Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Tausende protestieren gegen Sparpolitik

Blockupy-Protest in der Banken-Metropole Frankfurt am Main - Polizei mit Großaufgebot im Einsatz

Zehntausende protestieren gegen Kapitalismus und die EU-Krisenpolitik (picture alliance / dpa / Roland Holschneider)
Zehntausende protestieren gegen Kapitalismus und die EU-Krisenpolitik (picture alliance / dpa / Roland Holschneider)

In Frankfurt am Main haben bis zu 20.000 Menschen an einer Großdemonstration gegen Kapitalismus, die Macht der Banken und die Sparpolitik der EU demonstriert. Seit dem Beginn der Proteste am Mittwoch war es die einzige erlaubte Veranstaltung. Die Polizei war mit 5.000 Beamten im Einsatz.

Rund 5.000 Beamte sind im Einsatz. An Vorkontrollstellen sollen potenzielle Gewalttäter bereits identifiziert und abgewiesen werden. Ursprünglich hatte die Blockupy-Bewegung mit bis zu 40.000 Teilnehmern am Demonstrationszug gerechnet - mittlerweile korrigierten die Veranstalter diese Zahl auf "bis zu 20.000" nach unten. Die Nacht zum Samstag sei aber ruhig verlaufen, teilte die Polizei mit. Das Blockupy-Bündnis wollte ursprünglich von Mittwoch bis Samstag im Frankfurter Bankenviertel protestieren. Die Kritik richtet sich unter anderem gegen die Macht der Banken, Kapitalismus und die Sparpolitik der EU. Aus Sorge um die öffentliche Sicherheit und Ordnung hatte die Stadt Frankfurt die Aktionen verboten. Per Gericht wurde nun aber eine für Samstag angekündigte Großkundgebung genehmigt.

Wasserwerfer eingesetzt

Blockupy-Protesttage in Frankfurt am Main (picture alliance / dpa / Boris Roessler)Die Polizei hat sich für die Blokupy-Protesttage gerüstet (picture alliance / dpa / Boris Roessler)Die Polizei rückte am Freitag mit Wasserwerfern vor der Europäischen Zentralbank (EZB) an, wo Demonstranten nahe der Sperrzone protestierten. Die Demonstranten verschafften sich im Bankenviertel mit Trommeln Gehör und besetzten Straßenkreuzungen. Die Beamten räumten Sitzblockaden und lösten Protestzüge mit bis zu 1.000 Menschen auf. Bis zum Mittag wurden rund 400 Demonstranten vorübergehend in Gewahrsam genommen. Es kam zu Verkehrsbehinderungen, ein Teil der Stadtautobahn und mehrere Hauptstraßen wurden gesperrt - ebenso wie einige U-Bahn-Stationen in der Innenstadt. Am Hauptbahnhof verriegelte die Polizei zahlreiche Zugänge zur U- und S-Bahn, Passanten mussten durch ein Spalier von Polizisten hindurchgehen.

Die Polizei sprach von insgesamt etwa 1.000 Demonstranten. Ein Sprecher der Veranstalter schätzte die Zahl auf 3.000 bis 4.000.

Banken arbeiteten weiter

Die Banken in der Frankfurter Innenstadt haben weitgehend gelassen auf die Blockupy-Proteste reagiert. Während es am Freitag zu Blockaden und zu Polizeieinsätzen in der Nähe der Hochhäuser kam, lief das operative Geschäft reibungslos, wie Sprecher der Commerzbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) mitteilten.

Am Donnerstag hatten Blockupy-Aktivisten an verschiedenen Plätzen der Innenstadt gegen Banken, Kapitalismus und die Krisenpolitik der EU protestiert. In Durchsagen hatte die Polizei die Demonstranten immer wieder an das vom Bundesverfassungsgericht bestätigte Verbot der Aktionen erinnert. Die Protestaktion auf dem Römerberg wurde dann am späten Abend von der Polizei aufgelöst, wobei es vereinzelt zu Rangeleien kam. Insgesamt wurden am Donnerstag rund 150 Demonstranten vorübergehend festgenommen. Inzwischen befindet sich aber laut Polizei niemand mehr im Gewahrsam. Am Mittwoch war das Protest-Camp vor der EZB aufgelöst worden.

Das "Blockupy"-Bündnis protestiert gegen die Euro-Krisenpolitik. Getragen wird die Bewegung unter anderem von der Partei Die Linke, den Globalisierungskritikern von Attac, Gewerkschaftern und Aktivisten von Occupy, die vor der EZB im Herbst 2011 ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Der Begriff "Blockupy" setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern "block" (blockieren) und "occupy" (besetzen).



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr Konzert

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

EEG-Reformgipfel"Die Deckelung ist durch nichts gerechtfertigt"

Der baden-württembergische Energie- und Umweltminister Franz Untersteller (Grüne). (dpa-Bildfunk / Philip Schwarz)

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller schlägt vor, den Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2025 auf 50 Prozent anzuheben. Der Grünen-Politiker sagte im DLF, auch die geplante Deckelung der Windkraft an Land sei fragwürdig. Ebenso müsse der Netzausbau besser vorankommen. Bund und Länder wollen heute Abend über den Ausbau von Ökostrom beraten.

Debatte um Gauland-Äußerungen Sich weltoffen geben, Vorurteile pflegen

Deutsche Fußballfans zeigen vor Spielbeginn ein Plakat mit der Aufschrift "Jerome zieh neben uns ein" beim Länderspiel Deutschland - Slowakei in der WWK-Arena in Augsburg (Bayern). (picture alliance / dpa / Christian Charisius)

Einige Leute führen zwar gerne große Worte von Weltoffenheit im Munde, entpuppen sich aber voller Vorurteile, wenn beispielsweise ein Flüchtlingsheim in ihrer Nachbarschaft gebaut werden soll. Mit diesem Phänomen beschäftigt sich der Soziologe Armin Nassehi.

NahrungsmittelFrisch oder abgepackt: Was ist leckerer?

Welche Dinge des alltäglichen Küchengebrauchs darf ich auch mal aus der Dose kaufen und welche nicht? Es gibt große Unterschiede, sagt unsere DRadio-Wissen-Küchenfee Tina Kießling.

Kritik am "Milchgipfel""Die Verbraucher können gar nichts tun"

Der stellvertretende Geschäftsführer der Organisation Foodwatch, Matthias Wolfschmidt, auf einem Bild aus dem Jahr 2012. (imago / Metodi Popow)

Millionenhilfen der Politik und im Laden die teurere Milch: Die Maßnahmen und Vorschläge der Bundesregierung brächten gar nichts, sagte Matthias Wolfschmidt von der Verbraucherorganisation Foodwatch im DLF. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt erwecke nur den Anschein, den Landwirten helfen zu wollen.

Nato und RusslandDer Westen schafft eine neue militärische Front

Die Teilnehmer des Außenminister-Treffens der NATO-Länder sitzen im NATO-Hauptquartier in Brüssel zusammen. (picture alliance / dpa / EPA)

Die Nato rücke immer dichter an die europäischen Grenzen Russlands. Dadurch breche sie Vereinbarungen mit Moskau und schaffe eine neue militärische Front wie zu Zeiten des Kalten Krieges, warnt der Hamburger Friedensforscher Reinhard Mutz.

Erster WeltkriegVor 100 Jahren begann die Schlacht am Skagerrak

Ein deutsches Großkampfschiff beim Abfeuern einer Breitseite während der legendären Schlacht von Skagerrak Mai/Juni 1916. (dpa)

Es war die schwerste Auseinandersetzung auf hoher See im Ersten Weltkrieg: Skagerrak-Schlacht – unter diesem Namen kennt man sie in Deutschland. Die Briten sprechen von der "Schlacht von Jütland". 8.500 Seeleute kamen damals ums Leben, vor allem Briten. Heute vor 100 Jahren fiel der erste Schuss. Zu den offiziellen Gedenkfeiern wird auch Bundespräsident Joachim Gauck reisen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Armenien-Resolution  Erdogan interveniert bei Bundeskanzlerin Merkel | mehr

Kulturnachrichten

"Der kleine Prinz"-Originalaquarell für 133.000 Euro versteigert  | mehr

Wissensnachrichten

Regel-Studienzeit  Offensichtlich kaum zu schaffen | mehr