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Tatverdächtige bestreiten Tötungsabsicht

Beim Mordfall Brunner war offenbar Alkohol im Spiel

Dominik Brunner starb am 12.09.2009 (Dominik-Brunner-Stiftung)
Dominik Brunner starb am 12.09.2009 (Dominik-Brunner-Stiftung)

Zehn Monate nach der tödlichen Attacke auf den Manager Dominik Brunner hat der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter mit Teilgeständnissen und Entschuldigungen begonnen. Die beiden Angeklagten im Mordfall Brunner verneinen jedoch jegliche Tötungsabsicht: Der Manager habe in der Auseinandersetzung im Münchner S-Bahnhof Solln zuerst zugeschlagen.

Dabei hat einer der beiden mutmaßlichen Mörder seinen Mitangeklagten belastet. Dieser habe auf den bereits am Boden liegenden Mann eingetreten und dabei auf dessen Kopf gezielt, sagte er in der Verhandlung vor dem Münchner Landgericht. Außerdem seien beide Jugendlichen nach eigener Aussage zum Tatzeitpunkt betrunken gewesen. Sie führten an, dass sie niemals mit dem Tod Brunners gerechnet hätten, bereuten aber gleichzeitig ihre Tat.

Angeklagt wegen Mordes aus niederen Beweggründen

Die damals 17 und 18 Jahre alten Angeklagten sollen den 50-jährigen Brunner im September an einem Münchner S-Bahnhof zu Tode geprügelt haben, als er sich schützend vor vier Schüler stellte. Zuvor hatten die Jugendlichen den Ermittlungen zufolge die Kinder bedroht und 15 Euro von ihnen verlangt. Angeklagt sind sie wegen Mordes aus niederen Beweggründen. Einem der beiden drohen bis zu zehn Jahre Haft nach dem Jugendstrafrecht, dem anderen lebenslang Gefängnis.

Der Vorfall hatte bundesweit eine Debatte über Zivilcourage ausgelöst. Brunners Tod habe die Nachfrage nach Zivilcourage-Kursen deutlich ansteigen lassen, sagt SPD-Landtagspolitiker Harald Schneider.Es sei wichtig aufzuzeigen, was man gegen Gewalt tun könne und wie man sich richtig verhalte. Gewalttaten ließen sich allerdings nie völlig eindämmen, sagt der Chef der Gewerkschaft der Polizei in Bayern.

Kerzen und Blumen erinnern am 13.9.2009 an den Tags zuvor von Jugendlichen getöteten Geschäftsmann Dominik Brunner. (AP)Kerzen und Blumen erinnern am S-Bahnsteig an Dominik Brunner (2009) (AP)

Von Mut

Was ist das - Zivilcourage? Mut - oder Übermut? Hat Dominik Brunner, rechtlich gesehen, richtig gehandelt? Das Landgericht München wird dies berücksichtigen müssen - wie auch das Alter der Angeklagten zur Tatzeit.

Nach Brunners Tod wurde die Dominik-Brunner-Stiftung ins Leben gerufen, auf deren Webseite es über Brunner heißt:

"Im Gedenken an diese mutige Tat und diesen besonderen Menschen empfinden die Stifter die Pflicht, gesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen und gründeten daher die 'Dominik-Brunner-Stiftung'. Diese Stiftung soll dazu beitragen, dass die Gesellschaft sich nicht durch Brutalität und Gewalt entmutigen lässt. Sie soll ein Zeichen setzen, dass in unserer Gesellschaft nicht Gleichgültigkeit, sondern Menschlichkeit, Nächstenliebe, Bürgersinn und Zivilcourage als zentrale Werte gestärkt werden."

Zum Prozessauftakt gegen Dominik Brunner auf dradio.de:

Tatort München-Solln: Der Fall Dominik Brunner vor Gericht

Hans Mendl: Dominik Brunner bleibt ein Held - Theologieprofessor beklagt fehlende Kultur der Zivilcourage



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

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