam heute zu einer Gedenkstunde für die Opfer des Holocaust zusammen. Als Ehrengast sprach der israelische Präsident Schimon Peres vor dem Parlament. Vor 65 Jahren, am 27. Januar 1945, hatten sowjetische Soldaten die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau befreit.

Der 86-jährige Friedensnobelpreisträger Schimon Peres erinnerte bei seiner Rede in der Sondersitung des Bundestages an die Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nazis. Die Schoah müsse der Menschheit als ewiges Warnzeichen vor Augen stehen. Er war der erste israelische Präsident, der zu dem Gedenktag im Bundestag sprach. Peres warnte außerdem vor dem Iran. In Teheran herrsche ein Regime, das mit Zerstörung drohe und Nuklearraketen besitze.

2005 wurde der 27. Januar von den Vereinten Nationen offiziell zum internationalen Holocaust-Gedenktag erklärt. Neben den höchsten Repräsentanten des Staates - dem Bundespräsident, der Bundeskanzlerin, dem Bundesratspräsidenten und dem Präsident des Bundesverfassungsgerichts - nahmen heute etwa Hundert Überlebende an der Feier teil.

Wenig Wissen, viel Interesse

Wie Jugendliche mit Migrationshintergrund den Holocaust wahrnehmen, erklärt die Deutsch-Syrerin Yasmin Kassar von der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus. Wenn man das Thema "interaktiv" in den Unterricht einbaue, seien die Jugendlichen sehr interessiert und zeigten große Empathie für die Leiden der Juden in der NS-Zeit.

Blick auf Baracken im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, Polen (AP)Blick auf Baracken im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, Polen (AP)

Der Holocaust als Teil der Identität

"Der Holocaust ist noch immer ein entscheidender Teil der Identität der modernen Israelis", sagt Gil Yaron, deutsch-israelischer Journalist und Autor. Mit Blick auf die Geschichte unterschieden die Israelis aber klar zwischen "Deutschen" und "Nazis". Man erkenne an, dass Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wirkliche Sühnearbeit geleistet habe.

Der Publizist Rolf Verleger fordert, dass Peres auch an einem Tag wie heute mit Israels Verhalten im Nahostkonflikt konfrontiert werden sollte.

Auschwitz war Schauplatz eines Massenmordes, wie ihn sich die Menschheit bis dahin nicht vorstellen konnte. Die Zahl der Opfer liegt zwischen 1,1 und 1,5 Millionen. Es ist heute eine Gedenkstätte und ein Museum.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 16:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Stichwahl in Frankreich"Die Pro-Europäer müssen sich gegen Frau Le Pen zusammenschließen"

Der ehemalige französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin in Paris. (AFP / Geoffroy Van der Hasselt)

Der frühere französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin hat im Deutschlandfunk die Wahl von Emmanuel Macron bei der französischen Stichwahl als Pflicht bezeichnet. Er forderte die Mitglieder seiner Partei Les Républicains auf, sich hinter dem liberalen Bewerber zu sammeln. Noch am Wahlabend hatte Raffarin Macron seine Unterstützung zugesagt.

Vitamin DZweifelhafte Sonnenpille

Nahrungsergänzungsmittel in einem Supermarkt-Regal (picture-alliance / dpa/ Jens Kalaene)

Vitamin D soll als Allheilmittel bei Depressionen, Krebs und Multiple Sklerose helfen. Doch Studien zeigen, dass die Wunderwaffe vielleicht doch keine Wunder bringt.

FDP in Nordrhein-Westfalen"Wir sind offen für Gespräche mit der SPD"

Der Generalsekretär der FDP Nordrhein-Westfalen, Johannes Vogel, spricht in der Landespressekonferenz Nordrhein-Westfalen. (pa/dpa/Balk)

Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen sei die FDP zwar offen für Gespräche mit den Sozialdemokraten, sagte der Generalsekretär der Landes-FDP, Johannes Vogel, im Deutschlandfunk. Jedoch nur, wenn es einen Politikwechsel gebe. Eine Ampel-Koalition werde es deshalb mit der FDP nicht geben: "Wir werden nicht der aktuellen Landesregierung zur Mehrheit verhelfen."

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Borussia Dortmund  Bei Anschlag verwendeter Sprengstoff offenbar selbstgebastelt | mehr

Kulturnachrichten

Wertvolles Bild aus Galerie gestohlen  | mehr

 

| mehr