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Tausende verlieren durch Erdbeben ihr Zuhause

Italienischer Präsident Monti sagt schnelle Hilfe für Norden des Landes zu

Eingestürztes Gebäude in Cavezzo, Modena (picture alliance / dpa / Maurizio Degl' Innocenti)
Eingestürztes Gebäude in Cavezzo, Modena (picture alliance / dpa / Maurizio Degl' Innocenti)

Beim Erdbeben in Norditalien sind mindestens 15 Menschen getötet und 200 verletzt worden. Die Regierung spricht von 8000 weiteren Obdachlosen - es war das zweite Erdbeben innerhalb von zehn Tagen.

Nach Angaben eines Regierungssprechers in Rom gelten nach den starken Erdbeben von heute mindestens sieben Menschen nach wie vor als vermisst - mindestens 15 verloren ihr Leben. Die Häuser und Wohnungen von 8000 Menschen wurden ganz oder in Teilen zerstört. Sie sind akut obdachlos und kommen zu den 6000 Bewohner hinzu, die beim Beben vor gut eine Woche ihre Bleibe verloren hatten. Der kommende Montag (4. Juni) solle in ganz Italien zum Trauertag für die Erdbebenopfer erklärt werden.

Epizentrum erneut bei Modena

Das Erbeben mit einer Stärke von 5,8 erschütterte heute Vormittag gegen 9 Uhr die Gegend um Modena in der Region Emilia Romagna, in der bereits vor einer Woche die Erde stark gebebt hatte. Gegen Mittag folgten weitere Erschütterungen der Stärke 5,6.

Viele Menschen liefen aus ihren Häusern ins Freie, Schulen, Universitäten, Verwaltungsgebäude und historische Paläste wurden aus Sicherheitsgründen geräumt. Der Bahnverkehr auf mehreren Strecken im Norden wurde zeitweise unterbrochen, Mobilfunknetze brachen zusammen.

Trümmer töten Fabrikarbeiter

Die Beben verursachten starke Schäden an Gebäuden. In Carpi brach der Dom teilweise in sich zusammen. Unter den Trümmern zweier eingestürzter Fabriken verloren mehrere Arbeiter in den Ortschaften San Felice sul Panaro und Mirandola ihr Leben.

Die Region um Modena war bereits vor gut einer Woche von einem Beben heimgesucht worden. Seitdem sind tausende Bewohner in Zelten untergebracht, die Regierung hatte für die Region bereits den Notstand ausgerufen und 50 Millionen Euro Aufbauhilfe zugesagt.

50 Millionen für Wiederaufbauhilfe

Italiens neuer Premierminister Mario Monti gibt seine Regierungserklärung im Parlament (dpa / picture alliance / Claudio Onorati)Italiens Premierminister Mario Monti (dpa / picture alliance / Claudio Onorati)Der italienische Ministerpräsident Mario Monti sagte den Betroffenen nach dem heutigen Erdbeben rasche Hilfe zu. Die Regierung werde alles in ihrer Macht stehende tun, damit die Menschen in der so wichtigen und produktiven Gegend rund um Modena ihr normales Leben wieder aufnehmen könnten, betonte Monti in Rom. 50 Millionen Euro Hilfe hatte die Regierung bereits nach dem letzten Erdbeben zugesagt.

Die Region beheimatet tausende mittelständischer und kleiner Betriebe, die weltbekannte Exportgüter wie Parmesan-Käse und Balsamico-Essig herstellen. Allein bei den Balsamico-Herstellern beläuft sich der Schaden durch die Erdbeben der vergangenen Tage nach Angaben des regionalen Hersteller-Konsortiums auf 15 Millionen Euro.

Mailänder Innenstadt: Schweres Nachbeben in Norditalien (picture-alliance / dpa)Mailänder Innenstadt: Erneu schweres Beben in Norditalien (picture-alliance / dpa)Auch in Venedig, Bologna, Florenz, Mailand und Parma waren die Stöße zu spüren. Die italienische Nationalmannschaft sagte wegen des Bebens ihr für heute Abend geplantes Testspiel gegen Luxemburg in Parma ab.



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Nach dem Beben in der Emilia Romagna

 

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

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