Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

"The Oscar goes to" Germany

"Das Leben der Anderen" in Hollywood ausgezeichnet

Florian Henckel von Donnersmarck posiert mit seinem Oscar (AP)
Florian Henckel von Donnersmarck posiert mit seinem Oscar (AP)

Erst zum dritten Mal in der fast 80-jährigen Geschichte des Oscars ist ein deutscher Film mit dem begehrtesten Filmpreis der Welt ausgezeichnet worden. Der 33-jährige Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck gewann in Hollywood für sein Spielfilmdebüt "Das Leben der Anderen" den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Der Streifen schildert die Gewissensnöte eines Stasi-Spitzels in den letzten Jahren der DDR.

Der erste mit dem Oscar prämierte deutsche Film war "Die Blechtrommel" von Volker Schlöndorff (1979). Der Preis für 2002 war an Caroline Links Film "Nirgendwo in Afrika" gegangen.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse hat den Oscar-Erfolg des Stasi-Dramas nicht erwartet. "Ich bin schon überrascht, und es ist ja auch eine freundliche Überraschung, dass ein Film mit einer schwierigen Thematik diese Auszeichnung bekommt", sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. Thierse lobte die Qualität des Films, der "ein bestimmtes Maß emotionaler Betroffenheit" auch bei jenen erzeugt habe, die sich zuvor nicht mit der Geschichte der DDR-Staatssicherheit auseinandergesetzt hätten.

In seiner Ansprache dankte Henckel von Donnersmarck den Hauptdarstellern Ulrich Mühe und Sebastian Koch, die er als "die großartigsten Schauspieler" pries. Sichtbar gerührt schloss der Regisseur seinen Auftritt auf der Oscar-Bühne mit einer Liebeserklärung an seine Frau ab.

Scorsese schafft es doch noch

Der amerikanische Filmregisseur Martin Scorsese (AP)Der amerikanische Filmregisseur Martin Scorsese kam zu späten Ehren. (AP)Zum Triumph wurde der Abend für den Regie-Altmeister Martin Scorsese: Nach mehreren vergeblichen Anläufen erhielt er für den Gangster-Streifen "The Departed" die Trophäen für den besten Film und den besten Regisseur. Bereits fünfmal war der 64-Jährige für die Trophäe nominiert gewesen, letztlich aber immer leer ausgegangen. In der Haupt-Kategorie "bester Film" setzte sich der blutige Thriller "The Departed" unter anderem gegen Clint Eastwoods "Letters from Iwo Jima" und das Königinnen-Porträt "The Queen" durch. Insgesamt gewann Scorseses Film vier Trophäen.

Filmkritiker Jörg Taszmann sprach im Deutschlandradio Kultur von einer überfälligen Geste an Scorsese. Er sei schon für bessere Filme nominiert worden und habe dafür nie den Oscar bekommen.

Mit dem Preis als beste Schauspielerin wurde die 61-jährige Helen Mirren für ihre Darstellung der britischen Königin Elizabeth II. in "The Queen" ausgezeichnet. In ihrer Dankesrede zollte Mirren der Monarchin Bewunderung dafür, dass sie ein halbes Jahrhundert lang "ihre Würde, ihr Pflichtgefühl und ihren Haarschnitt" bewahrt habe. Mit Mirrens Ehrung endet eine lange Reihe besonders junger Preisträgerinnen: Seit mehr als zehn Jahren war keine Frau über 39 Jahren mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet worden.

Auch der Preis für den besten Hauptdarsteller wurde für die Verkörperung einer zeitgeschichtlichen Figur vergeben. Der 45-jährige US-Schauspieler Forest Whitaker erhielt den Oscar für seine Rolle als ugandischer Diktator Idi Amin in "The Last King of Scotland".

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:21 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:05 Uhr Hörspiel

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:05 Uhr Oper

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

PolitikerPlötzlich Populist

Wo kommen auf einmal die vielen Populisten her? In den USA hat sich Donald Trump mit seinen extremen Positionen durchgesetzt. In Frankreich bringt sich Marine Le Pen in Stellung für den Präsidentschaftswahlkampf 2017. Geert Wilders macht die Niederlande unsicher und in Ungarn hat sich der selbstbewusste Viktor Orbán festgesetzt.

Referendum in Italien"Diese Unsicherheit ist es, die Europa bewegt"

Die Flagge der Europäischen Union weht vor wolkenverhangenem Himmel. (picture alliance / dpa / Soeren Stache)

Wenn Italien nein sagt zur Verfassungsreform, wären die Folgen für die EU nicht absehbar, sagte Florian Eder vom Onlinemagazin "Politico" im DLF. Die größte Sorge sei die Frage, wie die Märkte reagieren. Die schlimmste Furcht wäre, wenn die Eurokrise mit aller Macht zurückkäme.

Hackerangriff auf die Telekom Raus aus der digitalen Unmündigkeit

Ein Passwort wird auf einem Laptop über die Tastatur eingegeben. Die Hände auf der Tastatur tragen schwarze Stulpen. Auf dem Monitor sind die Worte "Enter Password" zu lesen. Im Hintergrund erkennt man verschwommen weitere Bildschirme.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Der Hackerangriff auf die Telekom-Router war ein Warnschuss. Er zeigt: Wir müssen uns besser wappnen gegen die Bedrohung durch Cyber-Kriminelle und Spionage. Dazu braucht es mehr digitale Bildung und mehr Haftung von Herstellern, meint Philip Banse.

Ruth Klüger über Österreich"Entsetzlich, dass es so weit gekommen ist"

Die Holocaust-Überlebende Ruth Klüger spricht am 27.01.2016 in Berlin im Bundestag bei der Gedenkveranstaltung. (dpa / picture alliance / Kay Nietfeld)

Die Holocaust-Überlebende Ruth Klüger betrachtet den Aufstieg der Rechtspopulisten in ihrem Geburtsland Österreich mit Sorge. Auch Jahrzehnte nach ihrer Emigration sei ihr die Entwicklung dort noch wichtig, sagte sie mit Blick auf die morgige Präsidentenwahl im DLF. Für gefährlicher hält Klüger jedoch die Lage in ihrer Wahlheimat: den USA.

Carmen Maja-Antoni über Gisela May"Ich habe immer ihre Haltung bewundert"

Gisela May, Schauspielerin und berühmte Brechtinterpretin zu Gast im Studentenkeller "Zur Rosen" in Jena (dpa / picture alliance / Universität Jena )

Beim Singen auch die Geschichte eines Liedes zu erzählen - diese Lektion habe sie von Gisela May gelernt, so die Schauspielerin Carmen Maja-Antoni. May sei eine große Frauenfigur des Berliner Ensembles gewesen: "Und eine Haltung hatte sie immer".

Trump und die Deutsche BankEin juristisches Minenfeld

Hochhaus der Deutschen Bank in Frankfurt (dpa - Wolfram Steinberg )

Sechs Wochen vor dem Amtsantritt des Immobilienunternehmers Donald Trump als US-Präsident ist noch unklar, wie mögliche Interessenskonflikte vermieden werden sollen. Das ist auch für die Deutsche Bank ein Problem: Sie ist Gläubiger von Trump - dessen Regierung bald über ein milliardenschweres Bußgeld gegen das Geldinstitut entscheiden wird.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Aleppo  Syrische Armee kontrolliert weitere Stadt-Viertel | mehr

Kulturnachrichten

Teheran-Sammlung wohl Anfang 2017 in Berlin  | mehr

Wissensnachrichten

Steigende Nachfrage  Der Kirche fehlen die Exorzisten | mehr