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Tausende Tote nach schwerem Erdbeben auf Haiti befürchtet

Stadtzentrum von Port-au-Prince ein Trümmerfeld - Westerwelle sagt Hilfe zu

Amateurfoto nach dem bislang stärksten Erdbeben in Haiti (AP)
Amateurfoto nach dem bislang stärksten Erdbeben in Haiti (AP)

Haiti, ohnehin eines der ärmsten Länder der Welt, ist von einem Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert worden. Regierungschef Jean-Max Bellerive rechnet mit mehreren zehntausend Toten. Die Zerstörungen seien derart schwer, dass man von einer sehr hohen Zahl ausgehen müsse, erklärte er im Sender CNN.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) ließ in seinem Ministerium einen Krisenstab einrichten. Die Bundesregierung hat zudem 1,5 Millionen Euro für die Versorgung der Opfer zur Verfügung gestellt. Außerdem prüfe man, ob Deutsche von dem Beben betroffen seien, sagte ein Außenministeriumssprecher in Berlin. Außenminister Westerwelle telefonierte mit dem deutschen Botschafter in Haiti und liess sich die Lage schildern. Die USA und Frankreich entsandten Rettungspersonal und Versorgungsgüter nach Haiti.

Der haitianische Botschafter in den USA, Joseph, sprach von einer großen Katastrophe. Das Epizentrum des Bebens lag knapp 20 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince. In der Stadt wurden auch der Präsidentenpalast, die UNO-Vertretung und ein Krankenhaus beschädigt. Das Kommunikationsnetz im Land ist weitgehend zusammengebrochen.
US-Präsident Barack Obama bot umgehend Hilfe an. Eine erste Rettungsmannschaft mit Spürhunden wurde nach Port-au-Prince geschickt. Auch tonnenweise Hilfsmaterial wird bereitgestellt.

Videobilder aus der Erdbebenregion auf tagesschau.de

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters, forderte unterdessen nach dem Erdbeben eine deutlich bessere Katastrophenvorsorge. Länder wie Haiti seien in den vergangenen Jahren ständig von wetterbedingten Katastrophen getroffen worden.

Haiti - seit Jahren ein geschundenes Land unter UN-Aufsicht

Haiti war bis 1934 von den USA besetzt. Danach herrschte der Diktator-Clan der Duvaliers, der das Land politisch und wirtschaftlich ruinierte. 1986 putschte das Militär Jean-Claude Duvalier aus dem Amt. 1990 wurde der Priester und Hoffnungsträger Jean-Bertrand Aristide bei den ersten freien Präsidentschaftswahlen des Landes zum Staatspräsidenten gewählt. Ein Jahr später verlor er durch einen Militärputsch sein Amt. Mithilfe der USA konnte Aristide 1994 als Präsident in sein Land zurückkehren. 1996 musste er sein Amt an René Préval übergeben, da eine zweite Amtszeit nicht möglich war. Die innenpolitische Lage blieb instabil. Auch der Einsatz einer UNO-Friedenstruppe, der United Nations Stabilization Mission in Haiti, MINUSTAH,(englischsprachig), änderte daran nichts.


Link auf dradio.de:
Die geologischen Hintergründe des Karibikbebens (Forschung Aktuell)


Links:
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Haiti auf Website des Auswärtigen Amtes

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

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