Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Tausende demonstrieren gegen Mubarak-Urteil

Ägypter fordern härtere Bestrafung des alten Regimes

Protest gegen Mubarak-Prozess: Tausende Ägypter versammeln sich auf dem Tahrir-Platz in Kairo (picture alliance / dpa / Amel Pain)
Protest gegen Mubarak-Prozess: Tausende Ägypter versammeln sich auf dem Tahrir-Platz in Kairo (picture alliance / dpa / Amel Pain)

Die Urteile gegen Ex-Machthaber Hosni Mubarak und dessen enge Mitarbeiter haben in Ägypten für wütende Proteste gesorgt. Tausende machten ihrem Ärger erneut auf dem Tahrir-Platz in Kairo Luft.

<p>Am späten Abend versammelten sich bis zu 10.000 Menschen auf dem Platz, der vor fast eineinhalb Jahren Schauplatz des Arabischen Frühlings war. Sie skandierten: "Das Volk will die Hinrichtung des Mörders". Auch in den Hafenstädten Alexandria und Suez kam es zu größeren Kundgebungen. <br /><br />Der Zorn zahlreicher Ägypter richtete sich gegen den ehemaligen Machthaber in Ägypten, Hosni Mubarak. Er war am Samstagvormittag von einem Gericht in Kairo wegen Mitschuld an der Tötung von Hunderten Demonstranten <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="207736" text="zu lebenslanger Haft verurteilt worden." alternative_text="zu lebenslanger Haft verurteilt worden." /> Von der Anklage der Korruption wurden der Ex-Präsident und seine beiden Söhne Gamal und Alaa hingegen freigesprochen. Das Gericht sprach auch sechs hochrangige Sicherheitsbeamte von der Mitschuld an der Tötung der Demonstranten frei.<br /><br /></p><p><strong>Handgemenge im Gerichtssaal</strong></p><p>Zunächst wurden die Urteile auf der Straße mit Jubel aufgenommen. Minuten nach der Urteilsverkündung kam es im Gerichtssaal jedoch zu einem Handgemenge zwischen Mubarak-Anhängern und -Gegnern, bei dem mindestens 20 Menschen verletzt wurden.<br /><br />"Der Gerechtigkeit wurde nicht genüge getan", sagte der Vater eines getöteten Demonstranten nach dem Prozess, "das ist ein Schwindel".<br /><br /></p><p><strong>Angriff auf Wahlkampfzentralen von Präsidentschaftskandidat</strong></p><p><papaya:media src="b589d43569eeae76135f1a25ff00e2a2" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Ahmed Schafik, einer der beiden Kandidaten in der Stichwahl um das Amt des ägyptischen Präsidenten" popup="yes" />In den Städten Hurghada und Fayyum wurden die Wahlkampfzentralen von Ahmed Schafik angegriffen und beschädigt. Schafik war der letzte Ministerpräsident unter Mubarak - er ist einer der beiden <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="207258" text="Kandidaten bei der Präsidentschaftsstichwahl" alternative_text="Kandidaten bei der Präsidentschaftsstichwahl" /> am 16. und 17. Juni. Seine Wahlkampfzentrale in Kairo war bereits vor einer knappen Wochen verwüstet worden. Schafik tritt gegen Mohamed Morsi von der <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="100376" text="Muslimbruderschaft" alternative_text="Muslimbruderschaft" /> an.<br /><br /><br /><br /><br /></p><p><strong>Mehr zum Thema bei dradio.de:</strong></p><p><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="207120" text="&quot;Die Frauen haben die Salafisten aus dem Laden gejagt&quot;" alternative_text="&quot;Die Frauen haben die Salafisten aus dem Laden gejagt&quot;" /> <br> Der Politologe Hamed Abdel-Samad über Ägypten nach den Präsidentschaftswahlen</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:53 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 13:56 Uhr Wirtschafts-Presseschau

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 13:30 Uhr Länderreport

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Ursache des Zugunglücks Herrmann rechnet mit Ergebnissen in zwei Tagen

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann, CSU (picture alliance/dpa/Andreas Gebert)

Äußerungen über die Ursache des Zugunglücks seien noch sehr spekulativ, sagte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im DLF. Es werde geprüft, ob es technische Gründe gebe oder ob die beteiligten Menschen Fehler gemacht hätten. Ergebnisse erwartet er binnen weniger Tage.

Mit Jugendarbeit gegen Islamismus"Jugendliche zum kritischen Nachdenken bringen"

Ahmad Mansour, Psychologe und Sprecher des Muslimischen Forums Deutschland (dpa/picture alliance/Michael Kappeler)

Über die Zahl gewaltbereiter Salafisten in Deutschland gibt es nur Schätzungen. Ein wirksames Gegenmittel sei eine konsequente Jugendarbeit unter jungen Muslimen, sagt der Psychologe Ahmad Mansour. So dürfe etwa Sexualität kein Tabu mehr sein.

GranadaStromausfall wegen Hanfanbau

Indoor-Hanfanbau braucht viel Strom. In Granada sorgt das derzeit vermehrt für Stromausfälle - denn in vielen Privatwohnungen wird im großen Stil illegal Cannabis angebaut.

Flüchtlingsthema auf der Berlinale"Erste brutale Antwort auf eine ungebremste Globalisierung“

Dieter Kosslick, Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin, in seinem Büro. Vom 11. bis zum 21.02.2016 findet das Filmfestival am Potsdamer Platz statt. (dpa / picture allianace / Michael Kappeler)

Berlinale-Chef Dieter Kosslick will den öffentlichen Diskurs über das Flüchtlingsthema auch auf der Berlinale führen. Die Deutschen hätten nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Hilfe, die sie damals bekommen haben, nicht verzichten können. Alle Menschen hätten ein Recht auf Glück, sagte er im DLF.

Männer-BewegungEine stille Revolution der jungen Väter

Ein Vater lässt am 16.03.2014 in Berlin auf dem Teufelsberg bei starkem Wind und dicht bewölktem Himmel mit seinem Sohn einen Drachen steigen. (picture alliance / dpa / Daniel Bockwoldt)

Unbemerkt von der Genderdebatte habe eine Revolution unter jungen Männern stattgefunden, beobachtet die Therapeutin Astrid von Friesen. Sie würden Bart tragen und sich auf Kinder freuen, also das Männliche mit dem Weiblichen verbinden – ganz anders als ihre Großväter.

KommunikationDer Newsletter ist wieder da

Er ist zurück und das ist auch gut so: Der Newsletter spricht uns persönlich an und bietet uns eine handverlesene Auswahl an Infos - von einem Autor oder Magazin unseres Vertrauens. Das lässt sich auch mit Zahlen untermauern - zumindest für die USA.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Seehofer  Grüne wollen Bund in Fragestunde zu Reaktion zwingen | mehr

Kulturnachrichten

Kuratoriumsvorsitzende der Lilje-Stiftung tritt zurück  | mehr

Wissensnachrichten

USA  Behörde erkennt Computer als Fahrer an | mehr